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UPDATE2: Deutsche Autobauer legen gegen den Trend in den USA zu
Von Katharina Becker DOW JONES NEWSWIRES FRANKFURT (Dow Jones)--Die deutschen Automobilbauer haben sich im Mai gegen den anhaltenden Abwärtssog auf dem hart umkämpften US-Markt gestemmt. Daimler, BMW und Volkswagen verkauften teilweise sogar mehr als im Vorjahresmonat. Dagegen meldeten die drei großen US-Hersteller General Motors Corp (GM), Ford Motor Corp und Chrysler Corp Einbrüche von bis zu einem Viertel, sogar die Toyota Motor Corp musste Federn lassen.
Die Folgen der Finanzmarktkrise und die anhaltend hohen Benzinpreise hatten die Verkäufe auf dem weltgrößten Automarkt im Mai erneut ausgebremst. Insgesamt schrumpfte der Absatz um knapp 11%. Während selbst das Luxussegment nicht länger von der Krise verschont blieb, hielt der Trend zu spritsparenden, kleineren Fahrzeugen an.
So verkaufte die Tochter der Wolfsburger Volkswagen AG, Volkswagen of America, vor allem wegen des beliebten Passat, des Cabrios Eos und des Käfer-Nachfolgers New Beetle mit 22.346 Fahrzeugen geringfügig mehr als im Vorjahresmonat. Dagegen bekam die Volkswagen-Tochter Audi AG die zunehmende Abneigung der US-Bürger gegen Fahrzeuge mit hohem Verbrauch zu spüren. Zwar überzeugte der A4 gut ein Fünftel mehr Kunden als im Vorjahresmonat. Der Zuwachs konnte den Einbruch beim Geländewagen Q7 jedoch nicht wettmachen. Audi verkaufte mit 8.534 Automobilen 2,9% weniger als im Mai 2007.
Die Daimler-Tochter Mercedes-Benz USA verkaufte mit 24.480 Einheiten 12,4% mehr Fahrzeuge als im Mai 2007. Das Luxussegment ist jedoch keinesfalls immun gegen die Konjunkturschwäche. Denn Mercedes-Benz verdankt den Zuwachs vor allem dem Kleinwagen smart: Während sich der Zweisitzer kurz nach der Markteinführung im Mai 2.695 Mal verkaufte, konnte die Marke mit dem Stern mit 21.785 verkauften Wagen das Niveau des Vorjahres (21.771 Fahrzeuge) nur minimal übertreffen.
Der Wettbewerber BMW aus München setzte im vergangenen Monat 31.781 Fahrzeuge ab. Dabei war das Plus von 3,1% ausschließlich der wachsenden Beliebtheit des Mini geschuldet, dessen Verkäufe um mehr als die Hälfte auf 6.312 Einheiten zulegten, während der Absatz der Kernmarke BMW um 4,6% auf 25.469 Wagen fiel.
Den stärksten Verlust musste Porsche Cars North America hinnehmen. Der Einbruch von 17% verglichen mit dem Rekordmai 2007 auf 3.004 Einheiten in den USA und Kanada verdankt der Sportwagenbauer vor allem den schwachen Verkäufen des 911er und der Boxster-Baureihe.
Während die deutschen Automobilhersteller für das laufende Jahr in den USA ehrgeizige Absatzziele verfolgen, haben die großen drei US-Hersteller in Detroit derartige Ambitionen längst begraben. Unisono rechnen GM, Chrysler und Ford, die zu lange den Trend weg von spritfressenden Geländewagen und Pick-Ups verschlafen haben, längst mit einem Absatzeinbruch auch im Gesamtjahr.
Marktführer GM verkaufte im Mai 272.363 Fahrzeuge - ein Minus von 27,5% zum Vorjahresmonat. Der Konzern hatte am Dienstag mitgeteilt, angesichts der nachlassenden Nachfrage nach Pick-Ups und spritfressenden Geländewagen vier Werke zu schließen und verstärkt auf spritsparende Modelle zu setzen. Auch die Marke Hummer steht auf dem Prüfstand.
Ford überzeugte mit 217.998 Neuwagenverkäufen 16% weniger Kunden und litt vor allem unter schleppenden Verkäufen seiner Pick-Up-Trucks. Bei der ehemaligen Daimler-Tochter Chrysler brachen die Verkäufe im Mai unbereinigt um ein Viertel auf 148.747 Fahrzeuge ein.
Selbst Toyota, die den US-Automobilherstellern auf ihrem Heimatmarkt zuletzt deutliche Marktanteile abgetrotzt hatte und sich mit GM ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Titel des weltgrößten Automobilherstellers nach Verkaufszahlen liefert, büßte im Mai 7,9% auf 257.404 verkaufte Fahrzeuge ein. Die größten Absatzeinbußen verbuchte Toyota dabei ausgerechnet bei seiner Luxusmarke Lexus.
Experten halten die Talsohle für noch nicht erreicht. Mit dem zweiten Quartal könnte der Branche sogar das Schwierigste noch bevorstehen, glauben viele. Frühere Prognosen über eine Erholung in der zweiten Jahreshälfte sehen derzeit etwas zu optimistisch aus, sagte GM-Verkaufsmanager Mark LaNeve. Damit könnte 2008 das schwächste Jahr seit einer Dekade für den weltgrößten Automobilmarkt werden. Die Marktforscher von J.D. Power & Associates hatten zuletzt ihre Jahresabsatzprognose auf 14,95 Mio von zuvor 15,7 Mio Fahrzeugen gesenkt. 2007 waren in den USA noch 16,1 Mio Neuwagen verkauft worden.
Webseiten: http://www.audi.de http://www.bmwgroup.com http://www.chrysler.com http://www.ford.com http://www.gm.com http://www.toyota.com http://www.porsche.com http://www.volkswagenag.com -Von Katharina Becker, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 - 29725 112, katharina.becker@dowjones.com DJG/kat/rio/cbr (END) Dow Jones NewswiresJune 04, 2008 04:22 ET (08:22 GMT)
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