25.04.2008 14:42
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UPDATE2: Conti sieht sich nach erstem Quartal auf Kurs

   (NEU: Aussagen zur Dividende, Verkaufsoptionen)

Von Katharina Becker

   DOW JONES NEWSWIRES

HANNOVER (Dow Jones)--Trotz laufender Sanierung der schwächelnden Antriebssparte Powertrain und steigender Rohstoffpreise ist die Continental AG solide in das neue Jahr gestartet. "Wir sehen uns durch die Daten und Fakten des ersten Quartals eindeutig auf Kurs", die Ziele für das Gesamtjahr zu erreichen, sagte der Vorstandsvorsitzende Manfred Wennemer am Freitag auf der Hauptversammlung. Der Hannoveraner Automobilzulieferer will am Dienstagmorgen seine Erstquartalszahlen vorlegen.

   Der Conti-Manager hatte bereits erklärt, dass die ersten zwei Monate bei Umsatz und Ergebnis klar über den Plandaten lagen. Analysten erwarteten für März einen leichten Einbruch, weil der Monat durch das frühe Osterfest weniger Arbeitstage hatte als im Vorjahr.

   Wennemer erwartet Umsatzwachstum in den kommenden Jahren vor allem in Asien. "Wir wollen an der dort absehbaren positiven Nachfrageentwicklung nach Automobilen partizipieren und bis 2015 in dieser Region einen Umsatzanteil von 20% bis 25% erreichen", sagte er. Ziel sei ein profitables Wachstum. "Wir halten nichts davon, uns in Wachstum einzukaufen - zum Preis dauerhaft unbefriedigender Margen oder gar roter Zahlen."

   Von der Finanzkrise in den USA und der drohenden Rezession sieht sich Conti weniger betroffen als befürchtet. "Der Markt ist robuster als wir eigentlich gedacht haben", sagte Finanzvorstand Alan Hippe am Rande der Hauptversammlung. "Wir sind relativ weit unten angekommen. Aber es gibt Signale, dass sich die Situation in den USA stabilisiert", sagte Hippe weiter. Das Geschäft mit Pkw-Reifen in den USA laufe "durchaus erfreulich".

   Angesichts der stark gestiegenen Rohstoffpreise wollte der Hannoveraner Automobilzulieferer weitere Preiserhöhungen bei Reifen, auch Nutzfahrzeugreifen, nicht ausschließen. Die Hannoveraner hatten erst im vergangenen Jahr höhere Preise durchgesetzt.

   Continental - nach der Übernahme der ehemaligen Siemens-VDO fünftgrößter Automobilzulieferer der Welt - will im laufenden Jahr einen Gesamtumsatz von mehr als 26,4 Mrd EUR erzielen, bekräftigte Wennemer. Dabei soll die Rendite auf EBIT-Ebene vor Abschreibungen auf Vermögenswerte aus der Kaufpreisallokation (PPA) sowie Restrukturierungs- und Integrationskosten mehr als 9,3% betragen.

   Für das vergangene Geschäftsjahr will Continental seinen Aktionären eine Dividende von 2 EUR zahlen. Um den Schuldenberg von knapp 11 Mrd EUR nach der Übernahme von Siemens VDO abzubauen, soll der Aktionärsbonus in den kommenden zwei Jahren nicht steigen, sagte Wennemer und schloss auch eine Senkung nicht aus. "Das Ziel sind die 2 EUR, aber wir halten uns die Hintertür offen."

   An der Börse sorgten Wennemers Äußerungen für Kauflaune. Der Kurs der Continental-Aktie stieg nach Verlusten in den vergangenen Wochen am Freitag bis 13.37 Uhr in einem sehr festen Umfeld um 2,4% auf 78,33 EUR.

   Um seine strategischen Ziele zu erreichen, will sich der DAX-Konzern in den kommenden Jahren auf das Kerngeschäft konzentrieren. Angesichts der breiten Produktpalette für die Automobilindustrie müsse Continental "sehr genau darauf achten, dass wir nicht zu breit aufgestellt sind", sagte Wennemer. "Wir wollen ein fokussiertes und effizientes Unternehmen bleiben." Daher würden Bereiche abgestoßen, die nicht zum Kerngeschäft gehörten.

   Für den angestrebten Verkauf ihrer Kraftstoffsparte führe Continental aber noch keine konkreten Gespräche mit potenziellen Erwerbern. Es gebe Interessenten, aber noch keine konkreten "Verhandlungen mit Aussicht auf eine Einigung in absehbarer Zeit", sagte Wennemer.

   Die Hannoveraner hatten in der vergangenen Woche angekündigt, nach dem Verkauf der Elektromotorensparte auch Fuel Supply Systems mit einem Jahresumsatz von 450 Mio EUR zu veräußern. Bis zum Jahresende soll ein Käufer gefunden sein.

   Das Geschäft mit Systemen zur Kraftstoffförderung und Tankentlüftung, das der Antriebssparte Powertrain zugeordnet ist, gehört für Conti nicht zu den Kernaktivitäten und erfüllt auch nicht die Renditeerwartungen von 10%. Weltweit beschäftigt der Konzern rund 3.500 Mitarbeiter in diesem Bereich. Entwickelt und gefertigt wird an mehr als zehn Standorten.

   Den größten Teil des Bereichs bekam Continental im Rahmen der Übernahme von Siemens VDO im Herbst vergangenen Jahres. Mit der mit 11,4 Mrd EUR größten Akquisition in der Konzerngeschichte stieg Continental zum weltweit fünftgrößten Automobilzulieferer nach Umsätzen auf.

   Wennemer zieht weitere Verkäufe in Betracht, zum Beispiel den Ausstieg aus dem Nutzfahrzeug-Reifengeschäft. Sollte der Bereich das vorgegebene Renditeziel von 10% nicht erreichen, käme ein Verkauf in Betracht, sagte Wennemer. Auf dem Verkaufszettel stehe auch die Dichtungstechnik, die seit der Übernahme der Phoenix AG zum Konzern gehört. Die Sparte habe jedoch große Forschritte gemacht. "Dafür wollen wir einen guten Preis", sagte er.

Webseite: http://www.conti-online.de/

-Von Katharina Becker, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 - 29725 112, katharina.becker@dowjones.com DJG/kat/rio (END) Dow Jones Newswires

   April 25, 2008 08:40 ET (12:40 GMT)

   Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc.- - 08 40 AM EDT 04-25-08

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