Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft Aktie [WKN: 843002 / ISIN: DE0008430026]

Sende E-Mail
Drucken
08.05.2008 09:30
Drucken |

Schrift:

UPDATE: Münchener Rück verbucht im 1Q Gewinnrückgang

(NEU: Ausblick, Analystenstimme, Sparten, Aktienkurs, Details) Von Rüdiger Schoß

   DOW JONES NEWSWIRES

MÜNCHEN (Dow Jones)--Belastet von Kursrückgängen am Aktienmarkt und mehreren Großschäden hat die Münchener Rückversicherung AG im ersten Quartal rund ein Fünftel weniger Gewinn als im Vorjahreszeitraum erzielt. Das Nettoergebnis nach Anteilen Dritter sank um 19,1% auf 775 (2007: 958) Mio EUR, wie der gemessen am Prämienaufkommen weltweit zweitgrößte Rückversicherer am Donnerstag in München mitteilte. Das Bruttoprämienaufkommen des Konzerns sank um 1,8% auf 9,844 (10,020) Mrd EUR. Von Dow Jones Newswires befragte Analysten hatten mit 10,047 Mrd EUR Bruttoprämien und 779 Mio EUR Nettoergebnis gerechnet.

   Das Ergebnis sei unter dem Strich "akzeptabel", aber die Abweichungen darüber seien teilweise "sehr heftig", sagte Analyst Lucio Di Geronimo von der Unicredit. Die Schadenkostenquote sei im Rückversicherungsgeschäft deutlich höher als erwartet ausgefallen und lasse es schwierig erscheinen, dass das Jahresziel von 98% erreicht werde. Das Anlageergebnis, dass schwer zu schätzen gewesen sei, sei im Gesamtergebnis niedriger als erwartet ausgefallen. Die Aktien verlieren im frühen Handel 2% auf 122,15 EUR.

   Als positive Überraschung hob der Analyst das Erstversicherungsgeschäft hervor, dass mit einer Schadenkostenquote von 89% "außerordenlich stark" ausgefallen sei. Zudem habe sich das Lebensversicherungsgeschäft im Erst- und Rückversicherungsgeschäft gut entwickelt. Der Experte hält deshalb die Jahresziele noch für erreichbar und bestätigte die Einstufung "Buy" mit Kursziel 160 EUR.

   Der im DAX gelistete Konzern senkte seine Bruttoprämien-Prognose für das laufende Jahr auf 36,0 Mrd bis 37,5 Mrd EUR. Bislang hatte sie 37,5 Mrd bis 38,5 Mrd EUR angepeilt. Trotz des Umsatz- und Gewinnrückgangs im ersten Quartal hofft der Konzern, 2008 eine Rendite auf das risikoadjustierte Eigenkapital (Return On Risk Adjusted Capital - RORAC) von "mindestens 15% zu erreichen. "Dabei streben wir für 2008 einen Gewinn von 3,0 bis 3,4 Mrd EUR an", so Finanzvorstand Jörg Schneider in einer Pressemitteilung.

   Das vom Unternehmen als Zielgröße betrachtete Nettoergebnis vor Dritten schrumpfte um 19,4% auf 785 (974) Mio EUR und blieb damit gleichfalls unter den durchschnittlich von Analysten erwarteten 799 Mio EUR. Das operative Ergebnis sank im Auftaktviertel auf 1,151 (1,313) Mrd EUR. Befragte Analysten hatten im Durchschnitt mit 1,196 Mrd EUR gerechnet. Unternehmensangaben zufolge brach das Kapitalanlageergebnis wegen stark fallender Kurse am Aktienmarkt um 46,6% auf 1,687 Mrd EUR ein. Damit blieb es weit hinter den allgemein erwarteten 2,435 Mrd EUR zurück.

   Im Erstversicherungsgeschäft, das gemessen an den Bruttoprämien zu 93% von der ERGO-Gruppe bestritten wird, sank das operative Ergebnis um 22,2% auf 246 (316) Mio EUR. Die Bruttoprämien schrumpften auf 4,803 (4,758) Mrd EUR. Die Schaden-Kostenquote betrug 89% nach 102,1% im Vorjahreszeitraum. Das Konzernergebnis gab um 34,8% auf 163 (250) Mio EUR nach. Bei der Ergo sank der Nettogewinn angesichts eines deutlich geringeren Kapitalanlageergebnisses im ersten Quartal auf 151 (250) Mio EUR.

   Im Rückversicherungsgeschäft machte sich im ersten Quartal bei der Münchener Rück mehrere Großschäden bemerkbar. Sie drückten das Ergebnis um 26,6% auf 586 (798) Mio EUR. Die Schadenkosten-Quote betrug 103,8% nach 101,8% im ersten Quartal 2007. Die Bruttobeiträge gingen wegen der Entwicklung auf den Devisenmärkten auf 5,492 (5,820) Mio EUR zurück.

   Die Gesamtbelastung aus Großschäden bezifferte der Konzern mit 578 (538) Mio EUR. Die Schäden aus dem Sturm "Emma" drückten die Konzernbilanz vor Steuern um 75 Mio EUR. Zugleich schlugen die Überschwemmungen von zwei Kohlebergwerken in Australien mit fast 100 Mio EUR zu Buche.

   Die Erneuerungsrunde zum 1. April in den USA, Indien, Japan und Korea hat sich den Angaben zufolge uneinheitlich entwickelt. Während der Preisdruck anhalte, steuere der Konzern zur Sicherung "risikoadäquater Preise" mit Portfolio-Umschichtungen aktiv dagegen, so Vorstandsmitglied Thorsten Jeworrek in einer Pressemitteilung. Auf für die zum 1. Juli anstehenden Erneuerungen weiterer Teile des Amerika- und Australien-Geschäfts solle die Ertragsorientierung im Vordergrund stehen.

Webseite: http://www.munichre.com

-Von Rüdiger Schoß, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 29725 117, ruediger.schoss@dowjones.com DJG/rso/mim (END) Dow Jones Newswires

   May 08, 2008 03:28 ET (07:28 GMT)

   Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc.- - 03 28 AM EDT 05-08-08

Aktien in diesem Artikel

Top-Rankings




Die 30 bestbezahlten US-CEOs
klicken Sie hier

Die 30 weltgrößten Unternehmen
klicken Sie hier
Angenommen, der Bundeskanzler würde in Deutschland direkt gewählt werden. Für wen würden Sie stimmen?
Angela Merkel
Kurt Beck
Christian Wulff
Frank Walter Steinmeier
Guido Westerwelle
Oskar Lafontaine




Wie bewerten Sie diese Seite?   sehr gut        schlecht
 

Anzeige

Anzeige