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UPDATE2: Gewinn der Münchener Rück sinkt im 1Q um ein Fünftel
(NEU: Strukturiere Produkte, Ausblick, Aktienkurs, Details)
Von Rüdiger SchoßDOW JONES NEWSWIRES
MÜNCHEN (Dow Jones)--Belastet von Kursrückgängen am Aktienmarkt und mehreren Großschäden hat die Münchener Rückversicherungs Gesellschaft-AG AG im ersten Quartal rund ein Fünftel weniger Gewinn als im Vorjahreszeitraum erzielt. Das Nettoergebnis nach Anteilen Dritter sank um 19,1% auf 775 (2007: 958) Mio EUR, wie der gemessen am Prämienaufkommen weltweit zweitgrößte Rückversicherer am Donnerstag in München mitteilte. Das Bruttoprämienaufkommen des Konzerns sank um 1,8% auf 9,844 (10,020) Mrd EUR. Von Dow Jones Newswires befragte Analysten hatten mit 10,047 Mrd EUR Bruttoprämien und 779 Mio EUR Nettoergebnis gerechnet.Das Ergebnis sei unter dem Strich "akzeptabel", aber die Abweichungen darüber seien teilweise "sehr heftig", sagte Analyst Lucio Di Geronimo von der Unicredit. Die Schadenkostenquote sei im Rückversicherungsgeschäft deutlich höher als erwartet ausgefallen und lasse es schwierig erscheinen, dass das Jahresziel von 98% erreicht werde. Das Anlageergebnis, dass schwer zu schätzen gewesen sei, sei niedriger als erwartet ausgefallen. Die Aktien verloren in einem etwas leichteren Markt bis 10.30 Uhr 1,9% auf 122,29 EUR.
Als positive Überraschung hob der Analyst das Erstversicherungsgeschäft hervor, dass mit einer Schadenkostenquote von 89% "außerordentlich stark" ausgefallen sei. Zudem habe sich das Lebengeschäft im Erst- und Rückversicherungsgeschäft gut entwickelt. Di Geronimo hält die Jahresziele noch für erreichbar und bestätigte die Einstufung "Buy" mit Kursziel 160 EUR.
Der im DAX gelistete Konzern senkte seine Bruttoprämien-Prognose für das laufende Jahr auf 36,0 Mrd bis 37,5 Mrd EUR. Bislang hatte sie 37,5 Mrd bis 38,5 Mrd EUR angepeilt. Trotz des Umsatz- und Gewinnrückgangs im ersten Quartal hofft der Konzern, 2008 eine Rendite auf das risikoadjustierte Eigenkapital (Return On Risk Adjusted Capital - RORAC) von "mindestens 15% zu erreichen. "Dabei streben wir für 2008 einen Gewinn von 3,0 bis 3,4 Mrd EUR an", so Finanzvorstand Jörg Schneider in einer Pressemitteilung.
Die Erneuerungsrunde zum 1. April in den USA, Indien, Japan und Korea hat sich den Angaben zufolge uneinheitlich entwickelt. Angesichts des Preisdrucks steuere der Konzern zur Sicherung "risikoadäquater Preise" mit Portfolio-Umschichtungen dagegen, so Vorstandsmitglied Thorsten Jeworrek. Auf für die zum 1. Juli anstehenden Erneuerungen weiterer Teile des Amerika- und Australien-Geschäfts solle die Ertragsorientierung im Vordergrund stehen. Die so genannte Prämienführerschaft gebe er dazu auch auf, so Jeworrek.
In den größten Teilen der Welt werde sich dieses Bild auch im Gesamtjahr nicht ändern, so seine Prognose. In den USA erwarte er steigenden Wettbewerb. "Wir werden dort wohl Geschäft aufgeben müssen", sagte er. Wegen Bergwerksüberflutungen zu Jahresbeginn rechnet er hingegen in Australien mit Beitragserhöhungen. Weltweit sehe er zudem wegen einiger Großschäden Erhöhungen bei Feuerversicherungen mit Industriekunden.
Das vom Unternehmen als Zielgröße betrachtete Nettoergebnis vor Dritten schrumpfte um 19,4% auf 785 (974) Mio EUR und blieb damit gleichfalls unter den durchschnittlich von Analysten erwarteten 799 Mio EUR. Unternehmensangaben zufolge brach das Kapitalanlageergebnis wegen stark fallender Kurse am Aktienmarkt um 46,6% auf 1,687 Mrd EUR ein. Damit blieb es weit hinter den erwarteten 2,435 Mrd EUR zurück.
Im ersten Quartal hat die Münchener Rück ihr Portfolio aus strukturierten Wertpapieren um 400 Mio auf 5,9 Mrd EUR ausgebaut. Im April hatte der Konzern angekündigt, wieder gezielt in Kreditprodukte zu investieren. Angesichts der hohen Risikoaufschläge solle das Kreditrisiko gezielt ausgebaut werden, um damit Zusatzerträge zu verdienen. Das Gesamtportfolio bestehe zu 3,4% aus strukturierten Produkten, sagte Finanzvorstand Jörg Schneider. In dieser Zählung nicht enthalten seien die durch Immobilien besicherten deutschen Pfandbriefe.
Im Erstversicherungsgeschäft, dessen Bruttoprämien zu 93% von der ERGO-Gruppe stammen, sank das operative Ergebnis um 22,2% auf 246 (316) Mio EUR. Die Bruttoprämien schrumpften auf 4,803 (4,758) Mrd EUR. Die Schaden-Kostenquote betrug 89% nach 102,1% im Vorjahreszeitraum. Das Konzernergebnis gab um 34,8% auf 163 (250) Mio EUR nach. Bei der ERGO sank der Nettogewinn angesichts eines deutlich geringeren Kapitalanlageergebnisses im ersten Quartal auf 151 (250) Mio EUR.
Das Rückversicherungsgeschäft belasteten mehrere Großschäden mit 578 (538) Mio EUR. Sie drückten das Ergebnis um 26,6% auf 586 (798) Mio EUR. Die Schadenkosten-Quote betrug 103,8% nach 101,8% im ersten Quartal 2007. Die Bruttobeiträge gingen wegen der Dollarschwäche auf 5,492 (5,820) Mio EUR zurück. Der Sturm "Emma" lastete auf der Konzernbilanz vor Steuern mit 75 Mio EUR. Die Überschwemmungen in Australien schlugen mit fast 100 Mio EUR zu Buche.
Webseite: http://www.munichre.com -Von Rüdiger Schoß, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 29725 117, ruediger.schoss@dowjones.com DJG/rso/mim (MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires
May 08, 2008 04:58 ET (08:58 GMT)
Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc.- - 04 58 AM EDT 05-08-08
| 15.05.2008 | Münchener Rück neues Kursziel | Deutsche Bank AG | |
| 15.05.2008 | Münchener Rück halten | Norddeutsche Landesbank (Nord/LB) | |
| 14.05.2008 | Münchener Rück neues Kursziel (Update) | Goldman Sachs Group Inc. | |
| 14.05.2008 | Münchener Rück neues Kursziel | Goldman Sachs Group Inc. | |
| 14.05.2008 | Münchener Rück buy | SEB AG |
Aktien in diesem Artikel
| Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft | 121,6 | +0,5% |
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