Die US-Märkte starten am Donnerstag behauptet in den Handel. Nach den kräftigen Zugewinnen gestern, hält auch heute die gute Laune an. Besonders der stärker als erwartet ausgefallene Rückgang der Erstanträge stützt die positive Stimmung.
Der heutige Handelstag steht im Zeichen der Kooperation von Wal-Mart und Netflix bei der Vermarktung von DVDs. Die Netflix-Aktie kann in der Folge einen Kurssprung verzeichnen. Im Bereich der Quartalszahlen sind heute die aktuellen Veröffentlichungen von AnnTaylor Stores, ShopKo Stores, PETsMART und BAE Systems von Interesse.
Der Dow Jones notiert kurz nach Handelsbeginn mit einem Plus von 0,03 Prozent bei 10.467,8 Punkten. Der Technologieindex Nasdaq Composite notiert ebenfalls fester und gewinnt 0,19 Prozent auf 2.034,4 Zähler.
Wal-Mart und Netflix teilten heute mit, dass sie ein Abkommen geschlossen haben, mit dem sie gemeinsam den Verkauf und den Verleih von DVDs vermarkten. Im Rahmen der Vereinbarung wird Netflix, ein Online-Verleiher von DVDs, den DVD-Verkauf des weltgrößten Einzelhandelskonzern an seine drei Millionen Kunden vermarkten, während Wal-Mart seinen Online-Kunden die Möglichkeit geben wird, zu Netflix zu wechseln. Dabei wird Wal-Mart seinen Online-Verleihservice einstellen, um sich auf den Verkauf zu konzentrieren.
Wie das "Wall Street Journal" berichtet, stehen die beiden US-Fluggesellschaften US Airways und America West kurz vor ihrer geplanten Fusion, welche bereits heute angekündigt werden könnte. Der Zeitung zufolge haben sich die Verhandlungen intensiviert, nachdem man sich einen wichtigen Kredit in Höhe von 250 Mio. Dollar vom europäischen Flugzeughersteller Airbus S.A.S. sichern konnte. Zudem stünden weitere finanzielle Abkommen mit anderen Parteien kurz vor dem Abschluss. Nachdem das Board von US Airways gestern zusammenkam und die Board-Sitzung von America West für heute anberaumt worden ist, planen die Fluglinien die Bekanntgabe des Zusammenschlusses für Donnerstagabend, so die Zeitung. Mit der Fusion der siebtgrößten und achtgrößten US-Fluggesellschaft entsteht die neue Nummer sechs des Landes, nach American Airlines, United Airlines, Delta Air Lines, Northwest Airlines und Continental Airlines. Den beiden Unternehmen wird voraussichtlich frisches Kapital im Wert von rund 500 Mio. Dollar von Air Canada, Air Wisconsin Airlines, zwei Hedgefonds und aus einem Bezugsangebot zufließen, hieß es weiter. Dazu kommen laut dem "Wall Street Journal" der Airbus-Kredit von 250 Mio. Dollar sowie weiteres Kapital in Höhe von bis zu 1 Mrd. Dollar aus anderen Maßnahmen.
Wie am gestrigen Mittwoch bekannt wurde, hat eine Jury dem Milliardär Ron Perelman im Prozess gegen Morgan Stanley weitere 850 Mio. Dollar an verschärftem Schadenersatz (Punitive Damages) zugesprochen. Nachdem die Jury in ihrem Urteil vom Montag bereits 604,3 Mio. Dollar Schadenersatz gewährt hatte, erhält Perelman nun insgesamt 1,45 Mrd. Dollar von der Investmentbank. Dieser hat er vorgeworfen, ihn vor einigen Jahren über die finanzielle Situation der Sunbeam Corp. getäuscht zu haben. Demnach habe Morgan Stanley damals kommuniziert, dass Sunbeam ein Turnaround-Erfolg ist und das Unternehmen sich die Übernahme der Coleman Co., Perelmans Firma für Campingausrüstung, leisten kann. In 2001 musste Sunbeam jedoch Gläubigerschutz beantragen, woraufhin Perelman nach eigenen Angaben Millionen Dollar an Verlusten erlitten hat, da die ihm als Kaufpreis entrichteten Aktien deutlich an Wert verloren hatten. Perelman, der Chairman des Kosmetikkonzerns Revlon Inc., hatte zuvor bis zu 1,8 Mrd. Dollar an zusätzlichem Schadenersatz gefordert. Nach den Gesetzen von Florida darf das maximal Dreifache des ursprünglich gewährten Schadenersatzes (Compensatory Damages) gefordert werden.
Der Mobiltelefonhersteller Motorola meldete, dass ihr Board erstmals ein Aktienrückkauf-Programm beschlossen hat. Dieses sieht innerhalb der nächsten drei Jahre den Erwerb von eigenen Aktien im Wert von bis zu 4 Mrd. Dollar vor. Wie der Konzern mitteilte, entspricht dies auf Basis des aktuellen Aktienkurses rund 10 Prozent seiner Marktkapitalisierung. Motorola verfügte zum 2. April über 2,45 Milliarden ausstehende Aktien. Die liquiden Mittel und kurzfristig veräußerbaren Finanzanlagen bzw. Wertpapiere betrugen 11,3 Mrd. Dollar, der Netto-Barbestand rund 6 Mrd. Dollar.
