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UPDATE: Größter TUI-Aktionär kritisiert auf HV Management
Von Kirsten Bienk DOW JONES NEWSWIRES HANNOVER (Dow Jones)--Der größte TUI-Aktionär John Fredriksen hat Vorstand und Aufsichtsrat während der Hauptversammlung erneut für die Führung des Touristik- und Schifffahrtskonzern kritisiert. Gleichzeitig ist er aber von seiner ursprünglichen Forderung nach zwei Aufsichtsratssitzen abgerückt und strebt jetzt nur noch ein Mandat an.
Als Gegenleistung dafür beharrt der norwegische Reeder allerdings auf der Abwahl des Aufsichtsratsvorsitzenden Jürgen Krumnow. Dieser hat Fredriksens Einschätzung zufolge zugelassen, dass der Vorstand seit Jahren den Wert des Unternehmens nicht steigert, sondern vernichtet. Zudem will Fredriksen selbst diesen frei werdenden Platz für sich in Anspruch nehmen.
Fredriksen vertrat seine Meinung am Mittwoch in Hannover nicht selbst. Aus gesundheitlichen Gründen schickte er seinen Vertrauten Tor Olav Troim. Der begründete die Forderungen des mit aktuell 11,747% beteiligten Fredriksen mit der bei TUI nicht "sehr ausgeprägten" Corporate Gouvernance. Zu viele Mitglieder dieses Gremiums würden geschäftliche Beziehungen mit dem Konzern unterhalten und könnten deswegen keine unabhängigen Entscheidungen treffen, führte Troim aus.
Würden sie gegen bestimmte Vorschläge stimmen, würden sie ihr Geschäft mit TUI verlieren. Aus diesem Grund müssten unabhängige Personen das Kontrollgremium besetzen. Fredriksen hält sich dafür als geeignet, da er keinerlei geschäftliche Beziehungen zu TUI unterhält. Abgesehen davon habe Fredriksen eine große Expertise in der Schifffahrt und könnte den Aufsichtsrat bei der geplanten Desinvestition der Containerschifffahrtssparte beraten.
Bereits vor der Hauptversammlung hatte Troim sich gegen die Pläne des TUI-Managements zum Verkauf von Hapag-Lloyd ausgesprochen. Beim gegenwärtigen Finanzmarktumfeld rechnet er mit keinem angemessenen Verkaufspreis. Er plädierte deswegen für eine Abspaltung, eine Weiterentwicklung des Geschäftes und einen anschließenden Börsengang.
Fredriksen bekräftigte sein Interesse als TUI-Aktionär und seine Verbundenheit zu dem Unternehmen. Vorausgesetzt, es werde kein reines Touristikunternehmen. Sollte dies geschehen, werde sich der Reeder auf langfristige Sicht als Aktionär zurückziehen. Mit Touristik ist seiner Einschätzung zufolge kein Gewinn zu machen. Und genau dies sei aber sein Wunsch. Fredriksen sei bei TUI wegen des Schifffahrtsgeschäftes eingestiegen mit einer Aussicht auf eine Steigerung der Werte, sagte Troim.
Seine Verbundenheit zum Unternehmen macht Fredriksen auch an seinem Wunsch fest, weitere TUI-Aktien zu kaufen. So habe er dem zweitgrößten Aktionär Alexey Mordashov am Vortag den Kauf seines rund 10%igen Aktienpaketes für einen Stückpreis für 19 EUR angeboten. Der russische Investor habe aber abgelehnt. An der Börse will der Großaktionär aber nicht zukaufen. Er will nur Anteile von touristisch orientierten Aktionären, die die Strategie des Vorstandes unterstützen. Die diesem Lager zuzurechnenden Anteilseigner hat er bislang aber nicht gefragt.
Fredriksen versicherte der Hauptversammlung, dass er "kein Unruhestifter, kein Hedge Fonds, kein Finanzinvestor" sei, sondern ein Aktionär, der Werte schaffen und Arbeitsplätze erhalten wolle. Er sei mit den besten Absichten bei TUI eingestiegen, habe dann aber intensiver eingreifen müssen als der Vorstand durch andauernde "Strategieänderungen" aufgefallen sei.
TUI-Vorstandsvorsitzender Michael Frenzel hatte der Hauptversammlung zuvor noch einmal erklärt, dass die beschlossene Trennung von der Schifffahrtssparte unumstößlich sei. Gegenwärtig prüft das Management alle Optionen, favorisiert derzeit einen Verkauf. Dieser ist seinen Angaben zufolge am schnellsten und einfachsten durchzuführen und verspreche einen sehr hohen Gewinn.
Es gibt laut Frenzel noch keine Vorentscheidung für einen Käufer und alleine der Preis soll den Ausschlag für eine Entscheidung geben. Außerdem bekräftigte Frenzel, dass die Aktionäre angemessen an dem Verkaufserlös beteiligt werden. Der Prozess zur Desinvestion verläuft seinen Angaben zufolge planmäßig, wird aber noch einige Monate dauern.
Vor Beginn der Hauptversammlung hatte der Vorstand noch überraschend Eckzahlen des ersten Quartals 2008 genannt. Der Umsatz der Sparten ist um 24% auf 5,1 Mrd EUR gestiegen, der Verlust beim bereinigten Sparten-EBITA hat sich auf 196 (248) Mio EUR verringert.
Vor diesem Hintergrund bekräftigte Frenzel den Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr. Er rechnet weiterhin mit einem steigendem Umsatz und einem höheren Ergebnis. Außerdem teilte der Vorstand mit, dass die Verhandlungen mit Lufthansa über eine Fusion von Germanwings und TUIfly gut vorankommen und in den nächsten Wochen mit einem Abschluss zu rechnen sei. TUI will an dem Gemeinschaftsunternehmen 40% halten, Lufthansa ebenfalls.
Webseite: http://www.tui-group.com-Von Kirsten Bienk, Dow Jones Newswires, +49 (0)40 3574 3116, kirsten.bienk@dowjones.com DJG/kib/nas (END) Dow Jones Newswires
May 07, 2008 08:54 ET (12:54 GMT)
Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc.- - 08 54 AM EDT 05-07-08
| 16.05.2008 | TUI halten | Norddeutsche Landesbank (Nord/LB) | |
| 15.05.2008 | TUI akkumulieren | Independent Research GmbH | |
| 15.05.2008 | TUI buy | SEB AG | |
| 09.05.2008 | TUI buy | SEB AG | |
| 29.04.2008 | TUI Depotaufnahme | Volksbank Karlsruhe eG |
Aktien in diesem Artikel
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