Der unabhängige Aufsichtsratausschuss (der "Ausschuss") von Alcon,
Inc. (NYSE: ACL)
gab heute bekannt, dass das Unternehmen auf das Angebot von Novartis AG
("Novartis") vom 4. Januar hinsichtlich der verbleibenden an der Börse
gehandelten Minderheitsbeteiligungen von Alcon im Rahmen einer
Zwangsfusion nach Schweizer Recht offiziell geantwortet hat. In seinem
Brief an Dr. Daniel Vasella, Chairman und CEO von Novartis und Mitglied
im Aufsichtsrat von Alcon, teilte der Ausschuss mit, dass er unter
anderem auf Grund der Beratung seines unabhängigen Finanzberaters
entschieden hat, dass der von Novartis vorgeschlagene Preis sowie andere
Bedingungen äußert unangemessen sind und dass die finanzielle Analyse,
auf der das einseitige Angebot von Novartis beruht, grundlegend falsch
ist.
Der Ausschuss gab außerdem bekannt, dass das Zwangsumtauschangebot von
Novartis anstößig und Ausdruck einer bodenlosen Respektlosigkeit
gegenüber den Minderheitsaktionären von Alcon, von denen viele
Mitarbeiter sind, die über 60 Jahre lang zur Wertschöpfung von Alcon
beigetragen haben, sei. Das Angebot von Novartis würde diesen Wert auf
ungerechte und unfaire Weise unter seinen beiden größten Aktionären
aufteilen, was weder für ein Unternehmen vom Format von Novartis
angemessen noch fair gegenüber den Alcon-Aktionären sei, von denen viele
Daueranleger seit dem Börsengang im Jahr 2002 sind. Der Ausschuss weist
darauf hin, dass die Mitarbeiter von Alcon eine der größten Gruppen von
Minderheitsaktionären darstellen.
Der Ausschuss gelangte zu dieser Entscheidung nach einer sorgfältigen
Überprüfung der Bedingungen und finanziellen Aspekte des Angebots von
Novartis und nach Analyse der von Alcon seinem Senior-Management-Team
zur Verfügung gestellten Informationen zur Vergangenheit des
Unternehmens und zur antizipierten finanziellen Entwicklung, zu
Wachstumsperspektiven und Synergiepotentialen durch die Fusion. Der
Ausschuss arbeitete bei der Durchführung der Analyse eng mit seinen
unabhängigen Finanz- und Rechtsberatern, Greenhill & Co., Sullivan &
Cromwell LLP und Pestalozzi, Zürich, zusammen.
Novartis schlug vor, die Alcon-Aktien zu einem Preis von 2,8
Novartis-Aktien je Aktie von Alcon durch eine Zwangsfusionstransaktion
zu erwerben. Zum 19. Januar 2010 wird das Angebot auf Grund des
Rückgangs des Aktienkurses von Novartis auf 151,43 USD pro Alcon-Aktie
geschätzt, was weit unter den 180 USD in Bar, die Novartis zum Erwerb
seiner Mehrheitsstellung zahlen wird, liegt.
Thomas G. Plaskett, Vorsitzender des Ausschusses , teilte mit: "Der
Ausschuss ist davon überzeugt, dass die die zugrunde liegenden
Erfahrungen der Vergangenheit und die von der Geschäftsführung erwartete
zukünftige finanzielle Entwicklung von Alcon einen wesentlich höheren
Preis rechtfertigen als der, den das aktuelle Angebot von Novartis
widerspiegelt. Außerdem haben die Minderheitsaktionäre Rechte, die
respektiert werden müssen."
Plaskett sagte weiterhin: "Wir gehen davon aus und sind besorgt, dass
die derzeitige Lage den wichtigen Mitarbeiterstamm von Alcon, unter dem
sich viele Aktionäre befinden, beunruhigt und wir wissen die anhaltenden
Anstrengungen und das Engagement der Mitarbeiter, während wir uns auf
Aufsichtsratsebene mit dieser Angelegenheit befassen, zu schätzen."
Nach Ansicht des Ausschusses ignoriert die von Novartis angewandte
Finanzmethode vorsätzlich die dokumentierte Marktleistung und operative
Leistung von Alcon sowie die Tatsache, dass Alcon in der Vergangenheit
im Vergleich zu Unternehmen der gleichen Kategorie mit einer
erstklassigen Bewertung gehandelt wurde. Alcon wurde regelmäßig vom
Markt für seine solide Grundsubstanz, seine Führungsposition in der
Branche und seine Outperformance des erwarteten Quartalsgewinns in 26
von 29 Fällen seit seinem Börsengang im Jahr 2002 anerkannt und mit
einer Prämie ausgezeichnet.
