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UPDATE2: Dresdner Bank drückt Allianz-Gewinn im 1. Quartal
Von Peter Herkenhoff
DOW JONES NEWSWIRES
MÜNCHEN (Dow Jones)--Die Allianz-Tochter Dresdner Bank hat dem Allfinanzkonzern in den ersten drei Monaten 2008 wie erwartet den Gewinn verhagelt. Die Frankfurter Bankentochter rutschte im Zuge der Finanzkrise in die roten Zahlen. Die Allianz-Aktie verliert bis gegen 12.00 Uhr in einem schwachen Gesamtmarkt 1,9% auf 127,83 EUR. Wegen Wertberichtigungen auf das ABS-Handelsbuch der Dresdner Bank von 845 Mio verzeichnete die Allianz SE im Auftaktquartal einen um 64,6% geringeren Konzernüberschuss, teilte der DAX-Konzern am Freitag mit.
Das Ergebnis vor Steuern fiel um 58,3% auf 1,902 (4,556) Mrd EUR. Der Überschuss lag bei 1,148 (3,240) Mrd EUR. Der gesamte Umsatz der Allianz-Gruppe ging von Januar bis März um 5,7% auf 27,7 (29,3) Mrd EUR zurück. Bereits Ende April hatte die Allianz vorab über Wertberichtigungen und den Gewinnrückgang informiert im Auftaktquartal informiert.
Zur Zukunft der Dresdner Bank wollte sich die Allianz nur vage äußern. "Im Moment spricht jeder mit jedem", sagte Vorstandsmitglied Helmut Perlet während einer Telefonkonferenz. Zugleich bekräftigte er die Absicht der Allianz, sich an der Konsolidierung des Finanzsektors in Deutschland beteiligen zu wollen. "Die großen Banken haben einen zu geringen Marktanteil. Wir werden einen aktiven Beitrag zu dieser Konsolidierung leisten", sagte Perlet weiter.
Perlet fügte hinzu, dass die rechtliche Spaltung der Frankfurter Bank in zwei eigenständige Tochtergesellschaften bis zum 31. August vollzogen werden soll. Bis zu diesem Stichtag kann für die Eintragung ins Handelsregister noch die Bilanz des vergangenen Jahres verwendet werden. Die Kosten der Trennung in eine Privat- und Firmenkundenbank (PCC) sowie eine Investmentbank (Dresdner Kleinwort) bezifferte Perlet auf einen "kleineren zweistelligen Millionenbetrag".
"Obwohl wir eine leichte Entspannung auf den US-Hypothekenmärkten und den Aktienmärkten sehen, bleibt es schwer, vorherzusagen, wann sich die Turbulenzen an den Märkten legen werden", sagte Perlet zum Ausblick. "2008 wird ein schwieriges Jahr bleiben und je länger dieser Zustand anhält, desto schwieriger wird es, unser mittelfristiges Ergebnisziel zu erreichen.
Der Rückgang beim Quartalsüberschuss im Konzern resultierte laut Allianz aus der Zurückhaltung bei der Realisierung von Gewinnen aus Kapitalanlagen in einer Phase schwacher Aktienmärkte. Im Vergleichsquartal 2007 hatte die Allianz noch 2 Mrd EUR Realisierungsgewinne verbucht. Wie aus einer Analystenpräsentation hervorgeht, hat der Versicherungskonzern von Januar bis März lediglich Gewinne von 254 Mio EUR realisiert.
Die Schaden- und Unfallversicherung verbesserte das operative Ergebnis im Auftaktquartal um 16,7% auf 1,48 (1,27) Mrd EUR. Die Combined Ratio lag mit 94,8% unter dem Vorjahreswert von 96,8%. Die Bruttoprämieneinnahmen blieben mit 13,7 Mrd EUR etwa auf dem Niveau des ersten Quartals im Vorjahr. Die Kostenquote erreichte 26,1% und lag damit etwa 2,5 Prozentpunkte niedriger als im selben Quartal des Vorjahres.
Die Prämieneinnahmen in der Lebens- und Krankenversicherung blieben mit 12,3 Mrd EUR auf dem Niveau des Vorjahres. Das operative Ergebnis ging um 21,5% auf 589 (Vorjahr 750) Mio EUR zurück, in erster Linie verursacht durch ein gesunkenes Kapitalanlageergebnis.
Durch die schwachen Aktienmärkte hat sich das operative Ergebnis im Asset Management auf 241 (312) Mio EUR verringert. Die verwalteten Kapitalanlagen für Dritte ermäßigten sich von Januar bis März auf 736 (765) Mrd EUR. Der Nettomittelzufluss von 25,9 Mrd EUR wurde vom robusten Rentengeschäft bei Allianz Global Investors gestützt. Die Cost Income Ratio der Sparte betrug 66,9%.
Die endgültigen Geschäftsergebnisse sind nach Einschätzung von Merrill Lynch (ML) zumeist ein wenig positiver ausgefallen als zuvor angekündigt. Ihre eigenen Prognosen für 2009, die noch immer leicht unter den zuletzt zurückgegangenen Konsensschätzungen lägen, werde dies aber nicht beeinflussen, so die Analysten. Insgesamt sehen sie mehr positives als negatives in dem Quartalsbericht. Ersteres finde sich vor allem im Nicht-Leben-Bereich, letzteres im Leben-Bereich und dem Vermögensmanagement, was ihrer allgemeinen Präferenz für den Leben-Bereich im gesamten Versicherersektor entspreche. Dagegen zeigte sich die Beobachter von M.M. Warburg von den Quartalszahlen enttäuscht und kündigten an, die Kaufempfehlung überprüfen zu wollen.
UniCredit-Analyst Lucio di Geronimo sagte zu den Perlet-Aussagen über den Wunsch der Teilnahme an der Konsolidierung, er halte die Allianz dafür für zu schwach. Die "Solvency-Ratio" des Konzerns sei weiter in Richtung des Schwellenwertes von 150% gefallen. Die Allianz sei weder in der Lage, um das Versicherungsgeschäft der Royal Bank of Scotland, noch um die Postbank oder die Citibank Deutschland mitbieten zu können.
Webseite: http://www.allianz.com http://www.dresdner-bank.de-Von Peter Herkenhoff, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 29725 116, peter.herkenhoff@dowjones.com DJG/phe/cbr (END) Dow Jones Newswires
May 09, 2008 06:32 ET (10:32 GMT)
Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc.- - 06 32 AM EDT 05-09-08
| 09.05.2008 | Allianz kaufen | Norddeutsche Landesbank (Nord/LB) | |
| 09.05.2008 | Allianz buy | Société Générale Group S.A. (SG) | |
| 09.05.2008 | Allianz buy | Citigroup Corp. | |
| 30.04.2008 | Allianz akkumulieren | Independent Research GmbH | |
| 30.04.2008 | Allianz kaufen | Wertpapier |
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