Rohstoff- & Devisen-Kolumne: Zink - Korrektur als Chance begreifen
Die Nervosität auf dem Zinkmarkt ist durchaus gerechtfertigt. Der Kurs hatte seit Anfang des Jahres in der Spitze über 100 Prozent zugelegt. Kleinere Korrekturen sind gesund und helfen dabei, ein nachhaltiges Kurswachstum zu generieren. Fundamental gesehen sind weitere Preissteigerungen zu erwarten. Nach neuesten Informationen der internationalen Blei- und Zinkstudiengruppe befand sich der Zinkmarkt in den ersten neun Monaten des Jahres mit 304.000 Tonnen in einem ausgeprägten Defizit. Die um 3,7 Prozent ausgeweitete Zinkproduktion konnte bisher nicht mit dem wachsenden Verbrauch Schritt halten. Dem Output von 7,905 Millionen Tonnen steht eine Nachfrage von 8,208 Millionen Tonnen gegenüber.
Auftrieb erhält die Zinknachfrage vor allem vom boomenden Stahlsektor. Verzinkter Stahl erfreut sich einer immer stärker wachsenden Nachfrage. Das wird auch für die nächste Zukunft so bleiben. Experten erwarten einen durchschnittlichen Anstieg der Weltnachfrage um 2,5 Prozent pro Jahr bis 2010. Die höchsten Zuwächse werden in den osteuropäischen Staaten einschließlich GUS erwartet. Hier soll der Verbrauch im Schnitt um 3,5 Prozent wachsen. Aber auch China als Garant für hohen Rohstoffbedarf wird seine Nachfrage um jeweils 2,5 Prozent pro Jahr ausweiten. Es deutet vieles darauf hin, dass das Angebotsdefizit auf dem Zinkmarkt in nächster Zeit nicht beseitigt werden kann. Der Aufwärtstrend sollte somit noch für längere Zeit erhalten bleiben. Unter technischen Aspekten gilt die Marke von 4.000 US-Dollar als zentrale Unterstützung. Bewegt sich der Kurs darüber, ist das Aufwärtsszenario intakt. Erst bei Kursen unter 4.000 US-Dollar muss die Lage neu überdacht werden. Bis dahin gilt es jedoch, die Chancen zu nutzen und in Korrekturphasen Long-Positionen (etwa in Hebelprodukten) aufzubauen.
Marcel Torney ist Chefredakteur der "berlinvestor"-Börsenbriefe und besitzt langjährige Erfahrungen beim Trading mit Aktien, Optionsscheinen und Hebelzertifikaten.
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