08.05.2008 14:21
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ROUNDUP/'WSJ': Microsoft an Kauf von Online-Netzwerk Facebook interessiert

        NEW YORK (dpa-AFX) - Nach dem geplatzten Kauf des Internet-Konzerns Yahoo!   sucht Microsoft   andere Übernahmeziele und nimmt laut US-Medien das Online-Netzwerk Facebook ins Visier. Der Softwareriese habe über seine Banken bei Facebook wegen eines Kaufs vorgefühlt, berichtet das "Wall Street Journal" am Donnerstag. Microsoft ist bereits mit 1,6 Prozent an dem Internet-Unternehmen beteiligt.

    Derzeit gebe es aber keine konkreten Verhandlungen, hieß es weiter. Auch sei unklar, ob Facebook zu einer Übernahme durch Microsoft überhaupt bereit wäre. Der 23-jährige Firmengründer und Chef Mark Zuckerberg hatte einen Verkauf seiner erst vier Jahre alten Firma bisher stets zurückgewiesen. Beide Unternehmen wollten den Bericht auf Anfrage der Zeitung nicht kommentieren. Facebook zählt zu den großen so genannten sozialen Netzwerken, mit denen Nutzer sich präsentieren und untereinander Kontakte knüpfen können.

FACEBOOK-BEWERTUNG 15 MRD USD

    Microsoft arbeitet bereits mit Facebook zusammen und hatte im vergangenen Jahr für den Einstieg 240 Millionen Dollar gezahlt. Dies bedeutet einen Gesamtwert des nicht börsennotierten Unternehmens von rund 15 Milliarden Dollar (9,8 Mrd Euro). Die Nutzerzahlen von Online-Netzwerken wie Facebook oder MySpace wachsen schnell, die wichtigen Werbeeinnahmen bleiben aber noch unter den Erwartungen.

    Microsoft hatte sein zuletzt noch einmal erhöhtes Milliarden- Angebot für Yahoo! am Wochenende zurückgezogen, weil sich beide Seiten nicht auf einen Preis hatten einigen können. Seither wird heftig über andere Zukäufe von Microsoft spekuliert. Während Konzern-Chef Steve Ballmer dies andeutete, betonte Microsoft-Gründer Bill Gates zuletzt, das Unternehmen konzentriere sich auf eine "eigenständige Strategie". Mit dem Kauf von Yahoo! wollte Microsoft die Vormacht des Rivalen Google   bei Online-Suche und Internet-Werbung brechen.

BRANCHE IM FLUSS

    Die von Yahoo! getestete Kooperation mit Google steht unterdessen der Zeitung zufolge auf der Kippe. Das Google-Management sei sich uneinig über eine Zusammenarbeit mit Yahoo! bei Suchanzeigen. Yahoo! spricht laut Berichten auch mit dem Online-Portal AOL von Time Warner   über ein Bündnis. Immer wieder spekuliert wurde zudem über eine Allianz von Medienmogul Rupert Murdoch mit Yahoo! oder Microsoft. Sein Medienkonzern News     Corp.   dementierte aber am Mittwochabend aktuelle Gespräche mit einem der beiden Unternehmen./fd/DP/edh

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