Der Ausschuss nimmt außerdem zur Kenntnis, dass der den
Publikumsaktionären angebotene Preis weit unter dem liegt, der an Nestlé
für die Kontrollmehrheit gezahlt wird, was in der jüngsten Vergangenheit
ähnlicher Transaktionen nahezu beispiellos ist.
Ferner wiederholt der Ausschuss seine Enttäuschung über Novartis’
öffentliche Andeutung, dass Novartis die Minderheitsaktionäre von Alcon
im Wesentlichen zur Annahme der Bedingungen seines Angebots zwingen
kann. Vielmehr ist der Ausschuss der Meinung, dass das Schweizer Recht
und die Statuten von Alcon die Minderheitsrechte durch die Forderung,
dass eine vorgeschlagene Fusion mit einem Mehrheitsaktionär durch einen
Ausschuss unabhängiger Aufsichtsratsmitglieder genehmigt werden muss,
ausdrücklich schützen. Diese Rechte seien durch den Gesamtaufsichtsrat
vor nicht allzu langer Zeit im Dezember 2008 bestätigt und gestärkt
worden, als in Folge der ursprünglichen Übernahme eines Anteils von rund
25 Prozent der Alcon-Aktien von Nestlé durch Novartis der Aufsichtsrat
von Alcon der Gründung eines ständigen Ausschusses unabhängiger
Aufsichtsratsmitglieder, dessen erklärtes Ziel es ist, die
Minderheitsaktionäre zu schützen, zustimmte. Dr. Vasella, der
Novartis-Vertreter im Alcon Aufsichtsrat, war zu dieser Zeit ein
Mitglied des Aufsichtsrats und stimmte der Gründung des Ausschusses zu.
Plaskett sagt weiterhin: "Verfechter der guten Unternehmensführung und
der anerkannten Grundsätze von Fairness und Gleichbehandlung in der
Schweiz und den USA sind über die Zwangsmittel, mit denen Novartis die
Minderheitsaktionäre von Alcon auszunutzen versucht, zurecht empört. Der
Ausschuss wird alle geeigneten und verfügbaren Maßnahmen abwägen und
ergreifen, um sicherzustellen, dass die Rechte der Minderheitsaktionäre
von Alcon nicht in der von Novartis vorgeschlagenen Art und Weise mit
Füßen getreten werden."
Der Ausschuss ist ferner der Ansicht, dass das Schweizer Recht und die
Statuten von Alcon fordern, dass die Aufsichtsratsmitglieder sich aus
Entscheidungen, bei denen sie sich in einem Interessenkonflikt befinden,
heraushalten, was bedeutet, dass die von Novartis ernannten, nicht
unabhängigen Aufsichtsratsmitglieder dazu verpflichtet wären, sich aus
allen Entscheidungen des Alcon-Aufsichtsrats bezüglich der Annahme des
Fusionsangebots von Novartis herauszuhalten. Ebenso wären
Aufsichtsratsmitglieder, die sich in einem Interessenkonflikt befinden,
dazu verpflichtet, sich bei der Abstimmung in Bezug auf die Absetzung
von Mitgliedern des Ausschusses und alle anderen Handlungen, die mit dem
Ziel, die Befugnis der echt unabhängigen Mitglieder des Ausschusses zur
Annahme oder Ablehnung des Fusionsangebots zu umgehen, ergriffen werden,
der Stimme zu enthalten.
Der Ausschuss hat zusätzliche Informationen einschließlich Antworten auf
häufig gestellte Fragen, einer Zusammenfassung seiner finanziellen
Analyse und Links zum Schweizerischen Obligationenrecht, dem Schweizer
Fusionsgesetz und dem Organisationsreglement von Alcon auf seiner
Webseite veröffentlicht: www.transactioninfo.com/alcon.
Telefonkonferenz/Webcast für Investoren
Der Ausschuss führt am Mittwoch, den 20. Januar um 8.30 Uhr
US-Ostküstenzeit eine Telefonkonferenz mit Webcast für die
Alcon-Investoren durch. Die Zuschaltung zur Telefonkonferenz erfolgt
unter +1 866 831 6272 (Teilnehmer in den USA) und +1 617 213 8859
(internationale Teilnehmer). Der Zuschaltcode für Teilnehmer ist
63612961. Der Webcast ist im Bereich "Investor Relations" auf der
Aclon-Webseite unter www.alcon.com.
Eine Wiederholung der Telefonkonferenz ist außerdem eine Woche lang
unter der Telefonnummer +1 888 286 8010 (Teilnehmer in den USA) und +1
617 801 6888 (internationale Teilnehmer) abrufbar. Der Code für die
Wiederholung lautet 52559963.
