An der Wall Street starteten heute die US-Aktienmärkte den Freitaghandel mit leichten Kursgewinnen. Die bereits präsentierten Wirtschaftsdaten sind positiv aufgenommen worden. So konnte mit einem Rückgang der US-Arbeitslosen auf 4,9 Prozent ein Vier-Jahres-Tief erzielt werden. Aktuell notiert der
Dow Jones mit einem leichten Plus von 0,16 Prozent bei 10.476,51 Punkten. Der
Nasdaq Composite Index kann ebenfalls zulegen. Er gewinnt aktuell 0,19 Prozent auf 2.151,94 Punkte.
Im Blickfeld der Anleger sollte heute unter anderem die Aktie von Northwest Airlines stehen. Die viertgrößte Fluggesellschaft verkündete bereits gestern, dass sie aufgrund der stark steigenden Treibstoffkosten immer mehr Zeit verliert, um den drohenden Bankrott noch abzuwenden. Nachdem die Northwest Airlines-Aktie bereits im gestrigen Handel um über 21 Prozent verloren hat, geht die Talfahrt heute nach Handelsbeginn mit einem Minus von 3,27 Prozent weiter.
Heute stehen noch weitere bedeutende Wirtschaftsdaten auf dem Programm. So werden die Zahlen zum Challenger Report zu den US-amerikanischen Entlassungsankündigungen (Challenger Job-Cut Report) für August 2005 veröffentlicht.
Die Northwest Airlines Corp. (ISIN US6672801015/ WKN 890347), die viertgrößte Fluggesellschaft, meldete gestern, dass sie aufgrund der stark steigenden Treibstoffkosten immer mehr Zeit verliert, um den drohenden Bankrott noch abzuwenden. Für das laufende dritte Quartal wird ein Verlust von bis zu 400 Mio. Dollar erwartet. Der Konzern, dessen Piloten sich zu neuen Verhandlungen bezüglich Gehaltskürzungen bereiterklärt haben, gab im Rahmen einer SEC-Mitteilung bekannt, dass seine Liquidität von 2,1 Mrd. Dollar Ende Juni auf zuletzt 1,7 Mrd. Dollar gesunken ist. Im dritten Quartal rechnet man zurzeit mit einem Verlust von 350 bis 400 Mio. Dollar, wobei er wegen den Auswirkungen des Hurrikans "Katrina" sogar noch höher ausfallen könnte. Der Umsatz wird hingegen voraussichtlich zulegen können, was mit einer höheren Nachfrage zusammenhängt. Die Fluglinie strebt jährliche Einsparungen bei den Arbeitskosten von 1,1 Mrd. Dollar an. Da jedoch u.a. die Kerosinpreise immer weiter steigen, könnte diese Zielmarke noch angehoben werden. Northwest geht für das laufende Quartal von 1,90 bis 1,95 Dollar pro Gallone Kerosin aus, was insgesamt 900 Mio. Dollar an Kosten entspräche. Im vierten Quartal wird mit einem ähnlich hohen Betrag gerechnet. Im Gesamtjahr 2005 sollen die Kerosinausgaben 3,3 Mrd. Dollar betragen, was einem Plus von 50 Prozent gegenüber 2004 bedeuten würde. Darüber hinaus streiken derzeit die Mechaniker der Fluggesellschaft, diesen Zustand jedoch durch Ersatzarbeiter kompensiert. Der Konzern verfügt nach eigenen Angaben über keine Sicherheiten mehr für zusätzliche Kredite.
Der amerikanische Konsumgüterkonzern Procter & Gamble Co. (ISIN US7427181091/ WKN 852062) hat zwei Zahnpastamarken des französischen Pharmakonzerns Sanofi-Aventis S.A. (ISIN FR0000120578/ WKN 920657) übernommen. Wie der US-Konzern bereits am Donnerstag bekannt gab, handelt es sich bei den beiden Marken um Fluocaril und Parogencyl. Finanzielle Einzelheiten der Vereinbarung wurden nicht bekannt gegeben. Durch die Akquisition will Procter & Gamble seine Marktposition bei Zahnpflegeprodukten in Europa weiter ausbauen. Des Weiteren wurde zwischen beiden Konzernen ein Abkommen geschlossen, in dessen Rahmen Sanofi-Aventis beide Zahnpasta-Produkte in den kommenden fünf Jahren weiter produzieren wird.
Die Drugstore-Kette Walgreen Co. (ISIN US9314221097/ WKN 855826) verbuchte im August einen deutlichen Umsatzanstieg. Wie der Konzern heute bekannt gab, verzeichnete man bei Niederlassungen, welche länger als ein Jahr geöffnet waren, einen Umsatzanstieg von 7 Prozent. Der Gesamtumsatz verbesserte sich in der Berichtsperiode um 11,7 Prozent auf 3,56 Mrd. Dollar. Wesentlichen Anteil an der guten Geschäftsentwicklung hatte dabei vor allem die deutlich gestiegene Nachfrage nach verschreibungspflichtigen Medikamenten, teilte der Konzern weiter mit.
Der US-Halbleiterkonzern Microchip Technology Inc. (ISIN US5950171042/ WKN 886105) meldete am gestrigen Donnerstag nach Börsenschluss, dass er an seiner EPS-Prognose für das laufende Quartal festhält. Demnach geht das Unternehmen für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2006 nach wie vor von einem Gewinn von 30 Cents pro Aktie aus. Der Umsatz soll 227 Mio. Dollar betragen. Analysten prognostizieren derzeit ebenfalls ein EPS-Ergebnis von 30 Cents bei leicht höheren Erlösen von 227,8 Mio. Dollar.