15.07.2008 07:09
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Schaeffler sichert sich rund 30% an Continental - Presse

HAMBURG/DÜSSELDORF (Dow Jones)--Der fränkische Automobilzulieferer Schaeffler hat sich für die geplante Übernahme des Automobilzulieferers Continental Zeitungsberichten zufolge indirekt den Zugriff auf ein großes Aktien-Paket gesichert. Eine Gruppe internationaler Banken habe Continental-Aktien gekauft und Schaeffler mit Call-Optionen ausgestattet, berichtet die "Financial Times Deutschland" (Dienstagausgabe) unter Berufung auf Finanzkreise. Das Familienunternehmen habe so Zugriff auf rund 30% der Aktien.

Das "Handelsblatt" (Dienstagausgabe) schreibt, dass das Familienunternehmen sich bereits über Optionen einen Anteil von rund 36% an Conti gesichert habe. Dabei würden die Franken von verschiedenen Kreditinstituten, darunter die Royal Bank of Scotland, Dresdner Bank, Deutsche Bank und Merrill Lynch unterstützt. Bei der "FTD" heißt es, dass die Bankengruppe von der Royal Bank of Scotland und der Dresdner Bank geführt wird.

"Man hat sich durch die Hintertür angeschlichen", schreibt das "Handelsblatt" unter Berufung auf Finanzkreise. Durch die Verteilung auf verschiedene Banken und die Verwendung von Optionen werde die gesetzliche Meldepflicht umgangen.

Sollte sie alle Optionen ziehen, ist sie der mit Abstand mächtigste Aktionär und könnte eine Mehrheit auf der nächsten Hauptversammlung erreichen, so die "FTD". Manager beider Unternehmen wollen sich in Kürze zu einem weiteren Gespräch treffen. Erst am Freitag hatte Schaeffler den DAX-Konzern in seine Kaufpläne eingeweiht.

Als Abwehr sei für den Konzern aus Hannover unter anderem der rechtliche Weg denkbar, weil Schaeffler sich offenbar den Einfluss auf Continental gesichert habe, ohne ein Angebot an die freien Aktionäre abzugeben, schreibt das "Handelsblatt". Das könnte ein Fall für die Finanzaufsicht BaFin sein. Als nahezu aussichtslos dürfte sich angesichts der Größe des Aktienpakets die Suche nach einem so genannten weißen Ritter erweisen.

Conti stelle sich auf die Abwehr des feindlichen Übernahmeversuchs ein. Der Conti-Vorstandsvorsitzende Manfred Wennemer und sein Finanzvorstand Alan Hippe bereiteten entsprechende Maßnahmen vor, schreibt das "Handelsblatt" unter Berufung auf Aufsichtsratskreise. Die Kontrolleure wollen demnach in den nächsten Tagen über die Abwehrstrategie beraten. Bereits in der vergangenen Woche habe der Vorstand die Investmentbank Goldman Sachs beauftragt, den Übernahmeversuch zu vereiteln.

Am Dienstagmorgen lehnte ein Sprecher von Schaeffler auf Anfrage von Dow Jones Newswires eine Stellungnahme ab. Ein Sprecher der Continental AG wollte sich zu den Informationen nicht direkt äußern und fügte aber hinzu, dass das Unternehmen jederzeit in der Lage sei, sich zu verteidigen. Continental höre sich aber immer erst an, was ein Gesprächspartner zu sagen habe, fügte der Sprecher hinzu.

Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (BCE) sieht im Falle einer Übernahme von Continental das Risiko einer Unternehmenszerschlagung. "Die sind nicht an Nutzfahrzeugreifen und Autoreifen interessiert", sagte IG-BCE-Vorstand Werner Bischoff der in Hannover erscheinenden "Neuen Presse" (Dienstagausgabe). "Wenn, dann ist Schaeffler an Automotive Systems interessiert. Also würde sich sehr schnell die Frage nach der Reifensparte stellen", sagte Bischoff, der bei Continental stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender ist.

Der Gewerkschaftsvertreter wurde nach eigenen Angaben von dem Kaufinteresse der Schaeffler-Gruppe überrascht. "Es gab vorher keinerlei Anzeichen", sagte Bischoff. "Conti ist zur Zeit dabei, sich nach der Kräfte fordernden Aktion mit der Übernahme von Siemens-VDO wirklich sehr gut aufzustellen. Die Zwischenergebnisse sind gut. Da hinein ist die Nachricht wie eine Bombe geplatzt", sagte er.

Webseiten: http://www.ftd.de http://www.conti-online.de http://www.schaeffler-gruppe.de http://www.neuepresse.de

DJG/kla/nas (END) Dow Jones Newswires

July 15, 2008 01:07 ET (05:07 GMT)

Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc.- - 01 07 AM EDT 07-15-08

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