Nachstehender Brief erging an Dr. Vasella:
Novartis AG
Lichtstrasse 35
4056 Basel
Schweiz
z. Hd.: Dr. Daniel Vasella, Chairman und CEO
20. Januar 2010
Sehr geehrter Dr. Vasella,
Ich schreibe Ihnen im Namen des unabhängigen Aufsichtsratausschusses
(der "Ausschuss”) des
Aufsichtsrats von Alcon, Inc. ("Alcon”)
in Erwiderung auf das Angebot der Novartis AG ("Novartis”)
vom 4. Januar bezüglich des Squeeze-Out der Minderheitsaktionäre von
Alcon durch eine Zwangsfusion, bei der jeder Alcon-Titel gegen 2,8
Novartis-Aktien umgetauscht werden soll (das "Fusionsangebot
von Novartis”), was derzeit etwa 151,43 USD je Alcon-Titel in
Novartis-Aktien entspricht (im Vergleich zu den 180 USD in Bar, die
Novartis an die Nestlé AG ("Nestlé”)
zahlen will.
Antwort auf das Fusionsangebot von
Novartis
Nach ausführlicher Rücksprache mit seinen unabhängigen Finanz- und
Rechtsberatern hat der Ausschuss das Fusionsangebot von Novartis für
äußerst unangemessen und die dem Fusionsangebot von Novartis
zugrundeliegende Analyse für grundlegend falsch befunden. Außerdem sei
das Fusionsangebot von Novartis nicht im besten Interesse von Alcon und
seinen Minderheitsaktionären. Aus diesen Gründen, wie weiter unten und
in der beigefügten Anlage "Zusammenfassung der finanziellen Analyse"
ausführlicher erklärt wird, lehnt der Ausschuss das Fusionsangebot von
Novartis ab.
-
Auf Grund der Beratung seines unabhängigen Finanzberaters,
Greenhill & Co., ist der Ausschuss der Ansicht, dass der Grundwert von
Alcon als eigenständiges Unternehmen weit über dem von Novartis
angebotenen Preis liegt.
-
Alcons "unbeeinflusster" Aktienkurs liege weit über dem von
Novartis behaupteten Preis von 137 USD und die von Novartis zur
Untermauerung dieser Behauptung eingesetzte Analyse sei grundlegend
falsch.
-
Wie in der beigefügten Zusammenfassung der finanziellen Analyse
beschrieben, wendet Novartis in der "Methode 1” ein
Kurs-Gewinn-Verhältnis über einen inkonstanten Zeitraum an. Eine
Korrektur dieses irreführenden Ansatzes würde eine Reihe
implizierter "unbeeinflusster" Aktienkurse ergeben, die in etwa
der Schlussnotierung von Alcon zum 31. Dezember 2009 von 164,35
USD entsprechen.
-
In seiner "Methode 2" behauptet Novartis, dass Alcon gemäß einer
Reihe von marktbreiten Aktienindizes der Gesundheitsbranche zu
handeln sei und ignoriert dabei die Tatsache, dass Alcon seit
seinem Börsengang im Jahr 2002 jeden der 12 von Novartis
angeführten Indizes konstant übertroffen hat (sowohl vor als auch
nach dem 4. April 2008).
-
In seiner "Methode 3" trifft Novartis eine selektive Auswahl aus
Kommentaren von Aktienanalysten, um so seinen Standpunkt zu
belegen, und hebt dabei drei Analysten (von 12, die sich mit Alcon
befassen) hervor, die sich auf einen "unbeeinflussten" Aktienkurs
von rund 137 USD beziehen. Zwar kommentieren nicht alle Analysten
die sich mit Alcon befassen den "unbeeinflussten" Aktienkurs, doch
sieben der acht Analysten (einschließlich der drei von Novartis
angeführten), die sich zum erwarteten Squeeze-Out-Preis von
Novartis äußern, geben 181 USD oder mehr an.
-
Auf Grundlage von Informationen der Alcon-Geschäftsführung ist der
Ausschuss der Ansicht, dass Novartis auf Grund der
Nichtberücksichtigung der bestehenden bedeutenden Ertragssynergien in
der Transaktion die erreichbaren Synergien unterbewertet habe. Zudem
habe Novartis mangels einer vollständigen Kombination seine Fähigkeit
zur Realisierung von Kostensynergien überbewertet und spräche den
Minderheitsaktionären
<span
class="bwunderlinestyle">keinen</span> Wert aus der Synergie zu.
-
Der Ausschuss widerspricht Novartis’ Behauptung, dass eine Prämie
von 12 % gegenüber dem "unbeeinflussten Aktienkurs" so ziemlich genau
dem entspricht, was Minderheitsaktionäre bei ähnlichen Transaktionen
erhalten haben.
