E.ON Aktiengesellschaft EO Aktie [WKN: 909855 / ISIN: US2687801033]

Sende E-Mail
Drucken
08.05.2008 12:10
Drucken |

Schrift:

UPDATE: Kein RWE-Netzverkauf wegen möglicher EU-Kartellstrafe

   (NEU: Details, Hintergrund)

Von Andreas Heitker

   DOW JONES NEWSWIRES

ESSEN (Dow Jones)--Die RWE AG sieht nach den Worten ihres Vorstandsvorsitzenden Jürgen Großmann keine Gefahr einer größeren EU-Kartellstrafe, mit der Essener Konzern doch noch zum Verkauf des Stromnetzes gedrängt werden könnte. RWE habe intern prüfen lassen, was dem Unternehmen von Seiten der EU-Kommission drohen könne, habe dabei aber nur Kleinigkeiten und "nichts lebensbedrohliches" gefunden, sagte Großmann am Mittwochabend vor der Wirtschaftspublizistischen Vereinigung in Essen.

   RWE werde deshalb auch nicht präventiv sein Stromnetz veräußern. "Ich wüsste nicht, warum wir deshalb unser Geschäftsmodell ändern sollten", sagte er. RWE habe von der EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes bisher auch keine konkreten Vorwürfe gegen das Unternehmen vernommen - weder auf der Strom- noch auf der Gasseite.

   Die E.ON AG hatte Ende Februar überraschend einen Deal mit der Europäischen Kommission bekannt gegeben und sich zu einem Verkauf ihres Hochspannungsnetzes bereit erklärt. Im Gegenzug sollte die Kommission alle laufenden Kartellverfahren einstellen. Der E.ON-Vorstandsvorsitzende Wulf Bernotat hatte auf der jüngsten Hauptversammlung bestätigt, dass Kartellstrafen von bis zu 6,7 Mrd EUR gedroht hätten, auch wenn eine solche Höhe nicht zu erwarten gewesen sei.

   Presseberichten zufolge bereitet die EU-Kommission zurzeit auch einen Handel mit RWE vor. Die "Financial Times Deutschland" hatte am Mittwoch geschrieben, die Kommission stehe kurz davor, RWE ihre offiziellen Beschwerdepunkte zuzustellen. Dem Essener Versorger werde vorgeworfen, er habe seinen Konkurrenten den Zugang zu seinem Gasnetz verweigert oder zumindest überhöhte Preise verlangt.

   Die RWE Transportnetz Strom GmbH besitzt ein Hochspannungsnetz von rund 11.300 Kilometern Länge. Dies ist nach Unternehmensangaben das längste in Deutschland. Bis 2017 will der DAX-Konzern in dieses Netz nahezu 3 Mrd EUR investieren.

   Großmann schloss am Mittwochabend nicht grundsätzlich aus, dass sich die Haltung des Konzerns zu einem Netzverkauf irgendwann ändern wird. RWE wolle ein "unternehmerischer Eigentümer" der Netze sein, sagte er. Wenn der Konzern aber irgendwann keine Verfügungsgewalt mehr habe und zugleich niedrige Renditen erzielt würden, müsse neu überlegt werden. "Die Trennung von den Netzen wäre für RWE auch keine Frage von Leben und Tod", betonte Großmann. Der Wert des Hochspannungsnetzes liege bei rund 2 Mrd EUR. Die eigentlich geplanten Investitionen für das Kraftwerk Ensdorf seien beispielsweise höher gewesen.

   Großmann verwies darauf, dass auch der RWE-Aufsichtsrat (AR) im vergangenen Jahr bereits einen möglichen Netzverkauf diskutiert habe. Es sei aber damals schon eine Entscheidung gegen eine Veräußerung gefallen. RWE verhandele derzeit mit niemanden über einen Verkauf der Netze und habe auch gar kein Angebot vorliegen. Er könne sich auch nicht vorstellen, dass ein Netzverkauf bei der nächsten AR-Sitzung im September auf der Tagesordnung stehen werde.

   Großmann sieht sein Unternehmen derzeit nicht von einer Übernahme bedroht. "Ich glaube nicht, dass sich im Moment irgendjemand für RWE interessiert", sagte er. Von den erneuten Börsengerüchten über ein mögliches Angebot von Electricité de France (EdF) habe er auch gehört, wisse hierüber aber nichts. Sein letzter Kontakt zur EdF-Führung sei im Januar in Davos gewesen. Damals habe sein CEO-Kollege Pierre Gadonneix ihm auch zugesichert, EdF werde nur dort investieren, wo der Konzern gerufen werde und erwünscht sei.

   RWE habe das Zeug, auch in Zukunft ein eigenständiger und erfolgreicher Konzern zu bleiben, bekräftigte Großmann. An den kommunalen Anteilseignern des Konzerns sei dies allerdings nicht festzumachen. Diese hielten derzeit zwar insgesamt noch rund 25% der RWE-Aktien, eine Sicherheit gegen eine Übernahme sei dies aber nicht.

   Einen Kommentar zum möglichen RWE-Interesse an British Energy lehnte Großmann erneut ab. Auch wollte er nicht sagen, ob der Konzern bis Freitag ein Angebot einreichen wird. Im April war bereits von Zeitungen berichtet worden, RWE habe ein indikatives Gebot über 700 Pence je British-Energy-Aktie in bar vorgelegt, was das britische Unternehmen mit bis zu 11 Mrd GBP bewerten würde. Er könne solche Berichte "überhaupt nicht bestätigen", sagte Großmann jetzt lediglich.

Webseite: http://www.rwe.de

-Von Andreas Heitker, Dow Jones Newswires, +49 (0)211 13872 14, andreas.heitker@dowjones.com DJG/hei/brb (END) Dow Jones Newswires

   May 08, 2008 06:07 ET (10:07 GMT)

   Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc.- - 06 07 AM EDT 05-08-08

Aktien in diesem Artikel

Top-Rankings




Die 30 bestbezahlten US-CEOs
klicken Sie hier

Die 30 weltgrößten Unternehmen
klicken Sie hier
Wie beurteilen Sie die Gewerkschaften in Deutschland?
Am besten abschaffen
Unabdingbar für den sozialen Frieden
Dringend reformbedürftig




Wie bewerten Sie diese Seite?   sehr gut        schlecht
 

Anzeige

Anzeige