Iberdrola Aktie [WKN: A0M46B / ISIN: ES0144580Y14]

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28.03.2008 15:51
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UPDATE3: E.ON bezahlt für Endesa-Paket 11,85 Mrd EUR

(NEU: Conference Call, weitere Marktreaktionen) Von Andreas Heitker DOW JONES NEWSWIRES DÜSSELDORF (Dow Jones)--Die E.ON AG kann endgültig die milliardenschweren Assets übernehmen, die der Konzern noch aus dem Poker um den spanischen Versorger Endesa erhält. Der Aufsichtsrat des Düsseldorfer Energiekonzerns billigte am Freitag den mit den neuen Endesa-Eignern Enel und Acciona ausgehandelten Preis von 11,85 Mrd EUR einschließlich Schulden. Die Transaktion, die E.ON insbesondere in Spanien, Italien und Frankreich voran bringt, soll im dritten Quartal abgeschlossen werden. Nach Angaben der Unternehmen wurden die Erzeugungskapazitäten und Beteiligungen mit insgesamt 13,53 Mrd EUR bewertet. Abzüglich der von den Minderheitsaktionären in Italien und Frankreich gehaltenen Anteile sowie der Schulden kommt man dann auf einen Wert von 8,97 Mrd EUR, wie E.ON erläuterte. Die Verbindlichkeiten liegen bei etwa 2,9 Mrd EUR. Die endgültige Verschuldung wird aber noch einmal abschließend von einem Wirtschaftsprüfer ermittelt.

   Das Volumen der Assets war seit der Grundsatzverständigung vor ziemlich genau einem Jahr lediglich allgemein mit "rund 10 Mrd EUR" angegeben worden. Auf einer Telefon-Konferenz begründete Finanzvorstand Marcus Schenck den fast 2 Mrd EUR höher ausgefallenen Preis mit geänderten Marktbewertungen gegenüber dem vergangenen Jahr sowie damals fehlenden Insider-Informationen über die Unternehmen.

   Dresdner-Kleinwort-Analyst Lueder Schumacher erklärte aber, der Preis liege im Rahmen der Erwartungen. "Der Deal ist kein Schnäppchen für E.ON", sagte der Experte. Aber E.ON kaufe Qualitäts-Assets, für die Schnäppchenpreise sowieso eher selten gezahlt würden.

   Der Vorstandsvorsitzende Wulf Bernotat erklärte, mit dem Zukauf verschaffe sich E.ON eine noch bessere Plattform für weiteres Wachstum in Europa. Der jetzt erzielte Kaufpreis sei von mehreren Banken ermittelt und spiegele den fairen Marktwert der Anteile wider. "Unsere neuen Beteiligungen werden schon in diesem Jahr signifikant zu unserem Ergebnis beitragen und erfüllen unsere Anforderung an eine attraktive Kapitalverzinsung", erklärte Bernotat.

   Nach Angaben von E.ON hatten die Beteiligungen 2007 ein EBITDA von insgesamt 1,440 Mrd EUR erzielt. Die jährlichen Synergien bezifferte der Konzern auf zunächst 70 Mio EUR. Davon werden 50 Mio EUR aus sich geografisch überlappenden Aktivitäten stammen und 20 Mio aus dem Beschaffungsbereich.

   Finanzvorstand Schenck bekräftigte grundsätzlich noch einmal die Prognosen des Konzerns für 2008. Er präzisierte aber zugleich, dass der Konzern beim adjustierten EBIT derzeit eher ein Ergebnis am unteren Ende der vorgegebenen Range erwartet. E.ON hatte Anfang März für 2008 eine EBIT-Steigerung von 5% bis 10% in Aussicht gestellt. Der Konzern hatte zugleich aber auch darauf verwiesen, dass der Zeitpunkt der Asset-Übernahme aus dem Endesa-Deal das Ergebnis beeinflussen werde. Schenck sagte weiter, beim Nettoergebnis erwarte E.ON zurzeit ein Ergebnis im mittleren Bereich der Prognose, die ein Plus von 3% bis 5% vorsieht.

   An der Börse rutschte die E.ON-Aktie nach diesen Aussagen am Freitagnachmittag ins Minus. Nachdem die DAX-Aktie vormittags noch leichte Gewinne verzeichnet hatte, notierte sie gegen 15.30 Uhr als Tagesverlierer mit einem Minus von über 3% bei 117,50 EUR. Einige Marktteilnehmer interpretierten die Aussagen zum diesjährigen Ergebnis als eine Art Prognosesenkung.

   Bernotat betonte in der Telefon-Konferenz, dass für E.ON nun die Integration der akquirierten Geschäfte Priorität habe. In einem am Freitag veröffentlichten Interview mit dem "Wall Street Journal" hatte er bereits bekräftigt, dass E.ON nach wie vor an dem Ausbau seines Geschäfts in Spanien interessiert sei. Allerdings seien die Aussichten für einen größeren Deal, an dem E.ON oder andere Unternehmen beteiligt sind, verhalten.

   Iberdrola habe in den vergangenen Jahren einen Schutz vor einer Übernahme aufgebaut, sagte der Vorstandsvorsitzende. Zudem habe es den Anschein, dass die spanische Regierung nicht allzu viel Interesse an einer Übernahme von Iberdrola durch ein ausländisches Unternehmen habe. In diesem Jahr werde es in Spanien allenfalls Restrukturierungen, aber keinen Megadeal geben.

   In Spanien erwirbt E.ON von Enel den Stromversorger Viesgo sowie weitere Kapazitäten von Endesa mit einer Leistung von rund 3 Gigawatt (GW). Bis 2010 wird die Kapazität durch bereits laufende Kraftwerks-Neubauprojekte auf rund 5 GW steigen. Mit einem Marktanteil von deutlich über 10% wird E.ON nach eigenen Angaben dann die Nummer 4 im spanischen Markt sein.

   In Italien wird E.ON 80% an der Endesa Italia mit einer Kapazität von gut 7,2 GW übernehmen. Wie in Spanien wird E.ON auch im italienischen Strommarkt zur Nummer vier aufsteigen. Die Kapazitäten ergänzten zudem das bereits bestehende Geschäft von E.ON im italienischen Strom- und Gasgroßhandel, hieß es. E.ON erhalte außerdem Zugang zu einem LNG-Terminal.

   In Frankreich erhält E.ON zudem Kapazitäten von 2,5 GW und wird damit Nummer drei. Hier wird der Düsseldorfer Versorger 65% von Endesa France/SNET kaufen.

Webseiten: http://www.enel.com http://www.endesa.com http://www.eon.com -Von Andreas Heitker, Dow Jones Newswires, +49 (0)211 13872 14, andreas.heitker@dowjones.com DJG/hei/nas (END) Dow Jones Newswires

   March 28, 2008 10:48 ET (14:48 GMT)

   Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc.- - 10 48 AM EDT 03-28-08

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