-
Ein Vergleich von etwa 250 Squeeze-Out-Transaktionen (mit einem
Volumen von 100 Millionen USD oder mehr), die in den letzten zehn
Jahren angekündigt wurden, zeigt, dass die letzten Endes für die
Minderheitsaktien gezahlte Prämie gegenüber dem Aktienkurs eine
Woche und einen Monat vor der Ankündigung im Durchschnitt 27% bzw.
30 % mit Mittelwerten von 18 % bzw. 21 % betrug.
-
Tatsächlich hat Novartis selbst einen Präzedenzfall geschaffen,
als es beim Squeeze-Out der Minderheitsaktionäre von Eon Labs 2005
eine Prämie von rund 25 % gegenüber dem "unbeeinflussten
Aktienkurs" entrichtete, was einer Prämie von 9 % gegenüber dem
Preis für die Aktienmehrheit entsprach.
-
Neben der Unterbewertung der Minderheitsaktien von Alcon erwähnt
der Ausschuss besonders den Zwangscharakter des Novartis-Angebots.
-
Auf Grund der Wertunsicherheiten, die aus der Verwendung von
Eigenkapital (anstelle von Barmitteln) als Transaktionswährung
resultieren, betrachtet der Ausschuss das Angebot von Novartis zum
Umtausch seiner Aktien gegen Alcon-Aktien als den Nestlé angebotenen
Bedingungen unterlegen.
Zusammengefasst kam der Ausschuss nach gründlicher Beratung mit seinem
unabhängigen Finanzberater zu dem Schluss, dass Novartis den
"unbeeinflussten Akteinkurs" stark unterbewertet habe und dass die auf
einen solchen Preis anzusetzende Prämie weit über den von Novartis
angebotenen 12 % liegt.
Rolle der und Wirkung auf die
Alcon-Mitarbeiter
Die Mitarbeiter von Alcon stellen den größten Wert des Unternehmens dar,
und es ist eine Tatsache, dass durch ihre Anstrengungen und ihr
beispielloses Talent aus Alcon das erfolgreiche Unternehmen wurde, das
Sie beim Kauf des ersten Anteils an Alcon im April 2008 durch Novartis
und erneut bei Ausübung der Option zur Übernahme des verbleibenden
Anteils von Nestlé an Alcon zu einem Preis von 180 USD in Bar je
Alcon-Aktie gelobt haben. Diese Mitarbeiter sind Alcon gegenüber äußerst
loyal und stark an dem Unternehmen beteiligt. Gemeinsam besitzen sie im
Rahmen verschiedener Belegschaftsaktienprogramme Millionen Alcon-Aktien
und sind so eine der größten Gruppen von Minderheitsaktionären. Diese
Mitarbeiter können sehen, dass durch das Novartis-Angebot der durch
diese Mitarbeiter im Laufe der Zeit geschaffene Wert auf ungerechte und
unfaire Art und Weise und auf Kosten aller Minderheitsaktionäre an die
beiden größten Aktionäre von Alcon verteilt wird.
Rolle des unabhängigen
Aufsichtsratsausschusses
Als Mitglied des Aufsichtsrats von Alcon, der die Gründung und die
Satzung unseres Ausschusses im Dezember 2008 genehmigt hat, müsste Ihnen
durchaus bewusst sein, dass das erklärte Ziel des Ausschusses darin
besteht, in Bezug auf Transaktionen mit verbundenen Parteien, an denen
Mehrheitsaktionäre von Alcon (wie Novartis) beteiligt sind, als
unvoreingenommenes Gremium zu handeln und die Interessen von Alcon und
die der Minderheitsaktionären von Alcon bei solchen Transaktionen zu
schützen.
Unsere Überprüfung und Analyse der letzten Wochen bestätigt, dass die in
der Pressemitteilung des Ausschusses vom 4. Januar zum Ausdruck
gebrachte Ansicht, dass das Novartis-Fusionsangebot auf einen Versuch
hinauslaufe, den Schutz der Minderheitsaktionäre, der ihnen unter dem
Schweizer Recht zusteht und der in den Statuten von Alcon verankert ist,
zu umgehen. Nach weiterer Rücksprache mit unseren Rechtsberatern ist der
Ausschuss zu dem Schluss gelangt, dass Novartis
die Bedingungen des Novartis-Fusionsangebot den Minderheitsaktionären
ohne die Genehmigung eines unvoreingenommenen Gremiums von
Aufsichtsratsmitgliedern nicht einseitig aufzwingen kann. Nach
Artikel VIII der Statuten und gemäß den einschlägigen Bestimmungen des
Schweizer Rechts, einschließlich Artikel 717 des Obligationenrechts,
sind alle Aufsichtsratsmitglieder, die sich in einem Interessenkonflikt
befinden, (wie auch die von Novartis ernannten, nicht unabhängigen
Aufsichtsratsmitglieder) dazu verpflichtet, sich bei Abstimmungen über
Angelegenheiten in Zusammenhang mit dem Novartis-Fusionsangebot der
Stimme zu enthalten. Dieser grundlegende Schutz wurde eingeführt, um die
Minderheitsaktionäre vor möglichen Zwangsmaßnahmen, die die
Mehrheitsgesellschafter ergreifen könnten, zu schützen und der Ausschuss
ist enttäuscht, dass Novartis diesen Schutz anscheinend auf eine derart
unverschämte Weise verhöhnt.
