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UPDATE: Auch NOL gibt Angebot für Hapag-Lloyd ab
Von Kirsten Bienk DOW JONES NEWSWIRES HANNOVER (Dow Jones)--Die TUI AG hat ein weiteres Angebot für ihre zum Verkauf ausgeschriebene Containerschifffahrtssparte erhalten. Die Reederei Neptune Orient Lines Ltd (NOL) teilte der singapurischen Börsenaufsicht am Dienstag die Abgabe eines nicht-bindenden Gebotes mit. Bereits am Montag hatte das Hamburger Bieterkonsortium "Albert Ballin" seine Offerte eingereicht. Keiner der beiden Interessenten nahm allerdings Stellung zum gebotenen Preis. Die Frist zur Abgabe der Angebote war am Montag um 24 Uhr ausgelaufen. Auch TUI nannte keine Details. Das Unternehmen äußere sich derzeit weder zum Kreis der Bieter noch zur Höhe der Gebote, sagte Sprecher Robin Zimmermann. Mit Blick auf diverse Medienberichte fügte er hinzu, dass "alles, was derzeit am Markt kursiert, reine Spekulation" sei.
Die Tageszeitung "Lloyds's List" hatte beispielsweise am Dienstag unter Berufung auf nicht genannte Quellen berichtet, dass NOL ihre Bewertung für Hapag-Lloyd gesenkt habe und die AG nur noch mit 3 Mrd bis 3,4 Mrd EUR (4,8 Mrd bis 5,4 Mrd USD) bewerte. Vorher habe die Reederei den fairen Wert der TUI-Tochter mit 4 Mrd bis 4,6 Mrd EUR angesetzt.
Die niedrigere Bewertung bedeutet dem Bericht zufolge aber nicht, dass NOL nur 3,4 Mrd EUR zahlen wolle, da jedes Angebot eine Prämie für den strategischen Wert von Hapag-Lloyd beinhalten müsse. Mit dem Verkaufsverfahren vertraute Personen hatten im März zu Dow Jones Newswires gesagt, dass NOL zwischen 6 Mrd und 7 Mrd USD für Hapag-Lloyd zu zahlen bereit wäre.
In dem Schreiben an die singapurische Börsenaufsicht wies NOL am Dienstag darauf hin, dass es zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch zu früh sei, um zu sagen, ob das indikative Gebot für Hapag-Lloyd in eine endgültige Transaktion münden werde.
Bislang ist nicht bekannt, ob weitere Angebote bei den von TUI beauftragten Investmentbanken eingegangen sind. Im Markt wird damit gerechnet, dass es weitere Gebote von asiatischen Reedereien und von Finanzinvestoren geben wird.
TUI will die Angebote zügig sichten. Bereits innerhalb der nächsten zwei bis drei Wochen soll die so genannte Shortlist mit den Verhandlungspartnern festgelegt werden, erfuhr Dow Jones Newswires am Dienstag von einer mit den Verhandlungen vertrauten Person.
Die endgültige Entscheidung über den Verkauf hatte der TUI-Vorstand bereits vor geraumer Zeit für den "Herbst" 2008 in Aussicht gestellt. Nach weiteren Angaben der informierten Person ist damit der Zeitraum bis Ende Oktober gemeint.
Das Hamburger Bieterkonsortium "Albert Ballin" rechnet sich weiterhin gute Chancen aus. Das Angebot sei wettbewerbsfähig, hatte Koordinator Christian Olearius am Vortag gesagt. Die in dem Konsortium vereinten privaten und institutionellen Investoren wollen die Eigenständigkeit der Reederei und den Standort Hamburg erhalten. Im Dunkeln bleibt allerdings auch weiterhin, wer dem Konsortium angehört. Dies wurde lediglich TUI mitgeteilt.
Bekannt ist nur, dass das private Bankhaus M.M.Warburg, der Unternehmer Klaus-Michael Kühne und die Freie und Hansestadt Hamburg mit von der Partie sind. Sie hatten sich bereits im Mai zusammengefunden und die so genannte "Hamburger Lösung" vorangetrieben. Sie hatten auch damals schon davon gesprochen, dass sie ausreichend Geld für ein Gebot zur Verfügung hätten, gleichwohl aber weitere Mitstreiter in ihren Kreis aufnehmen wollen.
Sie soll es zu Hauf geben. Hamburgs Finanzsenator Michael Freytag hatte am 8. Juli von einem "hohen" Interesse großer namhafter Adressen gesprochen. Die Stadt Hamburg will sich seinen Angaben zufolge mit einem "dreistelligen Mio-EUR-Betrag" an dem Tender beteiligen. Mit einer Entscheidung seitens TUI rechnet er bereits Ende September.
Den regionalen Lösungsweg aufgezeigt hatten Wolfgang Peiner, Wirtschaftsprüfer und ehemaliger Finanzsenator der Freien und Hansestadt Hamburg, und Christian Olearius, persönlich haftender Gesellschafter und Sprecher der Geschäftsführung des Bankhauses M.M.Warburg & CO. Schon bald gesellte sich Klaus-Michael Kühne als Unterstützer hinzu. Er hat nach Angaben des Bieterkonsortiums "erheblichen" Anteil an dem Zustandekommen des Angebots. Details wurden aber auch hier nicht genannt.
Die TUI-Aktie gibt gegen 14.30 Uhr in einem schwächeren Marktumfeld um knapp 0,6% auf 15,05 EUR nach.
Webseite: http://www.tui-group.com
- Von Kirsten Bienk, Dow Jones Newswires, +49 (0)40 3574 3116, kirsten.bienk@dowjones.com DJG/kib/nas (END) Dow Jones Newswires
July 22, 2008 08:49 ET (12:49 GMT)
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