02.11.2005 18:10
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TecDAX Schluss: Deutlich fester, GPC Biotech Favorit

Die deutschen Technologietitel verharrten nach einem deutlichen Anstieg in der ersten Handelsstunde für den Rest des Tages auf diesem Niveau. Auch eine starke Eröffnung der NASDAQ hatte keine merklich positive Auswirkung mehr. So schloss der TecDAX bei 575,59 Punkten und damit 1,07 Prozent höher als noch am Vortag.

Mit einem Aufschlag von mehr als 5 Prozent lag GPC Biotech an der Spitze des deutschen Technologieindex. Das Unternehmen gab heute den Start der Phase-2-Studie mit dem Medikament Satraplatin bei Patientinnen mit metastasiertem Brustkrebs bekannt. Gegen Handelsende kamen T-Online und Singulus deutlich in Fahrt und schlossen beide mit einem satten Kursplus. Mit an die Spitze des deutschen Technologieindex schoben sich abermals die Papiere von freenet.de und mobilcom.

Weiter gefragt waren auch wieder Anteilsscheine der Solarzellenunternehmen SolarWorld, während der Mitbewerber Conergy die Gewinne gegen Ende komplett abgab. Kaum verändert tendierten indes Aktien des Biotechnologieunternehmens MediGene, nachdem man heute Geschäftszahlen für das dritte Quartal vorlegte und die Jahresprognose bestätigte.

Tele Atlas gaben die Kursaufschläge vom Handelsstart komplett wieder ab und gingen mit einem merklichen Abschlag in den Feierabend. Zu größeren Verkäufen neigten die Anleger auch bei JENOPTIK und Funkwerk. In der zweiten Reihe sprangen init innovation um mehr als 6 Prozent, nachdem das Unternehmen eine Ausschreibung in den USA an Land ziehen konnte.

Schlusskurse (17:40 Uhr):

TecDAX: 575,59 (+1,07 Prozent)

Tagesgewinner: GPC Biotech, Singulus, T-Online

Tagesverlierer: Tele Atlas, JENOPTIK, Funkwerk

Unternehmensmeldung:

Das Biotech-Unternehmen GPC Biotech AG (ISIN DE0005851505/ WKN 585150) startet die Patientenaufnahme für eine Phase-2-Studie mit ihrem Krebsmedikamentenkandidaten Satraplatin. In der Studie wird Satraplatin bei Patientinnen untersucht, die an metastasiertem Brustkrebs leiden und bereits eine Chemotherapie durchlaufen haben. Das wichtigste Ziel dieser Phase-2-Studie ist die Bestimmung der objektiven Tumoransprechrate bei der Behandlung dieser Patientengruppe mit Satraplatin. Die Studie wird voraussichtlich 80 Patientinnen umfassen. Satraplatin gehört zur Medikamentenklasse der Platin-Derivate. Im Gegensatz zu den derzeit verfügbaren Vertretern dieser Wirkstoffklasse, die alle intravenös verabreicht werden müssen, können Patienten Satraplatin als Kapsel zu Hause einnehmen. Ein orales Platinderivat könnte entscheidende Vorteile bei verschiedenen Anwendungen bieten, wie etwa eine einfachere Verabreichung sowie erhöhte Patientenfreundlichkeit. Das Präparat befindet sich bereits in einer Phase-3-Zulassungsstudie als Zweitlinien-Chemotherapie zur Behandlung von hormonresistentem Prostatakrebs. GPC Biotech führt zudem weitere klinische Studien durch, die das Potenzial von Satraplatin in verschiedenen anderen Tumorarten untersuchen sollen.

Das Biotechnologie-Unternehmen MediGene AG (ISIN DE0005020903/ WKN 502090) meldete heute die Geschäftszahlen für die ersten neun Monate 2005 und bestätigte die Jahresprognose. Die Gesamterlöse betrugen im dritten Quartal 3,69 Mio. Euro (Vorjahr: 2,64 Mio. Euro) bzw. in den ersten neun Monaten 8,64 Mio. Euro (Vorjahr: 11,47 Mio. Euro). Die Erlöse stammen nahezu ausschließlich aus der Kommerzialisierung des Medikaments EligardÒ und setzen sich aus Produktumsätzen sowie Lizenz- und Meilensteinzahlungen zusammen, die MediGene vom Vermarktungspartner Astellas Pharma Europe Ltd. erhält. Die höheren Umsätze der ersten neun Monate 2004 beruhen auf der einmaligen Verbuchung von Voraus- und Meilensteinzahlungen nach Abschluss der EligardÒ-Vermarktungspartnerschaft. Das Bruttoergebnis erhöhte sich im dritten Quartal auf 919.000 Euro (Vorjahr: 844.000 Euro). Auf Neun-Monats-Basis verringerte es sich dagegen auf 4,59 Mio. Euro (Vorjahr: 6,42 Mio. Euro). Ursache hierfür sind höhere Einmalzahlungen, die im ersten Halbjahr 2004 vereinnahmt wurden. Im dritten Quartal 2005 wurde ebenso wie im Vergleichsquartal des Vorjahres keine Meilensteinzahlung verbucht.