Sie und das Management-Team von Novartis haben anscheinend öffentlich
verlauten lassen, dass Novartis nach Vollzug der Übernahme der
verbleibenden Alcon-Anteile von Nestlé die Mitglieder des Ausschusses
einfach absetzten wird, wenn wir mit Novartis’ Beurteilung der Fairness
des Novartis-Fusionsangebots an die Minderheitsaktionäre nicht
übereinstimmen. Offensichtlich sind wir nicht der Ansicht, dass diese
Strategie funktionieren wird und merken an, dass alle beabsichtigten
Maßnahmen zu deren Umsetzung (wie z. B. das Absetzen der Mitglieder des
Ausschusses, die Änderung der Zusammensetzung des Ausschusses oder jede
sonstige Minimierung der Schutzrechte der Minderheitsaktionäre in den
Statuten) zum gleichen Interessenskonflikt wie oben in Zusammenhang mit
dem Novartis-Fusionsangebot genannt führen würden, in welchem Fall die
Aufsichtsratsmitglieder, die sich in einem Interessenkonflikt befinden,
dazu verpflichtet wären, sich bei allen Abstimmungen über solche
Maßnahmen der Stimme zu enthalten.
Es ist wichtig, dass Sie verstehen, dass die Antwort des Ausschusses von
heute nur der erste von potenziell vielen Schritten ist, die der
Ausschuss bei der Erfüllung seiner Verpflichtung zur Verteidigung von
Alcon und der Minderheitsaktionäre gemäß den Statuten von Alcon und dem
Schweizer Recht unternehmen kann.
Als Antwort auf das Feedback und die Fragen, die wir von unzähligen
Aktionären erhalten haben, hat der Ausschuss Antworten auf häufig
gestellte Fragen vorbereitet, in denen die rechtlichen Hindernisse, auf
die Novartis bei jedem Versuch, die Bedingungen des
Novartis-Fusionsangebots den Minderheitsaktionären einseitig
aufzuerlegen, stößt, beschrieben werden, selbst nach dem Punkt, an dem
dies ein "schwieriges Unterfangen" wird, um Ihre Worte zu gebrauchen.
Schluss
Wie Sie sicher zu schätzen wissen, hat der Ausschuss sich dazu
verpflichtet, seine Ansichten in Bezug auf das Novartis-Fusionsangebot
allen Minderheitsaktionären mitzuteilen und nimmt daher diesen Brief in
die Unterlagen auf, die der Ausschuss heute der Öffentlichkeit
zugänglich macht.Wir denken, dass eine rasche und gerechte Lösung dieser
Angelegenheit im Interesse aller Beteiligten ist.
Mit freundlichen Grüßen,
Thomas G. Plaskett
Zusammenfassung der finanziellen Analyse
-
Auf Grund der Beratung seines unabhängigen Finanzberaters,
Greenhill & Co., ist der Ausschuss der Ansicht, dass der Grundwert von
Alcon als eigenständiges Unternehmen weit über dem von Novartis
angebotenen Preis liegt.
-
Eine Barwertrechnung des Strategieplans der Geschäftsführung
ergibt einen bedeutend höheren Wert als eigenständiges Unternehmen
(d. h. vor Betrachtung von Synergien oder Squeeze-Out-Prämien).
-
Der Ausschuss hat großes Vertrauen in die Fähigkeit der
Alcon-Geschäftsführung zur Erfüllung seines Strategieplans.
-
Alcon wird vom Markt als einzigartige Investmentchance betrachtet
und wurde seit seinem Börsengang im Jahr 2002 regelmäßig mit einer
erstklassigen Bewertung im Vergleich zu Unternehmen der gleichen
Kategorie ausgezeichnet.
-
Alcon ist eindeutiger Markführer in beinahe allen seinen
Geschäftsbereichen (Chirurgie, Arzneimittel und Verbraucher)
und hat die größte globale Verkaufs- und
Marketinginfrastruktur in der Augenheilkunde aufgebaut.
-
Alcon ist die einzige Aktiengesellschaft dieser Größe, die
sich beinahe ausschließlich auf die Augenheilkunde
konzentriert.
