29.04.2008 09:39
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ROUNDUP: VDO-Integration dämpft Quartalsgewinn von Continental

        HANNOVER (dpa-AFX) - Der Autozulieferer Continental  hat im ersten Quartal wie von Analysten erwartet wegen der VDO-Integration den Umsatz kräftig ausgebaut. Der Gewinn legte wegen der Belastungen des Kaufes nur gering zu. Insgesamt sei der Umsatz auf 6,639 Milliarden Euro gestiegen, 67,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor ohne VDO, teilte das Unternehmen am Dienstag in Hannover mit. Von dpa-AFX befragte Analysten hatten mit 6,563 Milliarden Euro gerechnet. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg dagegen nur um 4,6 Prozent auf 456,7 Millionen Euro. Die Analysten hatten hier sogar mit einem Rückgang auf 396 Millionen Euro gerechnet.

    Die EBIT-Marge verschlechterte sich von 11,0 auf 6,3 Prozent. Grund waren vor allem die Integration des renditeschwächeren VDO-Geschäfts, das Conti im Dezember für 11,4 Milliarden Euro von Siemens  gekauft hatte. Zudem fielen auf den Kaufpreis hohe Abschreibungen an. Im Gesamtjahr rechnet Conti mit Abschreibungen auf den VDO-Kaufpreis, sogenannte PPA-Abschreibungen, von insgesamt 522 Millionen Euro.

VORSTEUERERGEBNIS SINKT DEUTLICH

    Das Vorsteuerergebnis ging wegen der hohen Belastungen für die wegen des VDO-Kaufs aufgenommenen Kredite sogar deutlich zurück und sank von 420 auf 250 Millionen Euro. Grund waren vor allem die um gut 200 Millionen Euro gestiegenen Zinsaufwendungen. Der Überschuss schmolz von 271 auf 167 Millionen Euro zusammen. Bis zum Jahresende will Conti die Verschuldung aber bereits deutlich abbauen.

    Für das Gesamtjahr bekräftigte Continental seinen bisherigen Ausblick. "Mit den soliden Ergebnissen der ersten drei Monate im Rücken sind wir zuversichtlich, unsere Jahresziele zu erreichen", sagte Konzernchef Manfred Wennemer laut der Mitteilung. Im ersten Quartal habe Continental trotz teils unbefriedigender Entwicklung der Reifenmärkte seine Erwartungen für den Gesamtkonzern klar übertroffen "Weiteren Rohmaterialpreissteigerungen werden wir durch Preiserhöhungen, Mixverbesserung und weiter verbesserter Effizienz begegnen."

AUSBLICK

    Conti peilt im laufenden Jahr einen Umsatz von mehr als 26,4 Milliarden Euro an. Die um Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte bereinigte Umsatzrendite soll bei mindestens 9,3 Prozent liegen. Im ersten Quartal lag sie auf dieser Grundlage bei 8,9 Prozent. Die Investitionsquote werde wegen der VDO-Integration im Gesamtjahr auf dem Niveau des ersten Quartals verharren, kündigte Vorstandsmitglied Thomas Neumann an. In den ersten drei Monaten lag sie bei 5,3 Prozent, nach 4,0 Prozent ein Jahr zuvor.

    Die niedrigste Rendite erzielte Conti wie erwartet in der neuen Sparte Powertrain, in der große Teile von VDO aufgegangen waren. Die bereinigte EBIT-Marge lag hier bei 3,3 Prozent. Überraschend schwach entwickelte sich auch das Nutzfahrzeugreifengeschäft, bei dem die bereinigte Umsatzrendite von 8,2 auf 3,8 Prozent einbrach. Der operative Gewinn der Sparte schmolz auf weniger als die Hälfte zusammen. Der Konzern habe nun Maßnahmen ergriffen, um die Marge der Sparte wieder klar zu verbessern.

    Bis 2010 peilt der Konzern in allen Bereichen zweistellige Renditen an. Im ersten Quartal blieb neben den Nutzfahrzeugreifen und Powertrain auch die Sparte Interior, die ebenfalls weitgehend aus ehemaligen VDO-Teilen besteht, mit 8,7 Prozent hinter den mittelfristig angepeilten 10 Prozent zurück./fj/tw





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