Die init innovation in traffic systems AG (ISIN DE0005759807/ WKN 575980) meldete heute, dass ihre nordamerikanische Tochter INIT Inc. von der Metropolitan Transportation Authority von New York ausgewählt wurde, Access-a-Ride Fahrzeuge mit intelligenter Technologie auszurüsten. Der entsprechende Vertrag mit einem Volumen von über 16 Mio. Dollar soll in den nächsten Wochen unterzeichnet werden. Die Fahrzeuge werden von der MTA New York City Transit?s Department of Buses Paratransit-Abteilung betrieben. Die Paratransit Abteilung bietet für Personen, die Linienbusse und U-Bahnen nicht benutzen können, einen Tür-zu-Tür Beförderungsservice, der an Werktagen von durchschnittlich 14.732 Fahrgästen genutzt wird. Zunächst werden 1.329 Access-a-Ride Fahrzeuge mit COPILOTpc, der neuesten Bordrechnergeneration, die auf Windows XP embedded basiert, ausgerüstet. Mit Hilfe satellitengestützter Ortung (GPS) und Datenfunkübertragung ermöglicht das automatische Fahrzeugortungs- und Überwachungssystem eine effizientere Steuerung und Optimierung des Paratransit Verkehrs im laufenden Betrieb.

Der Halbleiterhersteller Silicon Sensor International AG (ISIN DE0007201907/ WKN 720190) verbuchte in den ersten neun Monaten 2005 einen Umsatzrückgang. Wie das Unternehmen heute mitteilte, verringerten sich die Umsatzerlöse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 11 Prozent von 10,6 Mio. auf 9,4 Mio. Euro. Das operative Ergebnis EBIT nahm um 21 Prozent von 1,55 Mio. Euro auf 1,22 Mio. Euro ab. Ferner reduzierte sich das Ergebnis nach Zinsen und Steuern auf 845.000 Euro, nach 910.000 Euro im Vorjahreszeitraum. Der Gewinn je Aktie betrug 0,34 Euro und lag damit 4 Cent unter dem Vorjahresniveau. Der Auftragsbestand im Konzern für die nächsten zwölf Monate reduzierte sich ohne Hinzurechnung eines Großauftrages aus der Automobilindustrie stichtagsbezogen um 14 Prozent auf 7,72 Mio. Euro. Die Geschäftsentwicklung des Silicon Sensor Konzerns in den ersten neun Monaten des Berichtszeitraumes wurde unter anderem durch die erstmalige Anwendung von IFRS 2, die Ablösung von Pensionsverpflichtungen, die Umstellung von Produktsortimenten bei den Kunden sowie die mit dem Erwerb der MPD verbundenen einmaligen Aufwendungen ungünstig beeinflusst. Weiter hob das Unternehmen seine Prognosen bei Umsatz und Gewinn für das Jahr 2005 auf 16 Mio. Euro und 56 Cent pro Aktie an. Für das kommende Jahr erwartet Silicon Sensor einen Umsatz von etwa 30 Mio. Euro und ein EBIT von etwa 3,5 Mio. Euro. Zu dem Wachstum wird dann auch die übernommene PD Microelectronic Packaging Dresden GmbH beitragen.

Die PRO DV Software AG (ISIN DE0006967805/ WKN 696780) musste in den ersten neun Monaten aufgrund von Investitionen in die Wettbewerbsfähigkeit der Gesellschaft einen Ergebnisrückgang hinnehmen. Wie der IT-Spezialist für prozessoptimierende und geobasierte Businesslösungen heute auf Basis vorläufiger Berechnungen bekannt gab, verbuchte man beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in den ersten drei Quartalen ein Minus von 3,41 Mio. Euro, nachdem im Vorjahreszeitraum ein Verlust von 1,38 Mio. Euro angefallen war. Die Gesamtleistung verringerte sich von 12,30 Mio. Euro auf 8,94 Mio. Euro. Das Ergebnis wurde dabei durch umfangreiche nicht aktivierte Vorleistungen in der Produktentwicklung belastet. Durch diese Investitionen in die Wettbewerbsfähigkeit der Gesellschaft wurde eine geringere Gesamtleistung und damit einhergehend ein niedrigeres Ergebnis gegenüber dem Vorjahreszeitraum in Kauf genommen, teilte die Gesellschaft weiter mit. Für das Gesamtjahr hält PRO DV aufgrund sich abzeichnender Lizenzgeschäfte unverändert an den bisherigen Prognosen fest.

