23.07.2008 08:45
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UPDATE: Merck KGaA bekräftigt trotz Währungsbelastung Prognose

   (NEU: Weitere Aussagen des Unternehmens, Händler, Analyst)

Von Heide Oberhauser-Aslan

   Dow Jones Newswires

FRANKFURT (Dow Jones)--Die Merck KGaA hat trotz deutlich negativer Währungseffekte im zweiten Quartal 2008 die Gesamterlöse und das operative Ergebnis gesteigert. Zugleich bekräftigte der in Darmstadt beheimatete DAX-Konzern seine Gesamtjahresprognose. Demnach rechnet Merck weiterhin mit einem Anstieg der Gesamterlöse um 5% bis 9%. Die Umsatzrendite abzüglich der Abschreibungen und der Integrationskosten bei Merck Serono soll dabei zwischen 23% und 27% liegen.

   Im zweiten Quartal steigerte der Pharma- und Spezialchemiekonzern die Gesamterlöse trotz Währungsbelastungen um 6,1% auf 1,903 Mrd EUR. Damit legten die Gesamterlöse stärker zu als von Dow Jones Newswires befragte Analysten erwartet hatten. Sie hatten im Mittel mit 1,887 Mrd EUR gerechnet. Das operative Ergebnis verbesserte sich um 15,5% auf 320,5 Mio EUR. Es lag damit unterhalb der Schätzungen von im Mittel 327 Mio EUR. Nach Steuern und Anteilen anderer Gesellschafter verdiente der Konzern 207,4 Mio EUR. Analysten hatten im Mittel im Vorfeld 215 Mio EUR prognostiziert.

   In der Flüssigkristallsparte steigerte der Konzern die Erlöse im Quartal um 7% auf 238 Mio EUR. Bei Bilanzierung in Landeswährung hätte der Zuwachs den Angaben zufolge 21% betragen. Das operative Ergebnis der Sparte fiel im Vergleich zum starken Vorjahresquartal um 13% auf 107 Mio EUR. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum seien positive Währungseffekte verbucht worden, erläuterte Merck. Zudem habe im Vorjahr die Auflösung einer Rückstellung geltend gemacht werden können. Die Umsatzrendite ging auf 45,0% von 55,0% im Vorjahresquartal und 51,1% im ersten Quartal 2008 zurück.

   Die Flüssigkristall-Einzelsubstanzen von Merck werden den Angaben zufolge in Darmstadt produziert und nach Asien verschifft. An den asiatischen Standorten erfolgt nur noch die Endmischung. Die Umsatzerlöse werden in US-Dollar oder lokaler Währung verbucht. Die Geschäfte der Sparte seien daher nicht auf natürliche Weise gegen Währungseffekte abgesichert, erläuterte Merck. Das Fehlen einer natürlichen Absicherung gegen Währungseffekte wirke sich unmittelbar auf den Gewinn der Sparte aus, begründete Merck den Gewinnrückgang der Sparte.

   Die Sparte Merck Serono verzeichnete im zweiten Quartal einen Anstieg der Gesamterlöse um 8,3% auf 1,237 Mrd EUR. Negative Währungseffekte hätten das Wachstum der Gesamterlöse um 4,8 Prozentpunkte geschmälert, hieß es. Das Krebsmedikament "Erbitux" erlöste im Berichtszeitraum 145 Mio EUR und damit 24% mehr als im entsprechenden Vorjahresquartal. Im ersten Quartal waren mit dem Mittel ebenfalls Erlöse von 145 Mio EUR erzielt worden. Starke Zuwächse wurden den Angaben zufolge in Frankreich, Spanien und China erzielt.

   Das Medikament zur Behandlung der Multiple Sklerose, "Rebif", erlöste im Berichtsquartal 320 Mio EUR. Gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal sei dies ein Anstieg um 2,8% gewesen, hieß es. Der Anstieg sei vor allem auf das solide Umsatzwachstum in Europa und das organische Umsatzwachstum von 15% in den USA zurückzuführen.

   Der Handel bezeichnete die Zahlen von Merck in ersten Einschätzungen "grob inline bis leicht schwächer als erwartet". Das Ergebnis je Aktie habe mit 2,05 EUR leicht unter der Erwartung von rund 2,10 EUR gelegen. Die Gewinnkennziffern hätten alle leicht unter den diversen Prognosen gelegen. Wegen der Währungseinflüsse sei das aber absehbar gewesen, erklärte ein Händler.

   Positiv sei, dass das Unternehmen den Ausblick für 2008 bestätigt habe. Die Umsatzzahlen beim LCD-Geschäft und Erbitux seien inline. "Der Markt wartet heute noch auf Aussagen zum Wachstumspotenzial von Erbitux", so ein weiterer Händler. Per Saldo dürfte die Aktie in einem positiven Marktumfeld leicht positiv reagieren, meinte er.

   Weitgehend im Rahmen der Erwartungen sind laut Hanns Frohnmeyer von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) die Zweitquartalszahlen von Merck ausgefallen. "Dass Merck den Ausblick bestätigt hat, ist wohl das Wichtigste", sagte der Analyst zu Dow Jones Newswires. Dass Währungseffekte die Erträge belasten würden, sei "zumindest zum Teil erwartet" worden.

   Das Geschäft mit Flüssigkristallen (LCD) sei im zweiten Quartal schwach verlaufen. Die Zielspanne von Merck laute auf 47% bis 52%. Dies habe mit Blick auf das Gesamtjahr Sorgen um das Erreichen der Ziele Vorschub geleistet.

   "Auch vor diesem Hintergrund ist die Bestätigung des Ausblicks eine gute Nachricht", sagt der LBBW-Analyst. Positiv sei, dass "die Pharmaprodukte trotz der negativen Wechselkurseffekte so gut laufen". Zu möglichen Auswirkungen der Zahlen auf die Einstufung der Merck-Aktie mit "Kaufen" wollte sich Frohnmeyer zunächst nicht äußern.

Webseite: http://www.merck.de -Von Heide Oberhauser-Aslan, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 29 725 113,

   heide.oberhauser@dowjones.com

   DJG/hoa/brb

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   July 23, 2008 02:42 ET (06:42 GMT)

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