24.07.2008 13:45
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UPDATE: Daimler schockiert Aktienmarkt mit Gewinnwarnung

   (Details, Analysten, Aktienkurs)

Von Christoph Baeuchle

   DOW JONES NEWSWIRES

STUTTGART (Dow Jones)--Die Daimler AG hat den konjunkturellen Gegenwind im zweiten Quartal stark zu spüren bekommen. Bei steigendem Umsatz verbuchte der Stuttgarter Autmobilhersteller einen 4-prozentigen Rückgang beim Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT). Angesichts der steigenden Rohstoffpreise senkte der Stuttgarter Automobilhersteller bei Vorlage der Halbjahresbilanz am Donnerstag die EBIT-Prognose des Konzerns und der Pkw-Sparte für 2008. Der Kurs der Daimler-Aktie ging daraufhin auf Talfahrt.

   Statt eines ursprünglich erwarteten Gewinns vor Zinsen und Steuern von 7,7 Mrd EUR, der damit "deutlich über dem Vorjahr" gelegen hätte, rechnet Daimler nunmehr mit einem EBIT aus dem laufenden Geschäft von mehr als 7 Mrd EUR.

   Anleger reagierten schockiert. Gegen 13.36 Uhr notierte die Aktie mit 38,10 EUR um 10,5% unter dem Vorjahresschluss und ist damit in einem schwächeren Marktumfeld mit deutlichem Abstand schwächster Wert im DAX. Das Tagestief wurde zuvor bei 37,66 EUR erreicht.

   "Das ist eine klare Enttäuschung", urteilte auch Analyst Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler. Alle Volumenhersteller hätten zuversichtlich berichtet, selbst Peugeot und Renault. Gleichlautend äußerte sich auch sein Kollege Aleksander Kuntz von der SEB Bank: "Das ist sehr enttäuschend." Kuntz macht dafür die steigenden Rohstoffkosten verantwortlich, wundert sich allerdings, dass Daimler nicht schon früher eine Gewinnwarnung herausgegeben hat.

   Positiver reagierten die Analysten auf die Zweitquartalszahlen, die auf Konzernebene unerwartet gut ausfielen. So stieg der Umsatz um 6% auf 25,38 (Vorjahr: 23,84) Mrd EUR, wobei das EBIT mit 2,05 (2,13) Mrd EUR um 4% unter dem des Vorjahres blieb. Das Nettoergebnis ging sogar um knapp ein Viertel auf 1,395 (1,85) Mrd EUR zurück.

   Die zwölf von Dow Jones Newswires befragten Analysten hatten im Schnitt mit einem Umsatzplus von 2,9% auf 24,53 Mrd EUR und einem EBIT-Rückgang um 5,9% auf 2,01 Mrd EUR gerechnet. Beim Nettogewinn rechneten sie mit einem Minus von 24,8% auf 1,37 Mrd EUR.

   Für den Gewinnrückgang ist die einstige US-Sparte Chrysler verantwortlich, an der Daimler noch 19,9% hält. Der US-Automobilhersteller belastete das EBIT im zweiten Quartal mit 373 Mio EUR.

   Während auf Konzernebene die Schätzungen übertroffen wurden, verfehlte Mercedes-Benz Cars die Erwartungen. "Das ist eine böse Überraschung bei Mercedes-Benz Cars", urteilte UniCredit-Analyst Georg Stürzer. Die Pkw-Sparte konnte zwar Umsatz und EBIT leicht steigern, allerdings reichen die Effizienzprogramme nicht mehr aus, um die Belastungen durch Rohstoffkosten und Wechselkurse zu kompensieren.

   Daher gab Daimler auch für seine Pkw-Sparte eine Gewinnwarnung ab. Der Konzern rechnet nun damit, dass 2008 das Vorjahresergebnis von 4,75 Mrd EUR nicht erreicht wird. Ursprünglich wollte Daimler das Ergebnis sogar steigern. Zudem geht Daimler von einer geringeren EBIT-Marge aus. Statt einer Umsatzrendite von 9,1% im Vorjahr soll sie im laufenden Jahr nurmehr in der Größenordnung von 8% liegen.

   Dagegen konnte Daimler Trucks trotz der widrigen konjunkturellen Bedingungen in den USA zulegen. Die Nutzfahrzeugsparte steigerte ihren Umsatz um 7% auf 7,385 Mrd EUR und erzielte dabei ein EBIT von 608 (601) Mio EUR.

   Insgesamt äußerte sich Daimler zufrieden über das abgeschlossene Quartal.Es sei ein "sehr gutes zweiten Quartal" gewesen, schreibt der Konzern in seiner Mitteilung. Analysten reagieren irritiert: "Wenn das sehr gut war, was muss ich dann in Zukunft erwarten", fragte etwa Jürgen Pieper.

Webseite: http://www.daimler.com/

Von Christoph Baeuchle, Dow Jones Newswires; +49 (0)711 - 2287 412, christoph.baeuchle@dowjones.com DJG/cba/rio (END) Dow Jones Newswires

   July 24, 2008 07:42 ET (11:42 GMT)

   Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc.- - 07 42 AM EDT 07-24-08

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