München (aktiencheck.de AG) - Die zum Industriekonzern Siemens AG (ISIN DE0007236101/ WKN 723610) gehörende Division Mobility will im Zuge des Programms "Mobility in Motion" die Fertigungsaktivitäten in Europa neu bündeln und somit die langfristige Wettbewerbsfähigkeit sicherstellen.
Wie der Konzern am Mittwoch erklärte, sollen wie bereits angekündigt, weltweit etwa 1.800 Stellen in Konstruktion und Fertigung wegfallen. Siemens will sich bis spätestens Ende des Geschäftsjahres 2009 von der Fertigung in Prag mit ihren rund 950 Mitarbeitern trennen. Dabei werde ein Verkauf des Werks als Option angesehen. Den Angaben zufolge sollen hingegen die Werke in Deutschland und Österreich erhalten bleiben. Im deutschen Krefeld-Uerdingen wolle Siemens 220 Stellen abbauen, wenn die Reparaturleistungen für den Combino dort ausgelaufen seien. Der geplante Abbau weiterer 630 Stellen verteile sich vor allem auf Mobility-Standorte in Braunschweig, Nürnberg, Erlangen, Berlin, Offenbach, Konstanz, Düsseldorf, Wien und Graz. Der Standort in München solle hingegen von dem Stellenabbau verschont bleiben.
"Bei der notwendigen Neuordnung werden Überkapazitäten in unseren Werken wegfallen, und damit die Division Mobility langfristig wettbewerbsfähig gemacht", sagte Hans-Jörg Grundmann, CEO der Division Mobility. Hauptgrund für die Überkapazitäten sei der zunehmende Anteil an Auftraggebern in Wachstumsmärkten, wie z. B. China, die auch immer stärker die Einbeziehung lokaler Kooperationspartner einfordern, teilte der Konzern weiter mit. Deshalb plane die Division ihre Wertschöpfung zu optimieren und beispielsweise Produktionsschritte nach Vorbild der Automobilindustrie komplett mit Zulieferern abzuwickeln.
Die Aktie von Siemens notiert aktuell mit einem Minus von 0,74 Prozent bei 73,44 Euro. (23.07.2008/ac/n/d)