25.09.2006 10:21
Drucken |

Schrift:

TecDAX am Morgen: Deutliche Kursgewinne, GPC Biotech +46 Prozent, Solarwerte gefragt

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Nach den deutlichen Abschlägen der vergangenen Tage setzt der TecDAX zum Wochenauftakt zur Erholung an, aktuell legt der Technologieindex 1,89 Prozent zu und notiert damit bei 639,25 Punkten. Als Triebfeder erweisen sich dabei insbesondere die zuletzt stark gemiedenen Solarwerte.

Papiere von GPC Biotech verzeichnen im frühen Handel satte Gewinne. Nachdem das Unternehmen positive Ergebnisse der Phase-3-Zulassungsstudie SPARC bekannt gegeben hat, schießt der Titel aktuell um 46 Prozent nach oben. Im Solarsektor preschen ErSol um 6,1 Prozent, Conergy um 3,8 Prozent und SolarWorld um 3,4 Prozent vor. Deutliche Aufschläge verzeichnen außerdem Q-Cells und Nordex.

Ein weiterer Gewinner ist das MorphoSys-Papier, derzeit schiebt sich der Titel um mehr als 2 Prozent vor. Der Biotechnologiekonzern gab heute bekannt, dass man einen Auftrag als exklusiver Anbieter für ein Projekt im Bereich des Schutzes vor biologischen Waffen vom USAMRIID erhalten hat. Gegen den positiven Trend büßen IDS Scheer und JENOPTIK leicht ein.

Die GPC Biotech AG (ISIN DE0005851505/ WKN 585150) gab heute mit der Pharmion Corp. (ISIN US71715B4095/ WKN 769126) positive Ergebnisse der doppelt verblindeten, randomisierten Phase-3-Zulassungsstudie SPARC (Satraplatin and Prednisone Against Refractory Cancer) bekannt. Die Studie untersucht Satraplatin in Kombination mit Prednisone im Vergleich zu Placebo in Kombination mit Prednisone als eine Zweitlinien-Chemotherapie bei 950 Patienten mit hormonresistentem Prostatakrebs. Die Studiendaten zeigen, dass die Ergebnisse für das progressionsfreie Überleben (die Zeitspanne bis zum Krankheitsfortschritt) unter Anwendung der im Studienprotokoll vorgesehenen "Log-Rank"-Analyse statistisch hoch signifikant sind (p<0,00001). Das progressionsfreie Überleben ist der primäre Endpunkt der SPARC-Studie für ein beschleunigtes Zulassungsverfahren in den USA und dient zudem als Basis für den Zulassungsantrag in Europa. Durch die im Studienprotokoll spezifizierte "Hazard Ratio", die das Gesamtrisiko eines Krankheitsfortschritts misst, konnte gezeigt werden, dass Patienten der SPARC-Studie, welche mit Satraplatin plus Prednisone behandelt wurden, gegenüber Patienten, die Prednisone plus Placebo erhielten, ein um 40 Prozent verringertes Risiko eines Krankheitsfortschritts hatten (Hazard Ratio 0,6; 95 Prozent Konfidenzintervall: 0,5-0,7). Die Verlängerung des progressionsfreien Überlebens bei den mit Satraplatin behandelten Patienten wurde deutlicher, je länger die Patienten behandelt wurden. Da noch ungefähr die Hälfte aller Patienten der Studie am Leben ist, erwarten die Unternehmen die finalen Überlebensdaten nun im Herbst 2007 und nicht, wie ursprünglich mitgeteilt, Mitte des Jahres 2007. Wie erwartet, waren die häufigsten Nebenwirkungen in der Satraplatin-Gruppe Myelosuppression (verminderte Funktion des Knochenmarks, wie z.B. verminderte Anzahl von Blutplättchen oder weißen Blutkörperchen) und Beschwerden des Magen-Darm-Trakts, wie Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall. Diese Nebenwirkungen waren vorwiegend schwach bis moderat. GPC Biotech plant nun, die nächsten Schritte mit der US-Zulassungsbehörde FDA einzuleiten, um die Einreichung des kompletten Zulassungsantrags für die Vermarktung von Satraplatin bis Ende 2006 abzuschließen. Pharmion beabsichtigt, den Antrag zur Marktzulassung bei der europäischen Zulassungsbehörde EMEA im ersten Halbjahr 2007 einzureichen.

