23.07.2008 18:22
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ROUNDUP: VW, Peugeot und Fiat legen einen Gang zu - Toyota fährt GM davon

        HAMBURG (dpa-AFX) - Neue Modelle und neue Wachstumsmärkte treiben das Geschäft der großen Autohersteller an. VW , Peugeot   und Fiat   meldeten am Mittwoch deutliche Zuwächse bei Umsatz und Gewinn. Die europäischen Autobauer profitierten auch von ihren Sparprogrammen, mit denen sie gegen steigende Rohstoffkosten und andere Belastungen ankämpfen. Der japanische Toyota-Konzern als neuer Branchenprimus baute im zweiten Quartal den Vorsprung zum langjährigen Marktführer General Motors (GM)   weiter aus. Unterdessen sieht der Chef von Renault   und Nissan, Carlos Ghosn, auf den ganzen Sektor Probleme zurollen. "Uns steht eine weltweite Abkühlung bevor", warnte er in einem Zeitungsinterview.

    Volkswagen steigerte im ersten Halbjahr den Gewinn um 31,3 Prozent auf knapp 2,6 Milliarden Euro. "Dies zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind", erklärte VW-Chef Martin Winterkorn. Der Umsatz übertraf mit 56,5 Milliarden Euro den Vorjahreswert um drei Prozent. Die Erlöse stiegen etwas schwächer als die Auslieferungen, die weltweit um 5,8 Prozent auf 3,3 Millionen Autos zunahmen. Grund dafür sei unter anderem der teure Euro, hieß es.

SCHWERE RAHMENBEDINGUNGEN

    VW wolle das Wachstum des ersten Halbjahres beibehalten und eher noch etwas steigern, sagte Vertriebschef Detlef Wittig. Die Rahmenbedingungen seien allerdings schwieriger geworden, räumte Winterkorn ein. Unsichere Aussichten für die Weltwirtschaft und rückläufige Zulassungszahlen in Westeuropa und den USA stellten die Branche vor erhebliche Kraftanstrengungen. VW sei aber gut aufgestellt, sagte der Konzernchef.

    Winterkorn stützt seine Zuversicht vor allem auch auf eine Reihe neuer Modelle. Der Golf Variant und der Tiguan sowie das Audi A3 Cabriolet und der Audi A5 seien sehr positiv im Markt aufgenommen worden. Der neue Golf VI kommt im Herbst auf den Markt.

SPAREN ALS REAKTION AUF ROHSTOFFKOSTEN

    Der französische Autokonzern PSA Peugeot Citroën schaffte im ersten Halbjahr mit Hilfe des Restrukturierungsprogramms CAP 2010 einen kräftigen Gewinnsprung. Der Überschuss stieg im Jahresvergleich um fast 50 Prozent auf 733 Millionen Euro. Der Umsatz legte um 1,6 Prozent auf 30,82 Milliarden Euro zu. Das Sparprogramm habe 842 Millionen Euro zum operativen Gewinn beigesteuert, hieß es. Dadurch seien die Belastungen durch höhere Rohstoffkosten, den starken Euro und gestiegene Löhne mehr als ausgeglichen worden. Insgesamt bezifferte PSA die Belastungen auf 461 Millionen Euro.

    Der Fiat-Konzern, dessen Autosparte vor einigen Jahren noch in einer tiefen Krise steckte, ist ebenfalls gut unterwegs. Der Halbjahresumsatz stieg um 10,9 Prozent auf rund 32 Milliarden Euro und der Gewinn um gut sechs Prozent auf gut eine Milliarde Euro. Der Autobereich steigerte zusammen mit den Sportwagenmarken Maserati und Ferrari den Umsatz um 11,7 Prozent auf 15,8 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis sprang um 28 Prozent auf 622 Millionen Euro hoch. Große Hoffnungen für die Zukunft setzt der Konzern in die neuen Modelle Lancia Delta und Alfa Romeo MiTo. Eine Ertragsperle ist Ferrari: Bei 969 Millionen Euro Umsatz brachte sie einen operativen Gewinn von 164 Millionen Euro.

TOYOTA TOPPT GM

    Toyota verkaufte seit Jahresbeginn weltweit fast 300 000 Autos mehr als die Opel-Mutter General Motors (GM). Im zweiten Quartal steigerte Toyota den Absatz um zwei Prozent auf 2,406 Millionen Fahrzeuge, wie am Mittwoch in Tokio mitgeteilt wurde. Bei GM sanken die Verkäufe dagegen um fünf Prozent auf knapp 2,29 Millionen Wagen. Nach dem ersten Halbjahr führt Toyota damit mit rund 4,82 Millionen Fahrzeugen gegenüber 4,54 Millionen bei GM. Im vergangenen Jahr hatte Toyota nur knapp die Übernahme der Weltspitze verpasst. Der japanische Konzern ist zudem hoch profitabel, während GM seit Jahren Milliardenverluste einfährt.

    Der hoch angesehene Renault- und Nissan-Chef Ghosn äußerte sich im "Wall Street Journal" skeptisch über die Aussichten für die Zukunft. Der US-Markt schrumpft bereits seit Jahren deutlich, nun komme eine Abschwächung in Westeuropa hinzu und auch der boomende chinesische Markt könnte hinter den explosiven Wachstumsraten der vergangenen Jahre zurückbleiben, argumentierte der Franzose. Er rechne damit, dass die Hersteller in dieser Situation noch stärker auf Allianzen und Fusionen setzen werden. /so/fj/ta/fd/cf/DP/sb

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Peugeot 32,6 -1,2%
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