-
Der Augenheilkundesektor profitiert auf Grund des attraktiven
Kosten-/Nutzenverhältnisses der Kataraktchirurgie und
steigender Einkommen von starken Wachstumschancen auf den
aufstrebenden Märkten und ist auf Grund seiner geographischen
Streuung und der Vielfalt seiner Vertriebswege weniger
anfällig gegenüber dem Erstattungsdruck in den USA.
-
Alcon hat seit seinem Börsengang die Schätzungen der Analysten
für 26 von 29 Quartalen übertroffen.
-
Die Alcon-Aktien schlossen am Börsentag vor der Ankündigung von
Novartis mit 164,35 USD.
-
Zum 19. Januar 2010 stellt das Novartis-Angebot einen Abschlag von
16 % gegenüber dem Stückpreis von 180 USD, die Novartis an Nestlé
zahlt, dar.
-
Der Ausschuss ist der Ansicht, dass der "unbeeinflusste Börsenkurs"
von Alcon wesentlich höher ist als von Novartis behauptet.
-
Der Aktienkurs von Alcon stieg im Laufe des Jahres 2009 konstant
an; und auch wenn Novartis behauptet, dass dies auf Spekulationen
mit den Alcon-Aktien zurückzuführen sei, fiel dieser Anstieg mit
positiven Gewinnüberraschungen in jedem Quartal und zunehmend
höheren Gewinnerwartungen der Analysten (siehe Anhang) zusammen.
-
Alcon verzeichnete keine nennenswerten Spitzen im Handelsvolumen,
die auf Spekulationen hindeuten könnten, mit Ausnahme von einem
einzigen Tag im Dezember, an dem ein Aktienanalyst einen Bericht
über einen potenziellen Squeeze-Out schrieb.
-
Dem Bericht gingen Kommentare des Novartis-CFO Raymund Breu am
22. Oktober 2009 voran, in denen nicht von Plänen zur
Durchführung eines Squeeze-Out der Minderheitsaktionäre die
Rede war.
-
Nach Ansicht des Ausschusses ist die Analyse auf die sich Novartis
bei seiner Behauptung, dass der "unbeeinflusste” Aktienkurs bei 137
USD liege stützt, grundlegend falsch.
-
In seiner "Methode 1" behauptet Novartis, dass Alcon zu einem
Kurs-Gewinn-Verhältnis, das ähnlich oder niedriger wie das von
April 2008 (vor Ankündigung der Nestlé-/Novartis-Transaktion) ist,
zu handeln ist.
-
Novartis berechnet jedoch das Kurs-Gewinn-Verhältnis des
Jahres 2010E im April 2008 (d. h. eine Bewertung für 3 Jahre
im Voraus) und wendet die gleiche Bewertung auf die
Gewinnerwartungen für das Jahr 2010E von heute an (d. h. eine
Gewinnschätzung für 1 Jahr in Voraus) und ignoriert dabei die
Tatsache, dass seit April 2008 beinahe zwei Jahre vergangen
sind und dass bei wachstumsstarken Unternehmen die Bewertungen
für 3 Jahre im Voraus üblicherweise geringer sind als die
Bewertungen für 1 Jahr im Voraus.
-
Im Novartis-Fall wurde Alcon zum Beispiel im April 2008 mit
folgenden Gewinnerwartungen gehandelt (beachten Sie, dass
jedes Folgejahr auf Grund der höheren Gewinnerwartungen im
Jahresvergleich zu einem 2x–3x Rückgang der Bewertung führt)1:
-
2008E (prognostizierte Gewinne für 1 Jahr) – 22.7x
-
2009E (prognostizierte Gewinne für 2 Jahre) – 19.8x
-
2010E (prognostizierte Gewinne für 3 Jahre) – 17.7x
-
2011E (prognostizierte Gewinne für 4 Jahre) – 15.8x
-
Novartis hätte die Bewertungen für vergleichbare Zeiträume
anwenden müssen (beispielsweise müsste die Bewertung 2008 für
1 Jahr im Voraus im April 2008 jetzt auf Alcons
Gewinnschätzung für 2010 (für 1 Jahr im Voraus) angewandt
werden).
-
Eine derartige Korrektur der Novartis-Analyse führt zu einer
Reihe von "unbeeinflussten" Aktienkursen, die in etwa dem
Schlusskurs von Alcon von USD 164,35 am 31. Dezember 2009
entsprechen.
-
Wir sind auch nicht damit einverstanden, dass Alcon die
gleiche Bewertungskontraktion wie sie anderen Unternehmen des
Gesundheitssektors seit April 2008 zu teil wurde, erfahren
haben soll (aus den im ersten Punkt genannten Gründen).
