09.01.2009 13:06
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Trichet drängt auf größere Rolle der EZB bei der Bankenaufsicht

   PARIS (Dow Jones)--Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, hat am Freitag die Forderung nach einer zentraleren Rolle der EZB bei der Bankenaufsicht verstärkt. Die EZB-Statuten ebneten der Notenbank hierfür einen Weg, sagte Trichet auf einem Wirtschaftsforum in Paris. Er verwies diesbezüglich auf den Artikel 105 (6) des Maastrichter Vertrages. "Wir denken darüber nach; wir werden sehen, ob wir bei der Aufsicht tatsächlich von Nutzen sein können", sagte Trichet. Die Überlegungen hierzu seien aber in einer Frühphase.

   Trichet betonte, dass es eine Option für Europa sei, die Bankenaufsicht zwar "weitgehend zu dezentralisieren", dabei könnte aber eine zentrale Behörde - wie die EZB - als "Schiedsrichter" agieren, um Konflikte zwischen nationalen Regulierern zu schlichten. Hier sei auch schon beträchtlicher Fortschritt durch die Schaffung von grenzüberschreitenden Aufsichtsgremien ("colleges of supervisors") für einzelne Finanzinstitutionen geschaffen worden, so Trichet weiter.

   Anfang dieser Woche hatte bereits EZB-Vizepräsident Lucas Papademos in einem Magazin-Interview eine wichtigere Rolle für die Notenbank bei der Bankenaufsicht gefordert. Auch EZB-Direktoriumsmitglied Lorenzo Bini Smaghi hatte sich hierfür stark gemacht.

   Trichet verwies am Freitag auch darauf, dass das globale Finanzsystem einer "global koordinierten Antwort" auf die Finanzkrise bedürfe. Die Banken- und Finanzaufsicht sollte dabei aber vorsichtig sein, den gegenwärtigen weltweiten Konjunkturabschwung nicht durch zu strenge Anforderungen an die Banken noch zu verstärken. Der EZB-Präsident unterstrich dennoch die Notwendigkeit, "in den Banken und Finanzinstitutionen effizientere interne Risikomessungs- und Kontrollsysteme zu schaffen".

Webseite: http://www.ecb.int

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   January 09, 2009 06:33 ET (11:33 GMT)

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