Der Einzelhandelskonzern AnnTaylor Stores musste im ersten Quartal aufgrund eines deutlich schwächeren Entwicklung bei Damenbekleidung einen deutlichen Gewinnrückgang hinnehmen. Wie der Konzern heute bekannt gab, lag der Nettogewinn im Berichtszeitraum 17 Mio. Dollar bzw. 24 Cents je Aktie, nach 31,7 Mio. Dollar bzw. 43 Cents je Aktie im Vorjahresquartal. Analysten waren im Vorfeld ebenfalls von einem EPS in Höhe von 24 Cents ausgegangen. Der Konzernumsatz verbesserte sich gegenüber dem Vorjahresquartal von 433,2 Mio. Dollar auf 476,4 Mio. Dollar und konnte damit die Analystenschätzung von 474 Mio. Dollar leicht übertreffen. Die vergleichbaren Umsätze bei Filialen, welche länger als ein Jahr geöffnet waren, gingen im Vergleich zum Vorjahresquartal um 3,1 Prozent zurück. Für das Gesamtjahr geht AnnTaylor von einem EPS in Höhe von 1,17 Dollar je Aktie aus, nachdem der Konzern im Vorjahr einen Gewinn von 0,97 Dollar je Aktie erzielt hatte. Die Analystenschätzungen für das Gesamtjahr liegen bei einem Gewinn von 1,17 Dollar je Aktie sowie einen Erlös von 2,10 Mrd. Dollar. Im laufenden Quartal erwarten Marktbeobachter einen Gewinn von 31 Cents je Aktie sowie einen Erlös von 526 Mio. Dollar.
Der Einzelhändler ShopKo Stores meldete heute, dass er in ersten Quartal einen leichten Gewinn nach einem Vorjahresverlust erwirtschaftet hat, was das Ergebnis von Kostensenkungen und Bestandsanpassungen ist. Der Nettogewinn lag bei 0,6 Mio. Dollar bzw. 2 Cents pro Aktie nach einem Fehlbetrag von 2,4 Mio. Dollar bzw. 8 Cents pro Aktie im Vorjahr. Analysten hatten zuvor mit einem Verlust von 7 Cents pro Aktie gerechnet. Der Umsatz nahm gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,3 Prozent auf 703,3 Mio. Dollar ab. Analysten waren im Vorfeld von Erlösen in Höhe von 717,7 Mio. Dollar ausgegangen. Für das laufende Quartal bzw. das Gesamtjahr prognostizieren Analysten ein EPS von 36 Cents bzw. 1,55 Dollar, während das Unternehmen hier Werte von 20-30 Cents bzw. 1,45-1,60 Dollar in Aussicht stellt.
Die Zoohandels-Kette PETsMART hat am Mittwoch nach US-Börsenschluss die Zahlen für das vergangene erste Quartal 2005 bekannt gegeben. Dabei konnten die Analystenerwartungen deutlich übertroffen werden. Demnach stieg das Nettoergebnis im ersten Quartal von 31,9 Mio. Dollar bzw. 21 Cents je Aktie auf nun 44,7 Mio. Dollar bzw. 30 Cents je Aktie. In den nun vorgelegten Zahlen sind Einmal-Erträge nach Steuern in Höhe von 3,5 Cents je Aktie enthalten. Die Analysten hatten im Vorfeld das Ergebnis bei 22 Cents je Aktie gesehen. Die Umsatzerlöse konnten im Berichtszeitraum von 796,3 Mio. Dollar auf 903,2 Mio. Dollar gesteigert werden. Die Analysten hatten zuvor Umsätze von 891,56 Mio. Dollar erwartet. Für das zweite Quartal erwarten die Analysten ein EPS von 22 Cents bei Umsätzen von 913,34 Mio. Dollar.
BEA Systems hat am Mittwoch nach US-Börsenschluss die Zahlen für das erste Quartal vorgelegt und die Ergebniserwartungen der Analysten getroffen. Bei den Umsatzerlösen konnte der Software-Hersteller die Schätzungen sogar deutlich übertreffen. Demnach stieg das Nettoergebnis im ersten Quartal von 25,33 Mio. Dollar bzw. 6 Cents je Aktie auf nun 34,10 Mio. Dollar bzw. 8 Cents je Aktie. Verwässert belief sich das EPS auf 8 Cent. Die Analysten hatten im Vorfeld das Ergebnis bei 9 Cents je Aktie gesehen. Die Umsatzerlöse konnten im Berichtszeitraum von 262,64 Mio. Dollar auf 281,72 Mio. Dollar gesteigert werden. Die Analysten hatten zuvor Umsätze von 274,99 Mio. Dollar erwartet. Für das zweite Quartal erwarten die Analysten ein EPS von 9 Cents bei Umsätzen von 282,2 Mio. Dollar.