LONDON (dpa-AFX) - Der zweitgrößte europäische Reiseveranstalter Thomas Cook prüft Alternativen zum Verkauf seiner deutschen Fluglinie Condor an die Fluggesellschaft Air Berlin. Angesichts der Verzögerungen bei der Prüfung durch das Bundeskartellamt und der sich verändernden wirtschaftlichen Entwicklung prüfe man gemeinsam mit Air Berlin die Machbarkeit der Fusion, teilte Thomas Cook am Dienstag in London mit. Zudem denke das Thomas-Cook-Management inzwischen über Alternativen zu dem geplanten Zusammenschluss nach. Condor sei eine starke Sparte mit großem Potenzial. Zudem gab Thomas Cook eine Veränderung im Management bekannt. Finanzvorstand Ludger Heuberg legt seinen Posten zum Monatsende nieder und geht zurück nach Deutschland. Dort übernimmt er den Angaben zufolge die gleiche Funktion für die Kontinentaleuropa-Tochter. Als Grund für den Wechsel nannte Thomas Cook persönliche und familiäre Gründe. Heubergs Nachfolger auf Konzernebene wird ab 1. Juli Jürgen Büser.
Trotz der hohen Ölpreise und einer schwierigeren wirtschaftlichen Entwicklung hält Thomas Cook an dem bestehenden Zielen fest. Weiterhin soll bis zum Geschäftsjahr 2009/10 ein operativer Gewinn von mehr als 480 Millionen britischen Pfund erreicht werden, so der Konzern. Die Synergien aus der Fusion der früheren Thomas Cook AG mit MyTravel sollen sich bis zum Geschäftsjahr 2009/10 nachwievor auf mehr als 155 Millionen Pfund belaufen. Thomas Cook stellt sein Geschäftsjahr von Ende Oktober auf Ende September um. Daher hatte das Unternehmen bereits vor einem Monat Pro-forma-Halbjahreszahlen veröffentlicht. Zudem wird die Rechnungslegung nun von Euro auf Pfund umgestellt. Daher verändern sich auch die Werte bei den Zielen, die inhaltlich aber gleich bleiben sollen.
In den sechs Monaten bis Ende April baute Thomas Cook seinen Umsatz auf vergleichbarer Basis um sieben Prozent auf 2,965 Milliarden britische Pfund (3,75 Mrd Euro) aus. Der bereinigte operative Verlust verringerte sich um 15 Prozent auf 177,5 Millionen Pfund. Thomas Cook ist an der Londoner Börse notiert und gehört zu 52 Prozent dem im MDAX notierten Handels- und Touristikkonzern Arcandor ./stw/she