Der Biotechnologiekonzern MorphoSys AG (ISIN DE0006632003/ WKN 663200) gab heute bekannt, dass ihre Geschäftseinheit AbD Serotec einen Auftrag als exklusiver Anbieter für ein Projekt im Bereich des Schutzes vor biologischen Waffen vom USAMRIID erhalten hat. Wie der im TecDAX notierte Konzern erklärte, hat das USAMRIID, eine Organisation der Abteilung für Medizinische Forschung und Ausrüstung des US-Heeres und führendes medizinisches Forschungsinstitut für das US-Verteidigungsprogramm gegen Bioterrorismus, vollständig-menschliche, rekombinante Forschungsantikörper gegen fünf bakterielle Toxine angefordert. AbD Serotec wird diese mit Hilfe der HuCAL GOLD Antikörperbibliothek von MorphoSys entwickeln. Finanzielle Einzelheiten des Vertrags wurden nicht veröffentlicht. Bei biologischen Toxinen aus lebenden Organismen wie Bakterien und anderen Mikroorganismen sowie Pflanzen handelt es sich um Substanzen, die potenziell als bioterroristische Waffen eingesetzt werden könnten. Die HuCAL-Antikörper sollen die Entwicklung von Gegenmaßnahmen für diese biologischen Toxine unterstützen oder könnten selbst als therapeutische Wirkstoffe fungieren.

Der Solartechnikkonzern Conergy AG (ISIN DE0006040025/ WKN 604002) gab heute bekannt, dass er im September über seine Auslandsniederlassungen neue Aufträge mit einem Umsatzvolumen von 207,4 Mio. Euro erhalten hat. Zu den Aufträgen zählen Photovoltaik-Projekte mit einem Volumen von 25,8 Megawatt, was einem Umsatzvolumen von 150,6 Mio. Euro entspricht. Die Lieferung der maßgeschneiderten Solarsysteme und PV-Großprojekte erfolgt überwiegend in das europäische Ausland mit Schwerpunkt Spanien und werden bis Ende 2007 an das Stromnetz angeschlossen. Darüber hinaus konnten Aufträge für Windkraftanlagen in Europa über 56,8 Mio. Euro verbucht werden, die ebenfalls in 2007 umgesetzt werden. Zusammen ergeben die Aufträge schon jetzt annähernd den geplanten Auslandsumsatz der Conergy Gruppe in 2006. Conergy befindet sich damit auf direktem Kurs, seinen Auslandsumsatz auf über 50 Prozent im Jahr 2008 zu steigern.

Das Netzwerktechnik-Unternehmen ADVA AG Optical Networking (ISIN DE0005103006/ WKN 510300) teilte heute mit, dass es mit der französischen InfoVista S.A. (ISIN FR0004031649/ WKN 501946) eine globale Kooperation vereinbart hat. Im Rahmen der Vereinbarung wird die Performance-Management-Lösung VistaInsight for Networks von InfoVista mit der Etherjack-fähigen FSP 150-Produktfamilie von ADVA kombiniert. Mit dieser integrierten Lösung werden Service-Provider künftig Leistungsvereinbarungen (Service Level Agreements) mit einer hohen, garantierten Dienstgüte für intelligente Ethernet-Dienste anbieten können, deren Einhaltung für den Kunden durch Echtzeit-Zugriff auf Daten zur Dienstgüte direkt überprüfbar ist. Dadurch wird ein letzter Schwachpunkt der Ethernet-Technologie beseitigt, der einem flächendeckenden Angebot von Ethernet-Diensten bisher noch im Wege stand. (25.09.2006/ac/n/m)

Aktien in diesem Artikel

Was denken Sie über die KfW?
Wichtige Institution
Stümperhafte Vorstände
Sollte abgeschafft werden
Milliardengrab für Steuergelder
Muss umgebaut werden




Wie bewerten Sie diese Seite?   sehr gut        schlecht
 

Anzeige

Anzeige