09.06.2008 15:10
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ROUNDUP: WILEX verhandelt über Kooperation für Nierenkrebsmittel Rencarex

        MÜNCHEN (dpa-AFX) - Das Münchener Biotechnologie-Unternehmen WILEX ist zuversichtlich, für das Nierenkrebsmittel Rencarex noch in diesem Jahr einen Partner zu finden. "Wir sprechen mit verschiedenen Parteien über eine Kooperation", sagte Olaf Wilhelm, Vorstandschef der WILEX AG am Montag in München im Gespräch mit der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Alleine in der Anwendung gegen Nierenzellkrebs erhofft sich WILEX von Rencarex einmal einen jährlichen Spitzenumsatz von über 500 Millionen US-Dollar. Studien zur Behandlung anderer Krebsarten sollen folgen. In der vergangenen Woche hatte sich WILEX bereits eine Vertriebskooperation für seinen Produktkandidaten Redectane gesichert.

    Ein Wunschpartner für Rencarex sollte nach Aussage Wilhelms über Erfahrung in der Onkologie und in der Urologie verfügen und im Vertrieb sowohl die USA wie auch Europa abdecken. Mit Rencarex und Redectane befinden sich zwei Produktkandidaten in zulassungsrelevanten Phase-III-Studien. WILEX rechnet damit, mit dem Antikörper Redectane allein zur Nierenkrebsdiagnose einen jährlichen Spitzenumsatz von mehr als 100 Millionen Dollar erwirtschaften zu können. Die Anträge auf Marktzulassung für Redectane sollen 2009 folgen: "Wir planen 2009, den Zulassungsantrag erst in den USA und danach in Europa einzureichen." Zuerst müssten jedoch die Phase-III-Ergebnisse, die im ersten Halbjahr 2009 anstünden, abgewartet werden.

NEUE GUIDANCE BEI HALBJAHRESZAHLEN IM JULI

    Die jüngste Vereinbarung mit Ion Beam Applications (IBA) als weltweiten Vertriebspartner für die Vermarktung von Redectane hat WILEX mehr finanziellen Spielraum gegeben: Die Finanzmittel reichten nun bis zum zweiten Jahresviertel 2009 und damit ein Quartal länger als bislang geplant. Eine Kapitalmaßnahme sei derzeit nicht geplant, sagte Wilhelm. "Wir werden bei Vorlage der Zahlen zum zweiten Quartal einen neuen Finanzausblick unter Berücksichtigung der IBA-Vereinbarung veröffentlichen." Der Zwischenbericht zum ersten Halbjahr soll am 14. Juli erscheinen. Umsätze macht das seit 2006 an der Frankfurter Wertpapierbörse gelistete Unternehmen nicht, da es noch kein Medikament auf dem Markt hat. In den ersten drei Monaten 2008 war der Vorsteuerverlust von 4,93 Millionen Euro im Vorjahr auf 4,88 Millionen Euro zurückgegangen.

    WILEX erhält aus der IBA-Vereinbarung eine Vorauszahlung sowie erfolgsabhängige Meilensteinzahlungen. Von den ersten sieben Millionen Euro Umsatz mit der Substanz erhalte das Unternehmen 20 Prozent, danach 45 Prozent der Einnahmen. "Es war unser Bestreben, signifikant am Absatz beteiligt zu werden", so Wilhelm. Die 45 Prozent des Verkaufserlöses, die WILEX zufließen, seien im Branchenvergleich sehr hoch anzusiedeln.

KEINEN KOMMENTAR ZU GERÜCHTE ÜBER FUSION MIT GPC BIOTECH

    Zu den jüngst erneut aufgeflammten Gerüchten über einen möglichen Zusammenschluss von WILEX und GPC Biotech  schwieg sich Wilhelm aus. "Wir kommentieren in keiner Weise irgendwelche Spekulationen." Die beiden bayerischen Biotechfirmen GPC und WILEX bereiteten unter den Fittichen ihres Großaktionärs, des SAP-Gründers  Dietmar Hopp, ihren Zusammenschluss vor, hatte die Wochenzeitung "Die Zeit" kürzlich berichtet.

    Gerüchte dieser Art sind nicht neu und erstmals nach dem Rückschlag für das Krebsmittel Satraplatin von GPC Biotech im vergangenen Sommer aufgetaucht. Hopp ist größter Einzelaktionär beider Unternehmen und hält an WILEX gut 28,52 und an GPC Biotech rund 18 Prozent. Neben Hopp sind die Venture Capital Gesellschaft TVM Capital und die Private-Equity-Firma Apax noch an WILEX beteiligt. GPC und WILEX konzentrieren sich auf die Entwicklung neuer Medikamente zur Behandlung von Krebs./ep/sc

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