29.04.2008 14:00
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UPDATE: Sanierung von VDO belastet Conti im ersten Quartal

   (NEU: mit Ganal, Rohstoffkosten, Aktienkurs)

Von Katharina Becker

   DOW JONES NEWSWIRES

HANNOVER (Dow Jones)--Trotz laufender Sanierung der schwächelnden Antriebssparte Powertrain, schwacher Reifenabsätze und steigender Rohstoffpreise ist die Continental AG besser in das neue Jahr gestartet als erwartet. "Wir haben trotz unbefriedigender Entwicklung der Reifenmärkte unsere Erwartungen für den Gesamtkonzern klar übertroffen", erklärte Vorstandsvorsitzender Manfred Wennemer am Dienstag. "Mit den soliden Ergebnissen der ersten drei Monate im Rücken sind wir zuversichtlich, unsere Jahresziele zu erreichen."

   Obwohl der März in diesem Jahr wegen des frühen Osterfestes drei Arbeitstage weniger hatte als 2007, verbuchte der Hannoveraner Automobilzulieferer von Januar bis März einen Umsatz von 6,64 Mrd EUR, während Analysten mit 6,54 Mrd EUR gerechnet hatten. Im Vergleich zu den Einnahmen des Vorjahresquartals von 3,97 Mrd EUR entspricht dies einem Zuwachs von knapp 68%.

   Die Sanierung der Sparte Powertrain, in der die im vergangenen Jahr übernommenen Siemens VDO aufging, belastete die Konzernkasse im ersten Quartal. Unter dem Strich brach der Gewinn um 38% auf 167 Mio EUR ein.

   Vor Zinsen und Steuern (EBIT), Abschreibungen auf Vermögenswerte aus der Kaufpreisallokation (PPA) sowie Restrukturierungs- und Integrationskosten erwirtschafteten die Hannoveraner jedoch 588 Mio EUR. Im Vergleich zum Vorjahr war dies ein Anstieg um knapp 33% und deutlich mehr, als von Analysten mit 554 Mio EUR erwartet. Bis Jahresende rechnet Wennemer mit Aufwendungen von 522 Mio EUR für die Sanierung der Sparte Powertrain.

   Im März sei das Reifengeschäft wegen des frühen Osterfestes und des kalten Wetters "extrem schwach" gelaufen, sagte Finanzvorstand Alan Hippe im Gespräch mit Dow Jones Newswires. "Im April lief es jedoch wieder besser", fügte Hippe an, der seit April auch das Geschäft mit Pkw-Reifen verantwortet. Nicht zufrieden sei er dagegen mit dem Absatz der Winterreifen. "Das lief auch in diesem Jahr nicht berauschend", sagte er mit Blick auf das schwache Vorjahr.

   Trotz der steigenden Rohstoffpreise und der Kosten für die Integration und Sanierung der ehemaligen Siemens VDO gab sich der Automobilzulieferer für das Gesamtjahr optimistisch. "Das zweite Quartal ist zeimlich gut angelaufen", sagte Finanzvorstand Alan Hippe im Gespräch mit Dow Jones Newswires.

   Steigende Rohstoffkosten wolle Conti etwa mit höheren Preisen auffangen. Im ersten Jahresviertel seien die Rohstoffkosten auf Jahressicht um 38 Mio EUR gestiegen. In den USA habe der DAX-Konzern daher bereits zwei Mal die Reifenpreise erhöht, räumte Hippe ein. In Europa stehe die Entscheidung noch aus.

   Der nach Umsatz fünftgrößte Automobilzulieferer der Welt will im laufenden Jahr mehr als 26,4 Mrd EUR einnehmen. Dabei soll die EBIT-Rendite vor Abschreibungen auf Vermögenswerte aus der Kaufpreisallokation (PPA) sowie Restrukturierungs- und Integrationskosten mehr als 9,3% betragen. Im ersten Quartal lag die Marge nach Konzernangaben bei 8,9%. "Und das erste Quartal ist nun wahrlich nicht unser stärkstes", gab Hippe zu bedenken.

   Um die eigenen Renditevorgaben von 10% zu erreichen, will sich der Automobilzulieferer von unrentablen Aktivitäten trennen. Die Hannoveraner hatten in der vergangenen Woche angekündigt, nach der Elektromotorensparte auch das Geschäft mit Systemen zur Kraftstoffförderung und Tankentlüftung der ehemaligen VDO, Fuel Supply Systems, zu veräußern.

   Bis zum Jahresende soll ein Käufer gefunden sein. Konkrete Gespräche gebe es nicht, sagte Hippe. Grundsätzlich sei auch der Verkauf an einen Investor denkbar. "Das ist jedoch eher etwas für Strategen."

   Denkbar ist auch ein Ausstieg aus dem Nutzfahrzeug-Reifengeschäft. "Das lief im ersten Quartal wirklich alles andere als befriedigend", räumte Hippe ein. "Wir müssen uns fragen, ob wir die Margenziele jemals erreichen." Angesichts der Sondereffekte sei das erste Quartal jedoch nicht repräsentativ. Eine Entscheidung solle zum Jahresende fallen.

   Die Ergebnisse des ersten Quartals sind nur bedingt mit den Vorjahreszahlen vergleichbar, da der Konzern nach der Übernahme von VDO seine Geschäftsfelder neu geordnet hat. Continental hatte VDO im vergangenen Herbst für 11,4 Mrd EUR übernommen. In den Büchern des Konzerns erschien VDO erstmals im Dezember 2007.

   An der Börse konnte die Continental-Aktie die Verluste aus dem frühen Geschäft zunächst deutlich verringern. "Hier sind wieder erste Käufer unterwegs", erklärte ein Händler. Für den schlechten Start hatte auch die Prognosesenkung des Wettbewerbers Michelin für das Gesamtjahr gesorgt. Gegen Mittag lag das Conti-Papier jedoch wieder 2,2% im Minus bei 75,08 EUR.

Webseite: http://www.conti-online.de/

-Von Katharina Becker, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 - 29725 112, katharina.becker@dowjones.com DJG/kat/rio (END) Dow Jones Newswires

   April 29, 2008 07:58 ET (11:58 GMT)

   Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc.- - 07 58 AM EDT 04-29-08

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