25.07.2008 12:06
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UPDATE: Daimler prüft Einstieg beim Lkw-Hersteller Kamaz

   (NEU: Details, Hintergrund)

   STUTTGART (Dow Jones)--Die Daimler AG wird sich möglicherweise am russischen Nutzfahrzeughersteller Kamaz beteiligen. Die Lkw-Sparte verhandele dazu exklusiv mit der Investmentgesellschaft Troika Dialog, teilte der Stuttgarter DAX-Konzern am Freitag mit. Eine Buchprüfung bei Kamaz sei bereits eingeleitet. Bis Endes des Jahres will Daimler zu einer Entscheidung kommen.

   Daimler Trucks verhandelt über eine Beteiligung von 42% bei dem russischen Hersteller. Sollte es zu einem Einstieg kommen, würde Daimler seine technische Kompetenz und Kamaz seine Fertigungsanlagen, Vertriebsstrukturen und ihr Netzwerk vor Ort einbringen.

   Bereits im Januar hat Daimler Trucks angekündigt, sich verstärkt in Russland zu engagieren und dazu bis Jahresende eine strategische Entscheidung treffen zu wollen. Neben der jetzt angekündigten Option, bei Kamaz einzusteigen, prüft Daimler auch den Bau eines eigenen Montagewerkes in Russland.

   Kamaz ist der größte russische Hersteller schwerer Lkw. Im vergangenen Jahr verkaufte das Unternehmen nach Angaben von Daimler rund 53.000 Lkw und erzielte damit einen Umsatz von 3,8 Mrd USD. Rund 25% der Lkw-Produktion exportierte Kamaz in Staaten wie Kasachstan, Ukraine und nach Asien. Am russischen Hersteller ist neben der Investmentgesellschaft Troika Dialog, die insgesamt 54% der Anteile hält, auch noch der russische Staat mit 38% beteiligt.

   Dagegen hat Daimler Trucks in Russland noch Nachholbedarf. Die Nfz-Sparte verkaufte im vergangenen Jahr in Russland nach eigenen Angaben rund 1.300 Einheiten. Laut JD Power verkauften die westlichen Wettbewerber 2007 wesentlich mehr schwere Lkw: MAN lieferte in Russland 2.900 Einheiten aus, Volvo 4.200 Stück und Scania 5.400 schwere Lkw.

   Daimler rechnet früheren Angaben zufolge mit einem starken Wachstum des Lkw-Marktes in Russland. Für 2007 bezifferte Daimler den Gesamtmarkt noch mit 138.000 Einheiten, davon entfielen 121.000 Stück auf russische Hersteller. 2018 rechnet das Unternehmen mit einem Lkw-Markt von 242.000 Einheiten, davon sollen 145.000 Stück den russischen Herstellern kommen.

   Auch für den Bus-Bereich ist Kamaz ein interessanter Partner. Die Russen haben im vergangenen Jahr rund 1.500 Busse produziert. Mitte März hatte Harald Landmann, Leiter der Tochter Daimler Buses, gesagt, sein Unternehmen erwäge eine gemeinsame Produktion in Russland. Eine Daimler-Sprecherin wollte sich dazu am Freitag nicht äußern.

Webseite: http://www.daimler.com

Von Christoph Baeuchle, Dow Jones Newswires; +49 (0)711 - 2287 412, christoph.baeuchle@dowjones.com DJG/cba/rio (END) Dow Jones Newswires

   July 25, 2008 06:03 ET (10:03 GMT)

   Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc.- - 06 03 AM EDT 07-25-08

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