-
In seiner "Methode 2” behauptet Novartis, dass Alcon gemäß einer
Reihe von marktbreiten Aktienindizes der Gesundheitsbranche zu
handeln sei und lässt dabei die Tatsache außer Acht, dass Alcon
seit seinem Börsengang im Jahr 2002 jeden der 12 von Novartis
angeführten Indizes konstant übertroffen hat.
Siehe Grafik 1 - Indexierte Kursentwicklung von Alcon vs. wichtigste
Indizes2
Alcon hat seit seinem Börsengang bis 04.04.08 die wichtigsten Indizes
im Gesundheitssektor übertroffen.
1 Bewertungen auf Grund von Alcons 3-Monats-VWAP von 143,18
USD zum 4. April 2008.
2 Berücksichtigt nur die in der Novartis-Analyse mit dem
Titel "Zusammenfassende Beurteilung des "unbeeinflussten" Aktienkurses
von Alcon” genannten Indizes, die seit Alcons Börsengang bestehen.
-
Seit Alcons Börsengang (oder seit Beginn des Index, falls dies
aktueller ist) bis zum 4. April 2008 hat Alcon im Jahresdurchschnitt
die Indizes um über 20 Prozentpunkte übertroffen.
-
Der Markt zeichnete Alcon auf Grund der im ersten Punkt oben genannten
Tatsache regelmäßig mit einer erstklassigen Bewertung aus.
-
In seiner "Methode 3" trifft Novartis eine selektive Auswahl aus
Kommentaren von Aktienanalysten, um so seinen Standpunkt zu belegen,
und hebt dabei drei Analysten (von 12, die sich mit Alcon befassen)
hervor, die sich auf einen "unbeeinflussten" Aktienkurs von rund 137
USD beziehen. Novartis ignoriert dabei die Meinungen der gleichen
Analysten bezüglich des angemessenen Preises für die
Minderheitsanteile.
|
Von Novartis
zitierte Analysten
|
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Bezugnahme auf Ausstiegskurs
|
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Synergie-Schätzung
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BMO Capital Markets
|
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-- "mindestens 181 USD"
|
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-- 300 USD - 400 USD mm
|
|
UBS
|
|
-- "bis zu 236 USD”
|
|
-- 686USD mm
|
|
JP Morgan
|
|
-- 181 USD Preisziel
|
|
-- k. A.
|
-
Überdies geben 7 der 8 Analysten (einschließlich der drei von Novartis
genannten), die sich zum erwarteten Squeeze-Out-Preis von Novartis
äußern, Preise von 181 USD oder mehr an.
-
Auf Grundlage von Informationen der Alcon-Geschäftsführung ist der
Ausschuss der Ansicht, dass Novartis auf Grund der
Nichtberücksichtigung der bestehenden bedeutenden Ertragssynergien in
der Transaktion die erreichbaren Synergien unterbewertet habe. Zudem
habe Novartis mangels einer vollständigen Kombination seine Fähigkeit
zur Realisierung von Kostensynergien überbewertet und spräche den
Minderheitsaktionären
keinen
Wert aus der Synergie zu.
-
Der Ausschuss ist der Ansicht, dass es zusätzlich zu den von
Novartis angeführten 300 Millionen USD an Kostensynergien einen
sogar noch höheren Betrag an Ertragssynergien gibt, wobei
anscheinend keine dieser Synergien im Novartis-Angebot
berücksichtigt wurden.
-
Der Ausschuss glaubt nicht, dass Novartis zwei Drittel der
potenziellen Synergien erreichen kann ohne Alcon vollständig zu
besitzen:
-
Eine Co-Promotion oder andere Vereinbarungen würden
Verhandlungen zu Marktbedingungen erfordern sowie die
Zustimmung des Ausschusses; und
-
Novartis könnte Vertriebsorganisationen oder
Back-Office-Funktionen nicht vollständig rationalisieren.
-
Der Ausschuss stimmt mit der Behauptung von Novartis, dass eine
Prämie von 12 % gegenüber dem "unbeeinflussten" Aktienkurs "so
ziemlich dem entspricht, was Minderheitsaktionäre bei ähnlichen
Geschäften erhalten haben", nicht überein.
-
Ein Vergleich von 247 in den letzten zehn Jahren angekündigten
Squeeze-Out-Transaktionen mit einem Wert von über 100 Millionen
USD zeigte, dass die letzten Endes für die Minderheitsaktien
gezahlte Prämie gegenüber dem Aktienkurs eine Woche und einen
Monat vor der Ankündigung im Durchschnitt 27% bzw. 30 % mit
Mittelwerten von 18 % bzw. 21 % betrug.
