22.07.2008 13:24
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UPDATE: Investitionskosten drücken Gewinn von comdirect

   (NEU: Aktienkurs, Aussage Vorstandsvorsitzender)

Von Frances Palgrave

   DOW JONES NEWSWIRES

FRANKFURT (Dow Jones)--Die comdirect bank AG hat im ersten Halbjahr infolge höherer Kosten einen Gewinnrückgang verbucht. Wie das Institut mit Sitz in Quickborn bei Hamburg am Dienstag mitteilte, sank das Ergebnis vor Steuern verglichen zum Vorjahr auf 40,25 (47,4) Mio EUR. Im zweiten Quartal ging der Vorsteuergewinn dabei auf 12,8 (21,5) Mio EUR zurück.

   Der Vorstandsvorsitzende Michael Mandel sprach von einem "ordentlichen" Ergebnis in einem "schwierigen Börsenumfeld". Im Gespräch mit Dow Jones Newswires erläuterte er, Privatanleger und institutionelle Anleger hätten sich in der ersten Jahreshälfte stark zurückgehalten.

   Demnach sank der Provisionsüberschuss des Online-Brokers der Commerzbank im Halbjahresvergleich wegen des schwachen Börsenumfelds um 15% auf 65,6 Mio EUR, während der Zinsüberschuss vor Risikovorsorge dank eines kräftigen Zuwachses bei den Kundeneinlagen um 41% auf 82 Mio EUR zulegte.

   Bei der Kundenzahl, den Depots und den Tagesgeldkonten habe die Direktbank ihre mittelfristigen Wachstumsziele bereits so gut wie erreicht, führte Mandel weiter aus. "Bei den Girokonten müssen wir noch zulegen", räumte er ein. Im ersten Halbjahr zählte die Bank rund 370.000 Girokonten. Bis Ende 2009 soll die Girokontenzahl auf über 450.000 steigen.

   Für das zweite Halbjahr rechnet Mandel mit einer "weiter verhaltenen" Börsenaktivität. Dementsprechend soll der Vorsteuergewinn 2008 auf 70 Mio von 90,5 Mio EUR im Vorjahr zurückgehen. Das Ergebnisziel von mehr als 100 Mio EUR vor Steuern für 2010 behielt das Institut bei seiner ersten Nennung der Gesamtjahresprognose bei.

   Zum mittelfristigen Ergebniswachstum beitragen soll eine möglichst schnelle Umsetzung des Wachstumprogramms "comvalue". Für 2008 kündigte der Vorstandsvorsitzende Investitionen von 60 Mio bis 70 Mio EUR an. Ursprünglich wollte die Bank 2008 rund 50 Mio EUR in ihre Umwandlung in eine Vollbank investieren. Die comdirect bank will ihr klassisches Bankgeschäft ausbauen, um unabhängiger vom schwankungsvollen Brokergeschäft zu werden.

   Der seit März amtierende Vorstandsvorsitzende pocht dabei auf die Umsetzung seiner Strategie. Hinsichtlich einer möglichen Fusion zwischen der Commerzbank und der Dresdner Bank mit der neuen Direktbank-Tochter Dresdner Bank 24 sagte Mandel, comdirect sei eine eigenständige Bank. Die Kooperation seines Instituts mit dem Münchener Immobilienfinanzierer Interhyp im Bereich Baufinanzierung gehe auch nach der Übernahme der Interhyp durch den niederländischen Finanzkonzern ING-DiBa weiter, fügte er hinzu.

   Anleger reagierten enttäuscht auf die Halbjahresergebnisse und die Gesamtjahresprognose des Brokers. Bis gegen 12.51 Uhr verloren die im SDAX gelisteten Titel 5,4% auf 7,35 EUR.

   Die Analysten von equinet sprachen von schwächer als erwarteten Halbjahreszahlen. Sie verwiesen dabei auf die höher als erwartet ausgefallenen Kosten und einen niedriger als erwarteten Zinsüberschuss. Ihre Kollegen von Sal. Oppenheim nannten die Ergebnisprognose für 2008 "konservativ". Sie rechneten bisher mit einem Gesamtjahresergebnis von 84,8 Mio EUR. Die Schätzung von equinet lautet auf 87 Mio EUR.

Webseite: http://www.comdirect.de

- Von Frances Palgrave, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 29725 108, unternehmen.de@dowjones.com DJG/pal/brb (END) Dow Jones Newswires

   July 22, 2008 07:22 ET (11:22 GMT)

   Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc.- - 07 22 AM EDT 07-22-08

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