13.05.2008 13:42
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UPDATE2: Celesio setzt Fragezeichen hinter Ergebnisprognose

   (NEU: Weitere Details)

Von Richard Breum

   DOW JONES NEWSWIRES

DÜSSELDORF (Dow Jones)--Wegen etlicher Sonderbelastungen ist der Gewinn der Celesio AG im ersten Quartal eingebrochen. So ging das operative Ergebnis EBIT um ein Drittel auf 122 Mio EUR zurück, wie der Stuttgarter Pharmagroßhändler am Dienstag mitteilte. Der Umsatz sank auf 5,4 (Vorjahr: 5,6) Mrd EUR und der Überschuss halbierte sich in etwa.

   Der Rückgang fiel damit deutlicher aus, als die von Dow Jones Newswires befragten Analysten im Schnitt erwartet hatten. Die Prognose für das operative Ergebnis 2008 bestätigte das MDAX-Unternehmen zwar, versah sie aber mit einen Fragezeichen.

   Zu den Belastungen im Auftaktquartal zählen gekürzte Vergütungen in Großbritannien und die Abwertung des britischen Pfundes gegenüber dem Euro. Zudem wird der Großhandel in Großbritannien davon beeinträchtigt, dass Pharmakonzerne auf einen Direktvertrieb setzen und den Großhandel umgehen. Im deutschen Großhandel herrscht darüber hinaus starker Wettbewerbs- und Margendruck.

   Der Ergebnisrückgang fällt auch deshalb so deutlich aus, weil es die diversen Belastungen zu Beginn des Jahres 2007 noch nicht gab. Sie setzten vor allem im zweiten Halbjahr ein und dauern an, so dass das jetzige Quartal mit einer noch weitgehend unbeeinträchtigten starken ersten Periode 2007 verglichen wird. Ohne die Ausnahmeeffekte in Großbritannien und Deutschland habe sich das operative Ergebnis gut entwickelt, betonte Celesio.

   Besonders schwach zeigte sich im ersten Quartal das Großhandelsgeschäft in Deutschland: Der im Vergleich zum Vorjahr fast vollständig fehlende Ergebnisbeitrag dieses Bereichs habe maßgeblich zur rückläufigen Entwicklung beigetragen. Der Rabattwettbewerb habe ein Niveau erreicht, "auf dem im deutschen Pharmagroßhandel wohl niemand mehr ein profitables Handelsgeschäft betreiben kann", klagte Celesio.

   Man gewinne aber in Deutschland nach und nach die Marktanteile zurück, die man verloren habe, weil Apotheker nach dem Erwerb der Apothekenkette DocMorris im vergangenen Jahr zu Wettbewerbern gewechselt waren. Das Konzept von DocMorris, das neben dem Versandgeschäft unabhängigen deutschen Apotheken eine so genannte Markenpartnerschaft anbietet, habe sich im ersten Quartal weiter positiv entwickelt. Derartige Apotheken seien jetzt flächendeckend in allen Bundesländern vertreten.

   Das Unternehmen erwartet weiterhin für das Gesamtjahr einen steigenden Umsatz und ein operatives Ergebnis auf Vorjahresniveau, hat aber ein größeres Fragezeichen hinter die Ergebnisprognose gesetzt als bislang. Das operative Ergebnis (EBITDA) soll zwar währungsbereinigt weiterhin in etwa das Vorjahresniveau erreichen.

   Ob das Ziel erreicht wird, sieht das Management aber etwas kritischer als bislang: "Ob dies möglich sein wird, hängt maßgeblich von der Entwicklung im deutschen Großhandelsgeschäft ab", teilte Celesio mit. Das Wort "maßgeblich" macht das bisherige Fragezeichen etwas größer; bisher hatte Celesio darauf verwiesen, dass das Erreichen des Zieles vom Rabattbewerb abhängt.

   Das Management erwartet zudem, dass der Erlös währungsbereinigt im niedrigen einstelligen Prozentbereich gegenüber dem Vorjahr zunimmt. Dies werde nur dadurch möglich sein, dass der Apothekenbereich deutlich schneller als der Markt wachse. Der Rohertrag werde verhältnismäßig in etwa mit dem Umsatz wachsen.

   Die staatlichen Maßnahmen aus dem Jahr 2007 vor allem in Großbritannien werden das gesamte Jahr 2008 stark beeinflussen, warnt das Management. Offen sei, wie sich "der nicht vertretbare Rabattwettbewerb und der dadurch verursachte Rohertragsverfall im deutschen Großhandel" entwickeln werden.

   Aufgrund zusätzlicher Finanzierungskosten, des fehlenden positiven Effekts aus dem Auslaufen einer Zinssicherung sowie leicht höherer Abschreibungen könne das währungsbereinigte Ergebnis vor Steuern des Vorjahres voraussichtlich nicht erreicht werden.

   Im Vergleich zum Vorjahr werde das erste Halbjahr des Jahres 2008 deutlich schwächer ausfallen. Das zweite Halbjahr soll sich aber vergleichsweise besser entwickeln. Der Vorstand geht davon aus, dass Lloydspharmacy, die britische Apothekenkette von Celesio, die Auswirkungen der staatlichen Eingriffe zum Teil kompensiert und dass der deutsche Großhandel Profitabilität zurückgewinnt. Der Vorstand bekräftigte zudem seinen Optimismus, dass Celesio "ab 2009 das nachhaltige und profitable Wachstum fortsetzen wird".

   Am Finanzmarkt wurde die Quartalsbilanz negativ aufgenommen. Die Celesio-Aktie, die sich in den vergangenen beiden Monaten bereits deutlich schwächer entwickelt hatte als das Börsensegment MDAX und im ersten Quartal insgesamt rund 26% abgesackt war, gab bis gegen 13.38 Uhr 6,1% ab auf 25,42 EUR.

   In einer Einschätzung der Landesbank Baden-Württemberg heißt es, besonders enttäuschend sei das operative Ergebnis. Insgesamt seien die Zahlen deutlich schwächer als von der Bank und dem Markt erwartet.

Webseite: http://www.celesio.de/

-Von Richard Breum, Dow Jones Newswires; +49 (0) 211 - 13872 15, richard.breum@dowjones.com DJG/rib/rio (END) Dow Jones Newswires

   May 13, 2008 07:41 ET (11:41 GMT)

   Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc.- - 07 41 AM EDT 05-13-08

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