Praktiker Bau- und Heimwerkermärkte Aktie [WKN: A0F6MD / ISIN: DE000A0F6MD5]

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23.07.2008 10:24
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UPDATE: Praktiker senkt Umsatzprognose wg Konsumzurückhaltung

(NEU: Details, Aussagen des Finanzvorstands, Aktienkurs)

Von Natali Schwab DOW JONES NEWSWIRES FRANKFURT (Dow Jones)--Die Praktiker Bau- und Heimwerkermärkte Holding AG hat ihre Umsatzprognose für das laufende Jahr aufgrund einer schwachen Entwicklung des Konsums in Deutschland gesenkt. Das Unternehmen erwartet nun einen Umsatzanstieg im niedrigen einstelligen Prozentbereich, wie die Baumarktkette mit Sitz im saarländischen Kirkel am Mittwoch mitteilte. Zuvor hatte Praktiker ein Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich prognostiziert.

   Im Gegenzug bekräftigte Praktiker die Prognose für das EBITA mit 135 Mio bis 140 Mio EUR. Dies wären 10 Mio bis 15 Mio EUR mehr, als der Konzern 2007 vor Erfüllung der Kartellamtsvorgaben im Zusammenhang mit der Max-Bahr-Übernahme erzielt habe, hieß es. Im ersten Halbjahr erreichte Praktiker bei einem stagnierendem Umsatz eine deutliche Verbesserung des operativen Ergebnisses im zweistelligen Prozentbereich. Dies war vor allem auf die Neuausrichtung der Marketingaktivitäten im Inland zurückzuführen, die sich positiv auf die Rohertragsmarge auswirkten.

   Für das laufende Jahr geht Praktiker nun von einer Eintrübung der Konjunktur im Inland aus. In Deutschland werde mit einem Umsatzrückgang gerechnet, dessen Ausmaß sehr davon abhänge, ob die derzeitige Konsumzurückhaltung anhalte oder sich inflationsbedingt gar noch verstärke, berichtete Praktiker. "Umso wichtiger ist", wird Vorstandsvorsitzender Wolfgang Werner zitiert, "dass der Umsatz in den internationalen Märkten unverändert mit einer zweistelligen Rate zunimmt. Die Expansionsstrategie von Praktiker ist der Garant für stetiges, profitables Wachstum im Konzern."

   Finanzvorstand Thomas Ghabel sagte in einer Analystenkonferenz, das Umfeld für das zweite Halbjahr bleibe schwierig, Praktiker sei aber darauf vorbereitet. Optimistisch zeigte er sich hinsichtlich des internationalen Geschäfts. So bekräftigte er die Gesamtjahresprognose eines Wachstums von 20%. Ein flächenbereinigtes Plus von 3% bis 5% sei möglich. Dabei verwies er auf mögliche negative Währungseffekte als Unsicherheitsfaktor. Die Planung, 15 bis 20 neue Stores zu eröffnen, bleibe bestehen. Dabei sei jedoch mit Neueröffnungen eher am unteren Ende der Spanne zu rechnen.

   Nichtsdestotrotz senkte Praktiker seine Prognose für die Investitionen. Diese dürften bei 140 Mio EUR liegen. Zuvor hatte der Baumarktkonzern mehr als 150 Mio EUR angekündigt. Der Schwerpunkt liege dabei auf der Expansion im Ausland. Einen Ausblick für 2009 mochte Ghabel nicht geben: Dafür sei es noch zu früh.

   Das Deutschland-Geschäft, welches immer noch den Löwenanteil bei Praktiker ausmacht, zeigte sich im ersten Halbjahr weiter rückläufig: Der Umsatzbeitrag ging um 6% auf 1,419 Mrd EUR zurück, auf vergleichbarer Fläche lag das Minus bei 8,4%, wie Praktiker mitteilte. Dieser Rückgang sei zum Teil auf das sich spürbar verschlechternde Marktumfeld zurück zu führen, zum Teil aber auch auf die Neuausrichtung der Marketingaktivitäten für die Marke Praktiker, die u. a. eine deutliche Reduzierung der Anzahl von 20-Prozent-Aktionen beinhaltet habe.

   Der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Werner kommentierte: "Wir haben die dadurch ausgelösten Einbußen an Umsatz zugunsten einer besseren Rohertragsmarge bewusst in Kauf genommen".

   Operativ erzielte Praktiker dank der Neuausrichtung einen Gewinnsprung. Das Bruttoergebnis vom Umsatz erhöhte sich in den ersten sechs Monaten um 7% auf 665 Mio EUR, die Rohertragsmarge nahm um 2,3 Prozentpunkte auf 33,3% zu. Das EBITA stieg in Folge dessen um 20,5% auf 59,2 Mio EUR. Das Inlandsgeschäft steuerte mit 34,9 Mio EUR fast doppelt soviel wie im Vergleichszeitraum des Vorjahres bei. Dies zeige, "dass es richtig war, in Deutschland die Konzentration wieder stärker auf die Marge statt auf die Umsatzvolumina zu richten, so Werner.

   Das zweite Quartal zeigte sich auch im Vergleich zu den auch saisonal schwachen ersten drei Monaten stark verbessert. Das EBITA stieg auf 80 (Vorjahr: 69) Mio EUR. Dies lag über den Erwartungen von Dow Jones Newswires befragten Analysten, welche im Mittel mit 76 Mio EUR gerechnet hatten. Im ersten Quartal hatte Praktiker einen Verlust von 20,8 Mio EUR verzeichnet. Der Quartalsüberschuss erhöhte sich um 8,3% auf 55,7 (51,4) Mio EUR.

   Die Praktiker-Aktie eröffnete mit einem Plus von 5,8%. Bis 10.17 Uhr gibt das Papier seine Gewinne wieder ab und notiert bei 11,98 EUR, ein Minus von 0,2%.

Webseite: http://www.praktiker.com

- Von Natali Schwab, Dow Jones Newswires; +49 (0)69-29725 111, unternehmen.de@dowjones.com

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   July 23, 2008 04:19 ET (08:19 GMT)

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