07.05.2008 09:27
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UPDATE: Commerzbank nimmt Prognose für 2008 zurück

(NEU: Details, Händler, Analyst, Aktie) Von Madeleine Winkler

   DOW JONES NEWSWIRES

FRANKFURT (Dow Jones)--Die Commerzbank AG blickt nach einem wie erwartet schwachen ersten Quartal deutlich vorsichtiger in die Zukunft als bislang. "Es dürfte aus heutiger Sicht sehr schwer werden, das gute Ergebnis des Vorjahres wieder zu erreichen", sagte Vorstandssprecher Klaus-Peter Müller am Mittwoch. Zuvor hatte er sich zuversichtlich gezeigt, das Ergebnis vom Vorjahr zu erreichen oder gar zu übertreffen.

   Auf eine genaue Prognose will sich die Commerzbank noch nicht festlegen. "Angesichts der außergewöhnlichen Finanzmarktsituation wäre es zu diesem Zeitpunkt (...) nicht sinnvoll, einen engen Korridor für die Ertragsziele 2008 anzugeben", erklärte Müller.

   Der Aktienmarkt reagierte gelassen. "Andere Banken haben auch keinen konkreten Ausblick gegeben", sagte ein Händler. Da der Vorsteuergewinn und das Handelsergebnis im ersten Quartal aber überzeugt hätten, würde die Aktie profitieren. Das Papier stieg im Eröffnungshandel um 1%.

   Insgesamt hat die Subprime-Krise der Commerzbank etwas weniger zu schaffen gemacht als von Analysten befürchtet. Vor allem das Handelsergebnis lag zwar mit 173 (301) Mio EUR deutlich unter dem Vorjahresniveau, aber von Dow Jones befragte Analysten hatten mit einem noch stärkeren Rückgang auf 93 Mio EUR gerechnet.

   Das Ergebnis nach Steuern im ersten Quartal hat sich wegen der Subprime-Krise und Sonderbelastungen wie erwartet mehr als halbiert. Der Konzernüberschuss sank auf 280 (609) Mio EUR. Analysten hatten mit einem Rückgang in dieser Größenordnung gerechnet.

   Auch der Rückgang des Gewinns vor Steuern auf 410 (908) Mio EUR fiel sehr deutlich aus; wenn auch die Commerzbank hier etwas besser abschnitt als von Dow Jones befragte Analysten erwartet. Dagegen blieb der Zinsüberschuss mit 1,02 (1,045) Mrd EUR vergleichsweise stabil. Der Provisionsüberschuss sank auf 732 (847) Mio EUR. Die Eigenkapitalrendite auf den Konzernüberschuss erreichte 8,4% (19,7%).

   Als Stütze im ersten Quartal erwies sich die Mittel- und Osteuropasparte. Die Commerzbank zeige, dass sie in Osteuropa gut aufgestellt sei und die Wachstumschancen dort wahrnehme, lobte Analyst Heino Ruland von FrankfurtFinanz. Insgesamt seien die Zahlen durch die Bank etwas besser als erwartet, das operative Ergebnis mit 435 (908) Mio EUR sogar substanziell besser.

   Positiv werteten Börsianer auch die Aussagen zur Eigenkapitalrendite. Diese soll mittelfristig mehr als 15% betragen. Auch künftig werde die Bank konsequent an ihrem profitablen Wachstumskurs festhalten, kündigte Vorstandssprecher Müller an. "Die Commerzbank ist mit einem starken, kundenbasierten Geschäftsmodell sowie dem robusten Kern ihres heimischen Geschäfts gut positioniert. In diesen starken Geschäftsfeldern wollen wir weiter wachsen und unsere Position ausbauen."

   In anderen wichtigen Bereichen dagegen, etwa in Corporates & Markets, in Teilen des Immobiliengeschäfts, vor allem aber in Public Finance und Treasury werde die Commerzbank das Risikopotenzial weiter konsequent reduzieren, sagte Müller. Wegen der großen Verunsicherung der Investoren erwartet er an den ABS-Märkten keine wesentliche Erholung. "Nach einer Abschreibung in Höhe von 179 Mio EUR im ersten Quartal bleiben wir unverändert zuversichtlich, dass die Impairments in 2008 die Gesamtsumme des Jahres 2007 von 636 Mio Euro nicht überschreiten werden." Zuvor hatte die Commerzbank gesagt, die Abschreibungen 2008 würden signifikant niedriger sein als im Vorjahr.

Webseite: http://www.commerzbank.de

-Von Madeleine Winkler, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 - 29725 115, madeleine.winkler@dowjones.com DJG/maw/mim (END) Dow Jones Newswires

   May 07, 2008 03:24 ET (07:24 GMT)

   Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc.- - 03 24 AM EDT 05-07-08

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