07.05.2008 12:03
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UPDATE2: Gegenwind für Henkel durch Wechselkurse und Rohstoffe

   (NEU: weitere Details und Einschätzungen)

Von Richard Breum

   DOW JONES NEWSWIRES

DÜSSELDORF (Dow Jones)--Dem Henkel-Konzern haben im ersten Quartal ungünstige Wechselkurse, hohe Rohstoffkosten und eine verhaltene Entwicklung auf dem US-Markt zu schaffen gemacht. Man sei in dem schwierigen Umfeld aber gut in das neue Geschäftsjahr gestartet, sagte der neue Vorstandsvorsitzende Kasper Rorsted am Mittwoch. Das organische Umsatzwachstum, eine stark beachtete Kennzahl bei dem Waschmittel- und Klebstoffkonzern, erreichte 3,3%. Dazu trugen alle Unternehmensbereiche des Düsseldorfer DAX-Unternehmens bei.

   Das Wachstum, das die Henkel AG & Co. KGaA aus eigener Kraft erzielte, lag damit innerhalb der Spanne von 3% bis 4%, die das Management zu Jahresbeginn für das Gesamtjahr ausgegeben hatte. Im besonders starken ersten Quartal 2007 hatte das Wachstum gut 9% betragen. Analysten hatten im Vorfeld erklärt, eine organische Wachstumsrate von unter 3% dürfte kritisch betrachtet werden.

   In den USA erwartet Henkel eine milde Rezession. Im ersten Quartal war der Umsatz in der Region Nordamerika organisch um rund 3% gefallen. Im Jahresverlauf sollten sich die Einbußen aber vermindern. Auch in Deutschland waren die Umsätze in allen Unternehmensbereichen zum Jahresauftakt leicht rückläufig. In Wachstumsregionen, zu denen Henkel unter anderem Osteuropa und Asien (ohne Japan) zählt, wuchs der Umsatz dagegen organisch um über 16%.

   Am stärksten legte mit 6,1% der Bereich Kosmetik/Körperpflege zu. Auch das Segment Wasch- und Reinigungsmittel wuchs organisch um 2,8%, obwohl die jetzige Periode mit dem Ausnahmeauftakt 2007 verglichen wird - zu Beginn 2007 war der Bereich durch das Jubiläum der Marke "Persil" um 11,9% gewachsen. Im Unternehmensbereich Klebstoff fiel die organische Wachstumsrate mit 2,4% am niedrigsten aus. Auch hier war der Vergleichswert 2007 mit 9,1% ungewöhnlich hoch.

   Insgesamt ging der Umsatz auf 3,16 (Vorjahr: 3,24) Mrd EUR zurück, was Henkel vor allem auf ungünstige Wechselkurseffekte zurückführt. Das betriebliche Ergebnis (EBIT) lag mit 320 Mio EUR ebenfalls leicht unter dem Vorjahreswert von 323 Mio EUR. Bereinigt um Wechselkurseffekte habe das Ergebniswachstum bei 2,5% gelegen, teilte Henkel weiter mit.

   Hierbei hätten sich insbesondere die deutlich gestiegenen Rohstoffkosten, die nicht vollständig kompensiert werden konnten, negativ bemerkbar gemacht. Der Quartalsüberschuss stieg aufgrund eines verbesserten Finanzergebnisses und durch niedrigere Steuern auf 219 (205) Mio EUR. Diese beiden Effekte werden nach Einschätzung von Henkel sich auch im weiteren Jahresverlauf positiv auswirken.

   Neben den Zahlen legte Henkel am Mittwoch eine aktualisierte Jahresprognose vor, die den Zukauf von Geschäften des Unternehmens National Starch berücksichtigt. Das Management ist demnach zuversichtlich, ohne Berücksichtigung der National-Starch-Geschäfte die bisherigen Umsatz- und Ergebnisziele für 2008 zu erreichen und erwartet weiterhin ein organisches Umsatzwachstum von 3% bis 4%.

   Für das Betriebsergebnis und das Ergebnis je Vorzugsaktie unter Berücksichtigung der neuen Geschäfte gibt das Unternehmen eine Prognose, die um einmalige Aufwendungen und Erträge sowie Restrukturierungsaufwendungen bereinigt ist. Unter Einbeziehung der am 3. April erworbenen Geschäfte von National Starch erwartet das Henkel für das bereinigte betriebliche Ergebnis einen Zuwachs im mittleren Zehnprozentbereich. Der Vergleichswert für 2007 liegt bei 1,37 Mrd EUR.

   Beim bereinigten Ergebnis je Vorzugsaktie rechnet Henkel mit einem Zuwachs im mittleren einstelligen Prozentbereich (Basis 2007: 2,19 EUR). In dieser Prognose sind erste Einsparungen aus dem Effizienzprogramm "Global Excellence" sowie der Integration der National-Starch-Geschäfte enthalten. Beide Programme entwickelten sich planmäßig, versicherte Rorsted. Die Integration von National Starch komme schnell voran; auf Industriemessen sei man in den vergangenen Wochen bereits gemeinsam aufgetreten.

   Analysten beurteilten die Zahlen in ersten Einschätzungen verhalten. Die Marge sei weiterhin stark von den hohen Rohstoffkosten belastet, und der Ausblick belebe die Phantasie ebenfalls nicht, sagte zum Beispiel Carsten Kunold von Merck Finck & Co. Er habe zudem ein etwas stärkeres organisches Wachstum erwartet.

   In einer Analyse der Landesbank Baden-Württemberg heißt es, die EBIT-Marge habe mit 10,1% unter den Erwartungen gelegen. Ursache dafür sei der Rohstoffkostendruck im Wasch- und Reinigunsmittelbereich. Die beiden anderen Unternehmensbereiche hatten ihre Margen dagegen verbessert.

   Der Aktienkurs legte am Mittwochmittag dennoch zu und gewann bis 11.58 Uhr 5,9% auf 29,81 EUR - Aktienhändler erklärten die positive Reaktion der Börse damit, dass das Wertpapier sich seit Jahresanfang schlechter als der DAX entwickelt hatte und die Untergewichtung nun abgebaut werde.

Webseite: http://www.henkel.de

- von Richard Breum, Dow Jones Newswires, +49 (0) 211 - 13872 15, Richard.Breum@dowjones.com DJG/rib/brb (END) Dow Jones Newswires

   May 07, 2008 06:00 ET (10:00 GMT)

   Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc.- - 06 00 AM EDT 05-07-08

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