18.07.2008 18:24
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ROUNDUP: Wirecard und SdK mit juristischem Schlagabtausch - Aktie bricht ein

        MÜNCHEN (dpa-AFX) - Zwischen dem Zahlungsabwickler Wirecard  und der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) ist ein Rechtsstreit entbrannt. Die Aktie stürzte erneut ab und schloss auf dem tiefsten Stand seit August 2006. Die SdK teilte am Freitag mit, beim Landgericht München Anträge auf Nichtigkeit der Beschlüsse der Hauptversammlung vom 24. Juni 2008 eingereicht zu haben, mit denen Vorstand und Aufsichtsrat der Wirecard AG entlastet worden waren. Sie wirft dem Vorstand und dem Aufsichtsrat unter anderem vor, dass die Konzernrechnungslegung in verschiedenen wesentlichen Punkten unvollständig und irreführend ist. Die im TecDAX  notierte Wirecard AG wies die Vorwürfe als unbegründet zurück und erstattete ihrerseits Anzeige gegen die Aktionärsschützer. Oberstaatsanwalt Anton Winkler sagte auf Anfrage, er könne dies noch nicht kommentieren, da der Vorgang noch nicht vorliege.

    Für eine Klage habe die Verwaltung von Wirecard keinerlei Anlass gegeben, sagte Vorstandschef Markus Braun laut Mitteilung. Vielmehr werfe wiederum Wirecard der SdK "Insiderhandel und mittäterschaftliche Marktmanipulation" vor und habe deshalb Strafanzeige bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsauf sicht (BaFin) und der Staatsanwaltschaft beim Landgericht München I erstattet. Außerdem bereiteten verschiedene Großaktionäre der Wirecard AG derzeit eine Klage in dreistelliger Millionenhöhe gegen die SdK vor.

VORWURF: 'AUF SINKENDE KURSE GESETZT'

    Gegenüber Wirecard-Vertretern habe der SdK-Vorstand eingeräumt, "im Vorfeld der Hauptversammlung bereits Mitte Mai 2008 erstmals auf sinkende Kurse gesetzt zu haben und in der Folge wiederholt entsprechende Geschäfte eingegangen zu haben", hieß es in der Mitteilung zur Begründung. Es seien Leerverkäufe in erheblichem Ausmaß getätigt worden. Der daraus erzielte Gewinn dürfte "im zweistelligen Millionenbereich" liegen.

    Die SdK wiederum wies am Abend diese Vorwürfe zurück. Leerverkäufe seien nicht getätigt worden. Lediglich ein Mitglied des Vorstands, Markus Straub, habe seit Mitte Mai eine Position in der Wirecard-Aktie gehabt, die von fallenden Kursen profitieren würde. Er habe sich aber daher bei sämtlichen Beschlüssen der SdK zu Wirecard der Stimme enthalten. "Die Shortposition von Herrn Straub ist kleiner als 0,01 Prozent des Grundkapitals der Gesellschaft. Es ist demnach völlig ausgeschlossen, dass diese Position in irgendeiner Form mit dem Kursverlust der Aktie zusammenhängt", so die SdK. Die von Wirecard genannten Beträge seien "völlig abwegig". Die Aktionärsschützer wollen nun auch gegen die Verantwortlichen für die Pressemitteilung der Wirecard vom 18. Juli strafrechtlich vorgehen.

MEHR ALS 60% KURSVERLUST SEIT 26. JUNI 2008

    Die Aktie brach an diesem Tag erneut ein und ging mit einem Abschlag von 29,17 Prozent auf 4,25 Euro aus dem Handel. Seit dem 26. Juni, als erstmals Gerüchte über Bilanzunregelmäßigkeiten am Markt aufgekommen waren, verlor die Aktie damit etwas mehr als 60 Prozent./mf/jb/ck

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