14.05.2008 16:00
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UPDATE3: Dollar und Abschreibungen belasten Deutsche Post im 1Q

   (NEU: Express Americas, Aktienkurs, Details)

Von Rüdiger Schoß

   Dow Jones Newswires

BONN (Dow Jones)--Währungseffekte und Abschreibungen bei der Postbank haben die Deutsche Post AG ihr Auftaktquartal mit deutlich weniger Gewinn als im Vorjahresquartal abschließen lassen. Der Gewinn sei nach Anteilen Dritter auf 407 Mio von 499 Mio EUR gesunken, teilte der in Bonn beheimatete DAX-Konzern am Mittwoch mit. Der Umsatz stieg um 1,8% auf 15,7 Mrd EUR.

   Für das laufende Jahr bestätigte die Post ihre Konzern- und Spartenziele. Es gebe keinen Grund, wegen der konjunkturellen Unsicherheiten nicht mehr mit einem EBIT vor Einmaleffekten von rund 4,2 Mrd EUR sowie einem Vorsteuergewinn von rund 3,2 Mrd EUR zu rechnen. Für 2009 wird weiterhin das EBIT vor Einmaleffekten mit rund 4,7 Mrd EUR prognostiziert.

   Angesichts des um zwei Arbeitstage kürzeren Quartals und der schwächelnden US-Konjunktur habe sich das Geschäft im ersten Quartal gut entwickelt, sagte Finanzvorstand John Allan am Morgen. Dem Sender CNBC sagte er zudem, im April habe es einige "sehr ermutigende" Zahlen gegeben.

   Die rund 170 Mio EUR umfassenden Wertberichtigungen der Postbank haben die Konzernzahlen "etwas" unter die Markterwartungen gedrückt, sagte BHF-Analyst Nils Machemehl zu Dow Jones Newswires in einer ersten Einschätzung. Bereinigt habe sich die Postbank besser als von ihm erwartet entwickelt. Insgesamt sei die Zahlenvorlage "relativ unspektakulär" ausgefallen, da sie im Rahmen seiner Erwartungen geblieben seien.

   Nach Einschätzung von LBBW-Analyst Per-Ola Hellgren sei die Beurteilung der Spartenentwicklung schwierig, weil die Deutsche Post wie angekündigt erneut die Segmentberichterstattung geändert habe. Die ehemalige Sparte Services wurde dabei durch ein Corporate Center (Konzernzentrale im herkömmlichen Sinn) ersetzt.

   Die Aktie, die zeitweise um mehr als 2% im Minus lag, drehte am Nachmittag mit der Analystenkonferenz ins Plus und wurde gegen 15.30 Uhr 1,1% fester mit 20,59 EUR gehandelt. Die Aussagen von Finanzvorstand John Allan hätten sich "durchweg positiv" angehört und damit dem Markt den Eindruck vermittelt, der Vorstand habe die Entwicklung im Griff, sagte UniCredit-Analyst Christian Obst.

   Selbst wenn die Post konjunkturbedingt nicht weiter wachse, könne sie ihre Jahresprognose aus der Verbesserung der eigenen Struktur erreichen, so die Botschaft, die dem zweifelnden Markt vermittelt worden sei. Obst empfiehlt die Aktie mit Kursziel 25,50 EUR zum Kauf.

   Besonders Gewinnrückgänge in den Sparten Express und Finanzdienstleistungen drückten auf das berichtete Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT), dass im ersten Quartal um 14,7% auf 851 Mio EUR sank. Der Rückgang des EBIT betrug im Expressgeschäft 32,3% auf 21 Mio EUR. Währungseffekte schlugen in dieser Sparte mit 225 Mio EUR zu Buche, weil mehr als die Hälfte des Umsatzes in Ländern außerhalb der Eurozone erwirtschaftet werde. Der Währungseffekt belief sich allein in der Region Americas auf 128 Mio EUR.

   Am 28. Mai wird der Aufsichtsrat des gemessen am Umsatz größten börsennotierten Logistikkonzerns der Welt über die Zukunft des defizitären US-Geschäfts entscheiden. Mit den Ergebnissen der Express-Sparte sei der Konzern "nicht zufrieden", sagte Finanzvorstand John Allan. Das Volumen sei nicht gestiegen. Die schwache amerikanische Wirtschaft habe das Auftaktquartal beeinflusst.

   Im Amerika-Geschäft verzeichnete die Post einen Umsatzrückgang um 10% auf 942 Mio EUR. Organisch sei der Umsatz in lokaler Währung um 2,2% gestiegen, teilte sie mit. Besonders gut habe sich das Lateinamerikageschäft entwickelt. Auch in den USA, wo die Post seit ihrem Einstieg Verluste in unbekannter Höhe verbucht, habe es dank steigender grenzüberschreitenden Lieferungen einen leichten Anstieg gegeben.

   Im Bankengeschäft belief sich wegen der durch die Finanzkrise ausgelösten Wertberichtigungen der Rückgang des berichteten EBIT auf 21,8%. Nach 243 Mio EUR im Vorjahreszeitraum verbuchte die Post hier im ersten Quartal 190 Mio EUR.

   Die Einmalaufwendungen der Postbank beliefen sich auf 174 Mio EUR. Um die Postbank bereinigt hätte sich das EBIT der Postbank den Konzernangaben zufolge um 6,4% verbessert. Die positive Entwicklung des Privatkundengeschäfts in Deutschland hob zum Jahresauftakt den Umsatz im Bereich Finanzdienstleistungen um 11,4% auf 2,766 Mrd EUR an.

   Der Hoffnung auf eine rasche Entscheidung über die Zukunft der Postbank erteilte der Finanzvorstand eine Absage. Angesichts der guten Geschäftsentwicklung gebe es keinen Handlungsdruck.

   In der ertragsstärksten Sparte Brief sank das EBIT mit der Liberalisierung des Marktes in Deutschland um 9,2% auf 599 Mio EUR. Der Umsatz gab um 1,4% auf 3,9 Mrd EUR ab. Währungseffekte summierten sich auf 62 Mio EUR. Zur Begründung verwies der Konzern zudem auf die weitere Verlagerung der Kommunikation auf elektronische Medien, den intensiveren Wettbewerb und das gegenüber dem Vorjahr um zwei Tage kürzere Auftaktquartal.

   Nach der vollständigen Öffnung des deutschen Briefmarkts und der Einführung von Mindestlöhnen seit Jahresbeginn hat die Post ihren Marktanteil nach Angaben des Finanzvorstands ausweiten können. Die wichtigsten Kunden seien an die Post gebunden und einige abgesprungene Großkunden zurückgewonnen worden.

Webseite: http://www.dpwn.de

-Von Rüdiger Schoß, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 29725 117, ruediger.schoss@dowjones.com DJG/rso/brb (END) Dow Jones Newswires

   May 14, 2008 09:59 ET (13:59 GMT)

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