07.02.2008 11:14
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Rohstoff- & Devisen-Kolumne: Weizen – Nächster Preisschub?

Weizen gehört unserer Meinung nach auch im Jahr 2008 mit zu den interessantesten Agrarmärkten mit dem größten Potential! Und dies, obwohl Weizen im vergangenen Jahr bereits kräftig zugelegt hatte. Nicht nur der steigende Weltverbrauch von Nahrungsmitteln macht Weizen so aussichtsreich. Die Produzentenseite hat mit allerhand Problemen zu kämpfen und kann mit dem wachsenden Bedarf nicht mehr Schritt halten. Das US-Agrarministerium prognostiziert in seinem Angebots- und Nachfrageausblick vom Januar 2008 einen weiteren Rückgang der weltweiten Lagerbestände von 124,30 Mio. Tonnen auf 110,06 Mio. Tonnen zum Ende der aktuellen Ernteperiode. Einige Exportländer haben bereits angekündigt, weniger Weizen auszuführen. So wird Kanada bspw. seine bisher angestrebte Weizenausfuhrmenge von 10,9 Mio. Tonnen bis Ende Juni nicht erreichen. Russland hat eine Ausfuhrsteuer auf Weizen eingeführt, wodurch auch weniger russischer Weizen auf den Weltmarkt gelangen wird. Auch die Ukraine muss mit den eigenen Weizenbeständen haushalten und hat die Ausfuhren drastisch verringert. Die Ernte war infolge von Trockenheit sehr viel geringer ausgefallen als in den Vorjahren.

Diese verringerte Exportbereitschaft dürfte die Preise dauerhaft hoch halten und mit großer Wahrscheinlichkeit noch weiter in die Höhe treiben. Der wachsende Lebensmittelbedarf zwingt Länder wie China oder Indien dazu, immer mehr Weizen am Weltmarkt dazuzukaufen. Vor wenigen Wochen haben auch Pakistan und Ägypten angekündigt, die Weizeneinfuhrmenge anzuheben. In beiden Ländern stehen nur begrenzte Anbauflächen zur Verfügung.

Fazit: Bevölkerungsexplosion, Trockenheit und begrenzte Anbauflächen sind nicht die einzigen Probleme. Es ist sogar ein Rückgang der Ackerflächen zu verzeichnen; v.a. in China, wo die Städte sich ins fruchtbare Umland ausbreiten. Da Weizen im Bereich 880 USC sehr gut abgesichert ist, weist ein Longeinstieg aktuell ein positives Chance/Risiko-Verhältnis. Preise jenseits der 1.200 USC sind auf Sicht von drei bis sechs Monaten sehr realistisch.



Marcel Torney ist Chefredakteur der "berlinvestor"-Börsenbriefe und besitzt langjährige Erfahrungen beim Trading mit Aktien, Optionsscheinen und Hebelzertifikaten.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die Smarthouse Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.





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