07.05.2008 10:45
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TUI-Großaktionär Fredriksen siegessicher - Gegen schnellen Hapag-Lloyd-Verkauf

        HANNOVER (dpa-AFX) - Der Vertraute von TUI-Großaktionär  John Fredriksen zeigt sich für die Hauptversammlung des Reise- und Schifffahrtskonzerns siegessicher. "Ich glaube, wir werden gewinnen", sagte Tor Olav Troim am Mittwoch vor dem Aktionärstreffen in Hannover. Das Stimmverhältnis zwischen seinen Unterstützern und denjenigen, die hinter der TUI-Konzernführung stehen, sieht er bei etwa 50 zu 50. Fredriksen, der 11,747 Prozent der TUI-Aktien hält und dafür laut Troim eine Milliarde US-Dollar investiert hat, will zwei Sitze im Aufsichtsrat mit seinen Leuten besetzen. Zudem fordert er den Rücktritt von Aufsichtsratschef Jürgen Krumnow.

    Dem Chef des Aufsichtsgremiums warf Troim vor, die Politik von Vorstandschef Michael Frenzel möglich gemacht zu haben, der für die Aktionäre in 14 Jahren keinen Wert geschaffen habe. Eine Alternative zu Krumnow wollte Troim allerdings nicht benennen. "Wir erwarten, dass eine anerkannte Persönlichkeit aus der deutschen Wirtschaft einsteigt."

    Für die geplante Abspaltung der Schifffahrtssparte Hapag-Lloyd, die Fredriksen lange gefordert hatte, lehnte Troim nun eine schnelle Lösung ab. "Ich denke, man sollte derzeit nicht verkaufen, weil der Finanzmarkt schwach ist." Eine schnelle Veräußerung sei nur möglich, "wenn man es zu billig macht". Das Geschäft von Hapag-Lloyd müsse erst entwickelt werden. Erst dann solle man an die Integration mit einer anderen Schifffahrtslinie gehen. Über die Abspaltung sollten zudem die Aktionäre abstimmen. Auch der Erlös solle den Anteilseignern zugute kommen. Troim sprach sich klar dagegen aus, mit dem eingenommenen Geld den TUI-Anteil an der Touristiktochter TUI Travel auszubauen.     Bei seinem TUI-Engagement geht es Fredriksen laut Troim zwar um Mehrwert für die Aktionäre. Allerdings soll dies nicht zulasten von Arbeitsplätzen gehen. Der norwegische Reeder habe bei seinen Investitionen bislang 25.000 Arbeitsplätze geschaffen. Bei TUI wolle er eine bessere Corporate Governance erreichen. Darum gehe es bei der Hauptversammlung. Um seine Ziele durchzusetzen, will Fredriksen TUI-Aktien von denjenigen Anteilseignern kaufen, die mit TUI geschäftlich verbunden sind. Er habe dem russischen Milliardär und Reiseunternehmer Alexej Mordaschow für dessen Anteile jeweils 19 Euro geboten, sagte Troim. Dieser habe jedoch nicht verkaufen wollen.

    Sollte er scheitern, will Fredriksen nicht aufgeben. "Wir werden wiederkommen", sagte Troim und zielte damit auf eine außerordentliche Hauptversammlung. Fredriksen selbst ist an diesem Mittwoch aus gesundheitlichen Gründen verhindert./stw/wiz

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