20.12.2006 13:38
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Rohstoff- & Devisen-Kolumne: Palladium - Ruhe vor dem Sturm?

Fundamental: In diesem Jahr wird es laut aktuellen Prognosen zu einem Palladiumangebot von ca. neun Millionen Unzen kommen. Damit wird die angebotene Menge die Nachfrage übersteigen. Das lässt zunächst negative Auswirkungen auf den Palladiumkurs erwarten.

Betrachtet man den Palladiumpreis kann diese Vermutung jedoch nicht bestätigt werden. Der Preis für eine Unze Palladium ist seit Januar 2006 von 206 US-Dollar auf aktuell über 320 US-Dollar gestiegen. Der Grund für dieses Kursverhalten ist die Angebotserhöhung durch Verkäufe aus Lagerbeständen des russischen Schatzamtes. Die Russische Föderation bestreitet ca. 50 Prozent des weltweiten Palladiumangebotes. Zwei Drittel des landesweiten Angebotes werden durch den Konzern Norilsk Nickel erwirtschaftet. 30 Prozent werden aus den Lagerbeständen der russischen Regierung auf den Weltmarkt gebracht. Die Frage ist, wie lange die Regierungsreserven noch zur Verfügung stehen. Sollten diese Bestände ausgehen, würden weltweit über 500.000 Unzen fehlen. Am Kursverlauf ist zu erkennen, dass der Markt diese Unsicherheit bereits honoriert hat. Der hohe Marktanteil von Norilsk Nickel birgt ebenfalls Gefahren für die Angebotsseite in sich. Sollte es innerhalb dieses Konzerns zu Liefer-schwierigkeiten kommen, ist auf einen Schlag die Hälfte der Weltproduktion betroffen.

Charttechnik: Im September musste das Palladium einen über 15-prozentigen Kursrücksetzer verkraften als der Kurs um 60 US-Dollar einbrach. Erst der Supportbereich um 290 US-Dollar konnte den Kursverfall stoppen. In den letzten Handelstagen bewegte sich der Kurs übergeordnet seitwärts. Die Marke 330 US-Dollar und 320 US-Dollar dominieren. In unseren Augen ist dies die Ruhe vor dem Sturm. Für die kommenden Wochen erwarten wir den Ausbruch über die obere Begrenzung dieser Handelsspanne. Das technische Umfeld präsentiert sich dementsprechend. Der Abwärtstrend wurde verlassen. Es liegt ein kurzfristiger Aufwärtstrend vor. Handelsempfehlung Wir möchten die aktuelle Korrektur nutzen und bauen eine entsprechende Long-Position in den nächsten Tagen auf. Auch ein weiterhin schwacher US-Dollar sollte uns in die Hände spielen.



Marcel Torney ist Chefredakteur der "berlinvestor"-Börsenbriefe und besitzt langjährige Erfahrungen beim Trading mit Aktien, Optionsscheinen und Hebelzertifikaten.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die Smarthouse Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.





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