25.07.2008 16:06
Drucken |

Schrift:

UPDATE: Real-Sanierung und Adler-Verkauf belastet Metro im 2Q

(NEU: Details, Hintergrund, Marktreaktionen)

Von Andreas Heitker DOW JONES NEWSWIRES DÜSSELDORF (Dow Jones)--Die Metro AG treibt die Sanierung ihrer Real-Warenhäuser und den Verkauf der Modekette Adler voran, was zu Belastungen im zweiten Quartal geführt hat. Dies teilte der Düsseldorfer Handelskonzern am Freitag und damit wenige Tage vor Veröffentlichung seines Halbjahresberichts mit. Die Prognosen für das Gesamtjahr blieben dennoch unangetastet.

   Das DAX-Unternehmen kündigte an, die Veräußerung von Adler nun vorzubereiten. Die Modemärkte seien "kein strategischer Bestandteil des Portfolios", erklärte der Vorstandsvorsitzende Eckhard Cordes. Vor dem Hintergrund einer schwachen Entwicklung in einem derzeit insgesamt sehr schwierigen Textilmarktumfeld habe sich Metro entschlossen, die Trennung von Adler zu forcieren.

   Derzeit gibt es 126 Adler-Märkte, davon 108 in Deutschland und weitere in Österreich und Luxemburg. 2007 verbuchte Metro hier einen Umsatz von 518 Mio EUR. Nach Angaben des Konzerns werden die in den Büchern stehenden Firmenwerte von Adler in Höhe von 312 Mio EUR im zweiten Quartal komplett abgeschrieben. Hinzu kommen weitere Belastungen in Höhe von 63 Mio EUR, vor allem für noch fällige Mietzahlungen.

   Auch zur bereits laufenden Restrukturierung der deutschen Real-Warenhäuser traf der DAX-Konzern weitere Entscheidungen: So will sich Metro bis Anfang 2010 von 27 defizitären Standorten trennen. In diesem Zusammenhang entstehen im zweiten Quartal Einmalaufwendungen von 237 Mio EUR, wie das Unternehmen ankündigte. Bisher war die Rede davon gewesen, dass sich der Konzern von rund 40 nicht profitablen Märkten trennen will. Die jetzige Entscheidung sei ein erster Schritt, erläuterte ein Sprecher. Über den Verbleib der anderen Märkte gebe es noch keine Entscheidung.

   Nach Einschätzung von Cordes ist die Straffung des Ladennetzes von Real "ein wichtiger Meilenstein" des Sanierungsprogramms. Das deutsche Real-Geschäft gilt bei der Metro bereits seit längerem als Problembereich. Die Märkte sollen in diesem Jahr unter anderem mit einer Image-Kampagne voran gebracht werden. Zudem sollen Preise und Kosten weiter gesenkt werden. Cordes hat deutliche Verbesserungen innerhalb von zwei Jahren eingefordert. Die Real-Sparte hatte im ersten Quartal 2008 einen EBIT-Verlust von 40 Mio EUR verbucht.

   Der DAX-Konzern unterstrich am Freitag, dass es sich bei den Belastungen im Zuge des Adler-Verkaufs und der Real-Sanierung um Sonderfaktoren handele, die nicht in der Ergebnisprognose der Gruppe für 2008 berücksichtigt seien. Im laufenden Geschäftsjahr rechne Metro deshalb unverändert mit einem EBIT-Plus von 6% bis 8% vor Sonderfaktoren. Auch die Umsatzprognose, die ein Plus von mehr als 6% vorsieht, bleibe unverändert, ergänzte der Sprecher auf Anfrage. Die Belastungen würden auch keine Auswirkungen auf den Dividendenvorschlag für 2008 haben.

   Die Metro-Aktie zeigte sich am Freitagnachmittag gegen 16.00 Uhr bei 37,50 EUR und damit 1,9% unter dem Vortagesniveau. Ein Händler verwies darauf, dass die Schritte weitgehend auch schon auf der Bilanzpressekonferenz im März angekündigt worden seien. "Die Hauptsache ist, dass sie gleichzeitig ihre Jahresprognose bestätigt haben", sagt er. Die Sonderbelastungen, die dadurch im Geschäftsjahr 2008 entstehen, dürften durch die Marktschließungen wettgemacht werden. Langfristig sei dies positiv zu sehen.

Webseite: http://www.metrogroup.de

-Von Andreas Heitker, Dow Jones Newswires, +49 (0)211 13872 14, unternehmen.de@dowjones.com DJG/hei/nas (END) Dow Jones Newswires

   July 25, 2008 10:03 ET (14:03 GMT)

   Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc.- - 10 03 AM EDT 07-25-08

Aktien in diesem Artikel

Was denken Sie über die KfW?
Wichtige Institution
Stümperhafte Vorstände
Sollte abgeschafft werden
Milliardengrab für Steuergelder
Muss umgebaut werden




Wie bewerten Sie diese Seite?   sehr gut        schlecht
 

Anzeige

Anzeige