LONDON (dpa-AFX) - Der Industriekonzern ThyssenKrupp will angesichts der weiter steigenden Rohstoffkosten seine Stahlpreise zum vierten Geschäftsquartal noch einmal kräftig erhöhen. Die Preise für Flachstahl sollten nach den Erhöhungen zum April ab Juli noch einmal im Schnitt um 120 bis 130 Euro pro Tonne angehoben werden, sagte Finanzchef Ulrich Middelmann am Freitag auf der Investorenkonferenz in London. Zudem kündigte er an, bestehende Jahres- und Halbjahresverträge nachzuverhandeln. "Wir bemühen uns sehr darum." Außerdem müsse ThyssenKrupp die Bedeutung eines Kunden in der Zukunft berücksichtigen.
ThyssenKrupp hatte im März bereits neue Preisrunden für April und Juli angekündigt. Zum ersten April wurde der Preis für die Tonne Stahl um 100 Euro erhöht. Die Stahlkocher haben mit dramatisch gestiegenen Rohstoffkosten zu kämpfen: Eisenerz wurde in diesem Frühjahr um 65 Prozent teurer, Kokskohle sogar um 200 Prozent.
Middelmann wiederholte noch einmal, dass ThyssenKrupp in diesem Jahr nicht in der Lage sei, die Anhebungen auf Rohstoffseite komplett an die Kunden weiterzugeben. 60 Prozent der Preisverträge von ThyssenKrupp mit seinen Kunden sind Ein- oder Mehrjahresverträge. Nur zehn Prozent der Verkäufe können über Spotmarktpreise abgewickelt werden./sb/zb