-
Tatsächlich hat Novartis selbst einen Präzedenzfall geschaffen,
als es beim Squeeze-Out der Minderheitsaktionäre von Eon Labs 2005
eine Prämie von rund 25 % gegenüber dem "unbeeinflussten
Aktienkurs" entrichtete, was einer Prämie von 9 % gegenüber dem
Preis für die Aktienmehrheit entsprach.
-
Abgesehen von der Unterbewertung der Alcon-Minderheitsaktien hält
der Ausschuss die Bedingungen des Novartis-Angebots für den
Bedingungen, die den derzeitigen Mehrheitsaktionären von Alcon
angeboten wurden, unterlegen.
-
Die Minderheitsaktionäre sollen einen Aktienausgleich erhalten,
wohingegen Nestlé eine Barabfindung erhält.
-
Der Aktienausgleich wird zu einem festen Umtauschverhältnis
angeboten, was zu Unsicherheiten führt in Bezug auf den Wert, den
die Minderheitsaktionäre letztlich erhalten.
-
Trotz der aktienbasierten Abfindung ist das
Novartis-Fusionsangebot aller Wahrscheinlichkeit nach unter dem
US-Steuerrecht einkommenssteuerpflichtig.
Anhang: Analyse des unbeeinflussten Aktienpreises
Wichtige Faktoren für die Alcon-Aktienkursperformanz
-
Die Behauptung, dass vor Ankündigung des Novartis-Angebots eine
umfangreiche Spekulationsprämie in die Alcon-Aktie eingebettet gewesen
sei, ist nicht durch Beweise gestützt
-
Die Alcon-Aktien sind im Jahr 2009 beständig gestiegen, in
Kombination mit starken Periodenergebnissen und mehreren Ankündigungen
strategischer Transaktionen
-
Zusätzlich würde ein starker Zusammenhang zwischen der Änderung des
Alcon-Aktienkurses und Änderungen der Börsengewinne implizieren, dass
die Gewinnrevisionen der Analysten (zusammen mit den Ergebnissen von
Alcon) anscheinend die Aktienkursperformanz seit Anfang 2008 in beide
Richtungen vorangetrieben haben
Siehe Grafik 2 - Indexierter Alcon-Kurs, Gewinn je Aktie und
Volumenanalyse
Alcon-Aktienkurs und -Volumen hauptsächlich durch starke
Periodenergebnisse angetrieben
Über Alcon
Alcon, Inc. ist das weltweit führende Unternehmen im Bereich der
Augenpflege und erzielte 2008 einen Umsatz von ca. 6,3 Milliarden
US-Dollar. Das Unternehmen Alcon ist seit 65 Jahren im Bereich der
Augenheilkunde tätig und erforscht, entwickelt, fertigt und vermarktet
Arzneimittel, chirurgische Geräte und Systeme, Kontaktlinsenlösungen und
andere Augenpflegeprodukte zur Behandlung von Augenkrankheiten,
-störungen und anderen Augenbeschwerden. Alcon ist in 75 Ländern aktiv
und verkauft Produkte an 180 Märkten. Weitere Informationen über Alcon,
Inc. erhalten Sie auf der Webseite des Unternehmens unter www.alcon.com.
Warnung hinsichtlich zukunftsgerichteter Aussagen.
Diese Pressemitteilung enthält möglicherweise zukunftsgerichtete
Aussagen im Sinne des United States Private Securities Litigation Reform
Act von 1995. Alle zukunftsgerichteten Aussagen spiegeln die Ansichten
des Ausschusses hinsichtlich zukünftiger Ereignisse zum Datum dieser
Pressemitteilung wider, basieren auf Annahmen und unterliegen Risiken
und Ungewissheiten. Angesichts dieser Ungewissheiten bitten wir Sie,
nicht in unangemessener Weise auf diese zukunftsgerichteten Aussagen zu
vertrauen. Es kann nicht garantiert werden, dass Novartis oder Alcon
zukünftig bestimmte Finanzergebnisse oder Wachstumsraten erreichen
werden bzw. dass Novartis oder Alcon in der Lage sein werden potenzielle
Synergien, strategische Vorteile oder Gelegenheiten aufgrund der
Durchführung der Anteilsübernahme durch Novartis bzw. des
Fusionsangebots zu nutzen. Es kann ebenfalls nicht garantiert werden,
dass der Ausschuss ein bestimmtes Ergebnis erzielt. Sofern nicht gemäß
Bundeswertpapierrecht und den Vorschriften der Securities and Exchange
Commission (US-Börsenaufsicht) erforderlich, übernehmen wir keinerlei
Verpflichtungen, diese zukunftsgerichteten Aussagen öffentlich zu
aktualisieren oder zu ändern, sei es um neue Informationen, zukünftige
Ereignisse oder Umstände oder andere Gegebenheiten widerzuspiegeln.
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