MÜNCHEN (dpa-AFX) - Die Belegschaftsaktionäre des Mischkonzerns Siemens erheben Vorwürfe gegen den Unternehmenschef. "Der mit großen Vorschusslorbeeren angetretene Vorstandsvorsitzende Peter Löscher hat dringende unternehmenspolitische Hausaufgaben nicht gelöst", sagte der Vorsitzende des Vereins, Manfred Meiler, der "Süddeutschen Zeitung" (SZ/Montagausgabe).
Der Umbau in die drei Sektoren Energie, Industrie und Gesundheit habe den Konzern "nicht schlagkräftiger gemacht". Man befürchte, dass dies "nur dem Zweck dient, im Monopoly-Spiel auch größere Einheiten schnell verkaufen zu können", sagte Meiler. Der Verein will in den kommenden Tagen eine Mitarbeiterumfrage im Internet starten, um ein "repräsentatives" Meinungsbild zur aktuellen Geschäfts- und Personalpolitik zu ermitteln. Der Verein vertritt zurzeit 6000 Aktionäre; insgesamt halten Belegschaftsaktionäre rund 8 Prozent des Siemens-Aktienkapitals.
Vor gut einer Woche war bekanntgeworden, dass Siemens im Zuge der geplanten Einsparungen von 1,2 Milliarden Euro in Verwaltung und Vertrieb weltweit voraussichtlich mehr als 17.000 Arbeitsplätze streichen will, davon 6.450 in Deutschland. Weder der Konzern selbst noch die IG Metall hatten die Zahlen allerdings bisher bestätigt. Nach den Beratungen mit der Arbeitnehmerseite im Wirtschaftsausschuss am Montag und Dienstag wollen Siemens-Chef Löscher und Personalvorstand Siegfried Russwurm am Dienstag (8. Juli) bei einer Pressekonferenz über die Maßnahmen informieren. Russwurm stellt sich auf "eine harte, aber hoffentlich sachliche Diskussion" mit den Betriebsratsvertretern ein. Diese haben bereits mit Streik gedroht./das/zb