Das Berliner Molekulardiagnostik-Unternehmen Epigenomics AG (ISIN DE000A0BVT96/ WKN A0BVT9) wies im dritten Quartal 2005 einen Verlust aus. Unternehmensangaben zufolge gingen die Umsatzerlöse aufgrund einmaliger Meilensteine im dritten Quartal 2004 um nahezu 28 Prozent auf 2,11 Mio. Euro zurück. Hauptsächlich ergaben sich die Umsatzerlöse aus den laufenden Partnerschaften mit Roche Diagnostics sowie QIAGEN, Philip Morris, Pfizer und Biogen Idec. Der operative Verlust vor Zinsen und Steuern (EBIT) entsprach mit 3,03 Mio. Euro den Erwartungen und blieb im Rahmen der Prognose für das Gesamtjahr. Der Fehlbetrag belief sich auf 2,77 Mio. Euro (Vorjahresquartal: 2,61 Mio. Euro) bzw. 0,17 Euro pro Aktie (0,16 Euro). Zum 30. September 2005 verringerten sich die liquiden Mittel, kurzfristigen Investitionen und marktgängigen Wertpapiere auf 34,22 Mio. Euro, im Vergleich zu 41,04 Mio. Euro Ende Dezember 2004. Im Einklang mit früheren Prognosen rechnet Epigenomics für das Geschäftsjahr 2005 mit Umsatzerlösen zwischen 8,5 und 10 Mio. Euro. Das EBIT wird erwartungsgemäß und ebenfalls in Übereinstimmung mit früheren Aussagen deutlich unter dem des Vorjahres liegen, hier wird nach derzeitiger Einschätzung mit -10,5 bis -12 Mio. Euro gerechnet.

Der Windpark-Spezialist Plambeck Neue Energien AG (ISIN DE0006910326/ WKN 691032) meldete heute, dass er die vollständige Tochter Plambeck Norderland GmbH zum 31. Oktober 2005 auf die Muttergesellschaft verschmolzen hat. Aufgabe der Plambeck Norderland GmbH war die Akquisition und Realisierung von Windpark-Projekten onshore. Die Verschmelzung auf die Muttergesellschaft erfolgte im Zuge der Konzentration des Plambeck-Konzerns auf das Kerngeschäft Windenergie onshore und offshore in Deutschland und dient der weiteren Verschlankung des Unternehmens sowie der Verbesserung seiner Transparenz. Nach den Verkäufen des Solar-Bereiches sowie der Beteiligung am französischen Windpark-Projektierer Ventura war es nicht mehr erforderlich, die Windpark-Projektierung durch ein eigenes Unternehmen durchzuführen. Mit der Verschmelzung gehen Aufgaben, Projekte und Mitarbeiter auf die Plambeck Neue Energien AG über. Projektierung und Realisierung der Windpark-Projekte können damit kontinuierlich fortgeführt werden.

Der Software-Konzern Nemetschek AG (ISIN DE0006452907/ WKN 645290) verbuchte in den ersten neun Monaten ein deutliches Umsatz und Ergebnisplus. Wie der Technologieanbieter für das Planen, Bauen und Nutzen von Immobilien heute bekannt gab, lag das Betriebsergebnis (EBITA) bei 7,0 Mio. Euro, was im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (5,6 Mio. Euro vor Firmenwertabschreibungen) einem Anstieg von 25,1 Prozent entspricht. Der Konzernüberschuss konnte auf 5,4 Mio. Euro verbessert werden, nachdem in der Vorjahresperiode ohne die Berücksichtigung von Firmenwertabschreibungen ein Plus von 4,3 Mio. Euro erwirtschaftet worden war. Das Ergebnis je Aktie verbesserte sich von 0,45 Euro (vor Firmenwertabschreibungen) auf 0,56 Euro. Beim Konzernumsatz verbuchte Nemetschek einen Anstieg von 68,4 Mio. Euro auf 69,5 Mio. Euro. Das Geschäftsjahr 2005 will Nemetschek innerhalb der Planungen mit einem zweistelligen Wachstum beim Betriebsergebnis und einem leichten Umsatzanstieg abschließen, teilte der Konzern weiter mit.

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