07.05.2008 16:12
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UPDATE2: Gewinn der Dt Börse übertrifft im 1Q Markterwartung

(NEU: Kostenprognose, Analystenstimme, Aktienkurs) Von Rüdiger Schoß

   DOW JONES NEWSWIRES

FRANKFURT (Dow Jones)--Gestützt von der Volatilität der Aktienmärkte und der erstmals konsolidierten Derivatebörse ISE hat die Deutsche Börse das erste Quartal 2008 mit deutlichen Umsatz- und Gewinnzuwächsen abgeschlossen. Der Börsenplatzbetreiber rechnet im laufenden Jahr mit einem weiteren Gewinnanstieg. Die laufende Restrukturierung und der geplante Umzug sollen dabei die Kosten im Griff halten.

   Der Umsatz sei im Zeitraum Januar bis März um 19% auf 644,5 Mio EUR gestiegen, hatte der Börsenplatzbetreiber bereits am Dienstagabend in Frankfurt mitgeteilt. Der Gewinn je Aktie kletterte auf 1,58 nach 0,98 EUR im Vorjahr. Von Dow Jones Newswires befragte Analysten hatten im Durchschnitt mit 654 Mio EUR Umsatz und 1,39 EUR Gewinn je Aktie gerechnet. Bereinigt um die Derivatebörse ISE stieg der Konzernumsatz um 8%.

   Thomas Eichelmann, Finanzvorstand der Deutschen Börse, rechnet deshalb auch im laufenden Jahr mit einem Gewinnanstieg. Das Ergebnis sei ein Beleg für die Ertragskraft des Geschäftsmodells.

   Am Aktienmarkt legte der Kurs bis Mittwoch um 16.00 Uhr um 3,2% auf 103,62 EUR zu.

   Als "sehr gute Zahlen" beurteilte Analyst Felix Braune von Cheuvreux die am Vorabend vorgelegte Zwischenbilanz. "Es gibt ein paar Einmaleffekte, aber auch ohne sie liegen die Zahlen über dem Konsens und sind die besten der Unternehmensgeschichte", sagte er zu Dow Jones Newswires. Sehr wichtig sei ihm, dass die Deutsche Börse die Kostenseite im Griff habe, so der Analyst.

   Trotz der Integration der Derivatebörse ISE seien die Kosten im ersten Quartal nur um 1% gestiegen, so der Analyst. Für etwas Verwirrung könnte am Markt die Anpassung der Kostenprognose um 35 Mio EUR sorgen. Die Anpassung sei jedoch nicht relevant, da sie sich nur beim Umsatz und nicht auf der Ertragsseite bemerkbar mache. Die Börse hatte ihre Kostenprognose um 35 Mio auf 1,315 Mrd EUR angehoben. Hintergrund sind 20 Mio EUR Gebührenzahlungen an die US-Behörde SEC und 15 Mio EUR durch die Migration der Börse Scoach auf das Handelssystem Xetra.

   Aufgrund des guten Quartalsergebnisses bestätige die Deutsche Börse AG die im Geschäftsbericht 2007 genannten Erwartungen für 2008. Darin hatte das Unternehmen einen weiteren Umsatzanstieg und einen noch stärkeren EBITA-Zuwachs prognostiziert. Der Nettozinsgewinn dürfte hingegen sinken, so die damalige Erwartung. Die operativen Kosten wurden mit 1,28 Mrd EUR prognostiziert, während die Steuerquote 2008 angesichts des geplanten Umzugs von Frankfurt in das benachbarte Eschborn weniger als 30% betragen soll.

   Wegen der Konsolidierung der ISE nahmen die Gesamtkosten der Deutschen Börse im ersten Quartal auf 316,1 (313,3) Mio EUR zu. Der Anstieg der Kosten wurden gedämpft durch das laufende Restrukturierungsprogramm sowie niedrigere Rückstellungen für Aktienoptionen. Der Nettozinsertrag wuchs auf 64,3 (46) Mio EUR und übertraf damit gleichfalls die von Analysten erwarteten 55 Mio EUR.

   Das EBITA des Börsenplatzbetreibers betrug im Auftaktquartal 425,8 Mio EUR und lag damit sowohl über den 300,3 Mio EUR des Vorjahres als auch den von Analysten prognostizierten 407 Mio EUR. Im EBITA enthalten ist ein Sondereffekt von 9 Mio EUR an sonstigen betrieblichen Erträgen im Zusammenhang mit der Beendigung eines Joint Ventures von International Securities Exchange (ISE) und Toronto Stock Exchange (TSX) und dem daraus resultierenden Verkauf des ISE-Anteils.

Webseite: http://www.deutsche-boerse.com

-Von Rüdiger Schoß, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 29725 117, ruediger.schoss@dowjones.com DJG/rso/bam/mim (END) Dow Jones Newswires

   May 07, 2008 10:11 ET (14:11 GMT)

   Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc.- - 10 11 AM EDT 05-07-08

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