09.07.2008 11:54
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UPDATE: EZB-Präsident Trichet sieht erste Zweitrundeneffekte

(NEU: weitere Trichet-Aussagen, Gonzalez-Paramo in Madrid) STRASSBURG/MADRID (Dow Jones)--EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hat die wachsame Haltung seiner Institution hinsichtlich der Inflationsentwicklung bekräftigt. Die Europäischen Zentralbank (EZB) werde alle Entwicklungen "sehr aufmerksam" beobachten, sagte Trichet am Mittwoch vor dem Europaparlament in Straßburg. Die am 3. Juli vorgenommene Zinserhöhung werde zur Abwehr von Zweitrundeneffekten bei der Inflation beitragen.

   "Diese Aktion unterstreicht die starke Fokussierung des EZB-Rats auf die Verhinderung von Zweitrundeneffekten und die feste Verankerung der längerfristigen Inflationserwartungen", sagte Trichet. Die Zinserhöhung diene vor allem dazu, mittelfristig die Kaufkraft der Verbraucher vor der Inflation zu schützen. Die Inflation, so der EZB-Präsident weiter, dürfte jedoch noch für längere Zeit hoch bleiben und sich erst im kommenden Jahr "schrittweise abschwächen". Das gegenwärtige Inflationsniveau bezeichnete er als "Besorgnis erregend".

   Trichet sprach zudem erstmals von Zweitrundeneffekten bei der Preisentwicklung. "In einigen Ländern der Eurozone gibt es erste Anzeichen für solche Effekte", sagte der EZB-Präsident. Er betonte dabei die Notwendigkeit, bestehende Systeme von Lohnindexierungen abzuschaffen.

   Die Verbraucherpreise im Euroraum waren im Juni vor dem Hintergrund des starken Anstiegs der Energie- und sonstigen Rohstoffpreise mit einer Jahresrate von 4% gestiegen. Die EZB ist auf die Sicherung mittelfristiger Preisstabilität verpflichtet und sieht diese bei einer Inflationsrate von knapp 2% gewährleistet. Die Notenbank hatte ihren Leitzins am vergangenen Donnerstag um 25 Basispunkte auf 4,25% erhöht. Es war die erste geldpolitische Straffung seit Juni 2007.

   Einige Vertreter des Parlaments kritisierten Trichet dafür, die negativen Folgen der Zinserhöhung für das Wirtschaftswachstum zu ignorieren. Der Chef der Eurogruppe, Jean-Claude Juncker, stellte sich allerdings hinter den EZB-Präsidenten und verteidigte die Geldpolitik der Notenbank. "Die EZB handelt im Einklang mit ihrem Mandat, Preisstabilität zu bewahren", sagte Juncker, der auch Ministerpräsident von Luxemburg ist.

   Die Bereitschaft, Preisstabilität wieder herzustellen, wurde auch in Madrid von EZB-Direktoriumsmitglied Jose Manuel Gonzalez Paramo unterstrichen. "Unsere Verpflichtung ist es, alles Erforderliche dafür zu tun, um die Inflationserwartungen zu verankern und um mittelfristig für stabile Preise zu sorgen", sagte der Spanier am Mittwoch bei einer Finanzkonferenz. Der jüngste Zinsschritt werde dazu einen entsprechenden Beitrag leisten, erklärte Gonzalez Paramo. Er verwies aber darauf, dass weiter Aufwärtsrisiken für die Preisstabilität bestünden.

Webseite: http://www.ecb.int

DJG/DJN/ptt/hab (END) Dow Jones Newswires

   July 09, 2008 05:51 ET (09:51 GMT)

   Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc.- - 05 51 AM EDT 07-09-08

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