08.05.2008 11:58
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RWE-Chef Großmann warnt vor Stromlücke - Netzverkauf kein Thema

        ESSEN (dpa-AFX) – RWE -Chef Jürgen Großmann hat vor Versorgungsengpässen beim Strom gewarnt. "Diese Stromlücke, vor der haben wir ein bisschen Angst", sagte Großmann am Mittwochabend vor Journalisten in Essen. Bereits bei einer zwei bis drei Monate anhaltenden Trockenheit könne ein Stromausfall schon "sehr wahrscheinlich" werden, sagte Großmann.

     Energiesparen und ein verstärkter Einsatz erneuerbarer Energien reichten nicht aus, um auch künftig die Versorgung zu sichern. Notwendig seien neue Kraftwerke und Investitionen in die Netze. Daneben plädierte Großmann für eine Verlängerung der Laufzeiten der Kernkraftwerke. RWE sei auch am Einstieg in internationale Kernkraftwerksprojekte interessiert. "Es werden überall Kernkraftwerke gebaut, nur nicht in Deutschland", sagte Großmann.

    Einem Verkauf des Stromnetzes, wie ihn RWE-Konkurrent E.ON angekündigt hatte, erteilte der Konzernchef zunächst eine Absage. Voraussetzung für ein Festhalten am Stromnetz sei jedoch, dass RWE als "unternehmerischer Eigentümer" die Verfügungsgewalt über das Netz behalte und entsprechende Renditen erwirtschaften könne. "Wir wollen unsere Netze strategisch für unseren Unternehmenserfolg einsetzen", sagte er.

    Ein möglicher Netzverkauf sei bereits im vergangenen Jahr im Aufsichtsrat des Konzerns diskutiert worden. Damals habe man sich gegen eine Trennung ausgesprochen. Er könne sich aus heutiger Sicht nicht vorstellen, dass das Thema bei der bevorstehenden Sitzung des Kontrollgremiums im September wieder auf der Tagesordnung stehen werde, meinte Großmann. Grundsätzlich sei eine Trennung von den Netzen für den Geschäftserfolg von RWE jedoch "keine Frage von Leben und Tod", sagte der RWE-Chef./uk/DP/wiz

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