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UPDATE: Dresdner Bank drückt Allianz-Gewinn im 1. Quartal
(NEU: weitere Details, Analystenkommentare, Aktienkurs)
Von Peter HerkenhoffDOW JONES NEWSWIRES
MÜNCHEN (Dow Jones)--Die Allianz-Tochter Dresdner Bank hat dem Allfinanzkonzern in den ersten drei Monaten 2008 den Gewinn verhagelt. Die Bankentochter rutschte wegen der Finanzkrise in die roten Zahlen und die Allianz SE wies im Auftaktquartal wegen Wertberichtigungen auf das ABS-Handelsbuch der Dresdner Bank von 845 Mio einen um 64,6% geringeren Konzernüberschuss aus. Das Ergebnis vor Steuern fiel um 58,3% auf 1,902 (4,556) Mrd EUR. Die Allianz-Aktie ermäßigt sich zum Handelsauftakt um 1,5% auf 128,42 EUR.Wie der Münchener DAX-Konzern am Freitag mitteilte, lag der Überschuss bei 1,148 (3,240) Mrd EUR. Der gesamte Umsatz der Allianz-Gruppe ging von Januar bis März um 5,7% auf 27,7 (29,3) Mrd EUR zurück.
Die Dresdner Bank beendete das Auftaktquartal mit einem Periodenfehlbetrag von 513 Mio EUR. Im Vorjahr hatte das Kreditinstitut noch ein Periodenüberschuss von 612 Mio EUR ausgewiesen. Die operativen Erträge fielen um 64,5% auf 719 Mio EUR. Wesentliche Ursache dafür seien Wertberichtigungen von 845 Mio EUR auf das ABS-Handelsbuch gewesen.
"Obwohl wir eine leichte Entspannung auf den US-Hypothekenmärkten und den Aktienmärkten sehen, bleibt es schwer, vorherzusagen, wann sich die Turbulenzen an den Märkten legen werden", sagte Allianz-Vorstand Helmut Perlet. "2008 wird ein schwieriges Jahr bleiben und je länger dieser Zustand anhält, desto schwieriger wird es, unser mittelfristiges Ergebnisziel zu erreichen. Dennoch bleiben wir optimistisch, denn die Kennzahlen zeigen, dass das Unternehmen in sehr guter Verfassung ist und wir bestens positioniert sind für die Rückkehr normaler Marktbedingungen."
Der operative Ergebnisbeitrag der Dresdner Bank verringerte sich im ersten Quartal auf minus 453 (plus 677). Jedoch habe das Institut erfolgreich Einsparungen in allen Kostenkategorien und über alle Geschäftsbereiche erreicht. Insgesamt verringerte sich der operative Aufwand auf 1,16 (1,35) Mrd EUR.
Der Zinsüberschuss der Dresdner Bank betrug 669 Mio EUR nach 900 Mio EUR im Vorjahresquartal. Der Provisionsüberschuss ermäßigte sich auf 604 (789) Mio EUR, was auf das veränderte Marktumfeld zurückzuführen sei, das zu geringeren Erträgen im Bereich des Wertpapiergeschäfts geführt habe. Die Cost-Income-Ratio des Frankfurter Kreditinstituts stieg auf 161,6% (66,9%).
Im Handel wurden die Zahlen als "in line" eingestuft. Der Ergebnisbeitrag der Dresdner Bank sei leicht enttäuschend, die Entwicklung des Combined Ratio könne dagegen überzeugen. Der Ausblick des Unternehmens sei sehr vorsichtig gehalten und könnte die Aktie belasten, lautet die Einschätzung.
Bis auf das Ergebnis bei der Dresdner Bank zeigte sich Merck-Finck-Analyst Konrad Becker mit den Quartalszahlen zufrieden. Nachdem der Konzern bereits vor zwei Wochen einige vorläufige Zahlen veröffentlicht hatte, sei das Ergebnis nicht überraschend gewesen. Der vage Ausblick sei wegen der Unsicherheit an den Märkten verständlich. Seiner Ansicht nach wird die Aktie von den Zahlen nicht profitieren. Er bestätigte seine Halten-Empfehlung mit einem Kursziel von 161 EUR.
Nach Ansicht eines anderen Analysten, der ungenannt bleiben wollte, ist das Auftaktquartal enttäuschend verlaufen. Der Bereich Leben-/Krankenversicherung leide unter einer Absatzflaute, schwierig stelle sich auch die Situation im Asset-Management dar. Das seien allerdings keine spezifischen Allianz-Probleme, sondern branchentypische Erscheinungen. Positiv hebt der Experte allerdings die Entwicklung in der Schaden-/Unfallversicherung und der Combined Ratio hervor.
Der Rückgang beim Quartalsüberschuss im Konzern resultierte nach Unternehmensangaben vor allem aus der bewussten Zurückhaltung bei der Realisierung von Gewinnen aus Kapitalanlagen in einer Phase schwacher Aktienmärkte. Im Vergleichsquartal 2007 hatte die Allianz noch 2 Mrd EUR Realisierungsgewinne verbucht. Wie aus einer Analystenpräsentation hervorgeht, hat der Versicherungskonzern im ersten Quartal lediglich Gewinne von 254 Mio EUR realisiert.
Die Schaden- und Unfallversicherung verbesserte das operative Ergebnis im Auftaktquartal um 16,7% auf 1,48 (1,27) Mrd EUR. Die Combined Ratio lag mit 94,8% im Zielbereich und deutlich niedriger als der Vorjahreswert von 96,8%, hieß es. Die Bruttoprämieneinnahmen blieben mit 13,7 Mrd EUR etwa auf dem Niveau des ersten Quartals im Vorjahr. Die Kostenquote erreichte 26,1% und lag damit etwa 2,5 Prozentpunkte niedriger als im selben Quartal des Vorjahres.
Die Prämieneinnahmen in der Lebens- und Krankenversicherung blieben mit 12,3 Mrd EUR auf dem Niveau des Vorjahres. Das operative Ergebnis ging um 21,5% auf 589 (Vorjahr 750) Mio EUR zurück, in erster Linie verursacht durch ein gesunkenes Kapitalanlageergebnis.
Durch die schwachen Aktienmärkte hat sich das operative Ergebnis im Asset Management auf 241 (312) Mio EUR verringert. Die verwalteten Kapitalanlagen für Dritte verringerten sich von Januar bis März auf 736 (765) Mrd EUR. Der Nettomittelzufluss von 25,9 Mrd EUR wurde vom robusten Rentengeschäft bei Allianz Global Investors gestützt. Die Cost Income Ratio der Sparte betrug 66,9%.
Webseite: http://www.allianz.com http://www.dresdner-bank.de
-Von Peter Herkenhoff, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 29725 116, peter.herkenhoff@dowjones.com DJG/phe/cbr/brb (END) Dow Jones Newswires
May 09, 2008 03:48 ET (07:48 GMT)
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