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UPDATE: CO2-Kosten, Regulierung und Handel drücken RWE-Gewinn
DOW JONES NEWSWIRES
DÜSSELDORF (Dow Jones)--Der Energiekonzern RWE AG ist mit einem Gewinnrückgang ins Jahr gestartet, der noch deutlicher als allgemein erwartet ausgefallen ist. Der Konzern begründete die Entwicklung am Donnerstag mit den Belastungen aus dem Emissionshandel und der Netzregulierung sowie einem schlechteren Trading-Geschäft. Das Nettoergebnis wurde zusätzlich noch von weiteren Firmenwertabschreibungen bei der US-Wassertochter American Water gedrückt. Dennoch blieb der Essener DAX-Konzern bei der Vorlage des Quartalsberichts bei seiner Prognose für das Gesamtjahr.Der Vorstandsvorsitzende Jürgen Großmann sprach in einem Brief an die Aktionäre von einem "positiven Gesamttrend". RWE sei zuversichtlich, in den nächsten Quartalen aufholen zu können. Der Konzern bekräftigte, dass das Betriebsergebnis und das EBITDA 2008 mindestens auf Vorjahreshöhe bleiben werden. Das Nettoergebnis sieht RWE leicht unter dem Niveau von 2007, erwartet aber beim bereinigten, so genannten "nachhaltigen" Konzerngewinn ein Plus von über 10%. Der Außenumsatz soll ebenfalls weiter steigen.
Im ersten Quartal war das Betriebsergebnis um 9,5% auf 2,499 Mrd EUR zurückgegangen. Den deutlichsten Rückgang verzeichnete die neue Handelssparte RWE Supply & Trading, deren operatives Ergebnis um 78% oder um 290 Mio EUR auf jetzt 81 Mio einbrach. Grund hierfür war nach Angaben von RWE das außergewöhnlich hohe Ergebnisniveau im Vorjahr, als der Konzern sowohl im Gas- als auch im kontinental-europäischen Stromhandel äußerst erfolgreich war.
Die Vertriebstochter RWE Energy musste Ergebniseinbußen im ersten Quartal von 5,3% hinnehmen. Die Absenkung der Netztarife durch die Bundesnetzagentur drückten den Gewinn um rund 100 Mio EUR. Die Kraftwerkstochter RWE Power konnte von den gestiegenen Strompreisen profitieren und vom wieder angefahrenen Atomkraftwerk Biblis. Dass das Betriebsergebnis dennoch nur um 7,4% zulegte, lag an den deutlich gestiegenen CO2-Kosten. RWE Power musste im ersten Quartal Zertifikate für 307 Mio EUR zukaufen - vor einem Jahr waren es lediglich 26 Mio EUR gewesen.
Bei der britischen Tochte RWE npower stiegen die Kosten für den Emissionshandel ebenfalls, lagen aber mit 44 Mio EUR noch deutlich unter denen in Deutschland. Das npower-Ergebnis wurde allerdings auch von der Schwäche des britischen Pfundes beeinträchtigt. Dieser Währungseffekt hatte sich auch beim Konzernumsatz von RWE niedergeschlagen. Die Erlöse kletterten insgesamt um 3% auf 13,4 Mrd EUR - bereinigt um Währungs- und Konsolidierungseffekte betrug der Anstieg 6%.
Der Nettogewinn halbierte sich auf 809 Mio EUR ein. Vor einem Jahr hatte RWE noch einen Überschuss von 1,571 Mrd EUR verbucht. Grund hierfür ist der eher missglückte Börsengang von American Water im April, als RWE 36,25% der Aktien platziert hatte. Da nur ein Emissionspreis unterhalb des Buchwertes erreicht wurde, bringt das IPO noch einmal Belastungen für RWE von 600 Mio EUR mit sich. Das um Sondereffekte bereinigte Nettoergebnis legte dagegen im ersten Quartal leicht um 3% zu und betrug nun 1,423 Mrd EUR.
RWE lag mit den Eckdaten leicht unter den Prognosen. Die von Dow Jones Newswires im Vorfeld befragten Analysten hatten im Schnitt mit einem Umsatz von 13,47 Mrd EUR, einem Betriebsergebnis von 2,63 Mrd EUR, einem Nettoergebnis von 826 Mio und einem nachhaltigen Nettogewinn von 1,44 Mrd EUR gerechnet.
Vorbörslich verlor die RWE-Aktie 0,5%. "Unter den Erwartungen", so ein Marktteilnehmer zu den Zahlen. Der Quartalsbericht füge sich in das Bild ein, das E.ON am Mittwoch gegeben habe. Die Bestätigung der Guidance könne stärkere Verluste der Aktie im Tagesverlauf aber wohl verhindern.
Webseite: http://www.rwe.de
-Von Andreas Heitker, Dow Jones Newswires, +49 (0)211 13872 14, andreas.heitker@dowjones.com DJG/hei/mim (END) Dow Jones Newswires
May 15, 2008 02:45 ET (06:45 GMT)
Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc.- - 02 45 AM EDT 05-15-08
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