07.07.2008 10:30
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UPDATE: Fresenius steigt mit APP-Übernahme in US-Pharmamarkt ein

   (NEU: Analysten, Aktienkurs, Details)

Von Heide Oberhauser-Aslan

   Dow Jones Newswires

BAD HOMBURG (Dow Jones)--Der Gesundheitskonzern Fresenius steigt in den US-Pharmamarkt ein und kauft den Generikahersteller APP Pharmaceuticals mit Sitz in Schaumburg im US-Bundestaat Illinois. Die auf medizinische Ernährung und Infusionstherapie spezialisierte Tochter Fresenius Kabi übernimmt den nordamerikanischen Hersteller von intravenös verabreichen generischen Arzneimitteln (I.V. Generika) zu einem Barkaufpreis von 3,7 Mrd USD, wie der in Bad Homburg beheimatete MDAX-Konzern am Montag mitteilte.

   Durch die Akquisition übernehme Fresenius Kabi eine führende Rolle im weltweiten Geschäft mit I.V. Generika, hieß es weiter. Der Kauf sei ein wichtiger Schritt in der Wachstumsstrategie von Kabi. Die APP Pharmaceuticals Inc biete Fresenius Kabi die seit langem angestrebte Plattform in Nordamerika und attraktive Wachstumschancen für die bestehende Produktpalette, begründete die Fresenius SE die Übernahme.

   Den weiteren Angaben zufolge erhalten die APP-Aktionäre 23 USD in bar je Aktie sowie eine verbriefte und handelbare Erfolgsbeteiligung. Übertreffe die Gesamtsumme des von APP in den Jahren 2008 bis 2010 erzielten bereinigten EBITDA ein festgesetztes Ziel, würden die Aktionäre im Jahr 2011 bis zu 6,00 USD je Aktie erhalten, hieß es weiter.

   Der Barkaufpreis für alle ausstehenden Aktien des Unternehmens einschließlich aller Wandlungs- und Optionsrechte beträgt vor der Erfolgsbeteiligung rund 3,7 Mrd USD. Sollten die APP-Aktionäre die 6 USD je Aktie erhalten, erhöht sich der Kaufpreis APP zufolge auf 4,6 Mrd USD.

   Zudem übernimmt Fresenius APP-Verbindlichkeiten über 940 Mio USD. Fresenius erwartet, dass sich die Akquisition im ersten Jahr neutral und ab dem zweiten Jahr deutlich positiv auf das Ergebnis auswirken wird.

   APP ist auf I.V. Generika für den Einsatz im Krankenhaus spezialisiert und vertreibt ihre Produkte in den USA und Kanada. Das Unternehmen beschäftigt rund 1.400 Mitarbeiter. Das APP-Portfolio umfasse mehr als 100 Arzneimittel für die Onkologie, Intensivmedizin, Anästhesie, Schmerztherapie sowie zur Behandlung von Infektionen.

   Im Geschäftsjahr 2007 erzielte APP einen Umsatz von 647 Mio USD und ein bereinigtes EBITDA von 253 Mio USD. Im zuletzt publizierten Ausblick für das Jahr 2008 erwartet APP einen Umsatz zwischen 730 Mio und 750 Mio USD sowie ein bereinigtes EBITDA zwischen 285 Mio und 300 Mio USD.

   Die Transaktion soll über die Fusion von APP mit einer US-Tochtergesellschaft von Fresenius Kabi erfolgen. Der APP-Gründer und -Mehrheitsaktionär Patrick Soon-Shiong hat sich den Angaben zufolge verpflichtet, seinen Anteil an den Stimmrechten von über 80% für die Transaktion auszuüben. Das Management-Board von APP hat der Transaktion ebenfalls zugestimmt.

   Fresenius plant, die Akquisition durch einen Mix aus Eigen- und Fremdkapital so zu finanzieren, dass mögliche Auswirkungen auf die Ratings der Fresenius SE minimiert werden. Auf Grund der Fortschritte des Konzerns bei der Rückführung des Verschuldungsgrads seit 2006 sei es möglich, den weitaus größten Teil der Aufwendungen über Fremdkapitalinstrumente zu finanzieren, hieß es.

   Die gesamte Finanzierung sei durch entsprechende Zusagen von der Deutschen Bank, Credit Suisse und JP Morgan abgesichert, so Fresenius weiter. Die Details der Finanzierung sollen in den nächsten Wochen veröffentlicht werden. Die Finanzierung werde durch die Deutsche Bank koordiniert, die Fresenius auch bei der Akquisition berät.

   Den Abschluss der Akquisition erwartet Fresenius Ende 2008 oder Anfang 2009.

   Analysten und Händler äußerten sich in ersten Einschätzungen positiv bis kritisch zu dem Zukauf. Die Akquisition sei sinnvoll, da sie zu den strategischen Kernaktivitäten von Fresenius Kabi passe, sagte LBBW-Analyst Karl-Heinz Scheunemann. In der Vergangenheit sei das europäische Geschäft von Kabi bereits auf Generikaaktivitäten erfolgreich ausgerichtet worden.

   Auf dem US-Markt sei Kabi bislang eher unterrepräsentiert. APP sei in einem stark wachsenden Segment des Pharmamarktes mit hohen Profitabilitätschancen tätig und mit einer EBITDA-Marge von über 30% hoch profitabel.

   Der Wert der Transaktion liege etwa bei dem Fünffachen des Umsatzes und dem 15-fachen des EBITDA, erklärte der Analyst. Dies sei eine Größenordnung, in der sich auch vergleichbare Transaktionen bewegten. Kritischer beurteilte eine Analystin den Kauf. APP passe zwar strategisch gut, der Preis sei aber hoch, sagte sie. Auch ein Händler sprach am Morgen von einem "ziemlich hohen Preis". Er erwartet, dass die Aktie von Fresenius daher unter Druck geraten wird.

   Das Papier lag um 10.20 Uhr mit 7,7% im Minus und notierte bei 50,35 EUR. Der Titel war damit der schwächste Wert im MDAX.

Webseiten: http://www.apppharma.com http://www.fresenius.de

- Von Heide Oberhauser-Aslan, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 29 725 113, heide.oberhauser@dowjones.com DJG/hoa/brb (END) Dow Jones Newswires

   July 07, 2008 04:26 ET (08:26 GMT)

   Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc.- - 04 26 AM EDT 07-07-08

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