Die US-Märkte starten am Donnerstag mit deutlichen Abschlägen in den Handel. Nach den kräftigen Aufschlägen gestern sorgen heute vor allem Gewinnmitnahmen für schwächere Kurse. Daneben stehen die Querelen um SEC-Chef Donaldson im Fokus. Nach dessen Rücktritt zum Ende des Monats wird derzeit nach einem Nachfolger gesucht. Im Bereich Konjunkturdaten belasten die heute gemeldeten Erstanträge die Stimmung. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stieg demnach unerwartet stark an.
Im Bereich der Unternehmensmeldungen stehen neben einigen Quartalszahlen auch Meldungen im Bereich Kooperationen und M&A auf der Agenda. Die Citigroup befindet sich Presseberichten zufolge mit mit Legg Mason in Gesprächen über einen möglichen Asset-Tausch. Time Warner Telecom hat ihr Service-Abkommen mit SBC und AT&S verlängert. eBay hat das Internet-Portal Shopping.com übernommen. Quartalszahlen wurden u.a. von ADC Telecommunications, Comverse Technology und CIENA gemeldet. Im Einzelhandel wurden die Same-Store Sales für den Monat Mai bekannt gegeben.
Der Dow Jones notiert kurz nach Handelsbeginn mit einem Minus von 0,31 Prozent bei 10.516,7 Punkten. Der Technologieindex Nasdaq Composite notiert ebenfalls leichter und verliert 0,24 Prozent auf 2.082,9 Zähler.
Der weltgrößte Finanzkonzern Citigroup befindet sich nach Angaben des "Wall Street Journal" in Gesprächen mit Legg Mason über einen möglichen Asset-Tausch. Wie die Zeitung heute berichtet, könnte die Citigroup im Rahmen einer Transaktion ihr Publikumsfonds-Geschäft gegen das Broker-Netwerk von Legg Mason tauschen. Darüber hinaus bestehe die Möglichkeit, dass sich die Citigroup nicht in nicht unerheblichem Maße an dem Finanzdienstleister beteiligt. Es gibt nahezu 80 Smith Barney-Publikumsfonds mit einem Vermögen von 52 Mrd. Dollar, so die Zeitung, die sich hierbei auf die Morningstar Inc. beruft.
Die Time Warner Telecom Inc. teilte am Mittwoch mit, dass sie ein langjähriges Service-Abkommen mit SBC Communications und AT&T verlängert hat, nach dem Time Warner Telecom den Telefongesellschaften bis 2010 landesweit einen Sonderzugang sowie andere "last-mile" Netzwerkdienste zur Verfügung stellt. Die Vereinbarung tritt in Kraft, sobald der Zusammenschluss der zweitgrößten US-Telefongesellschaft für Nahverbindungen (SBC) mit dem größten Fernverbindungsanbieter in den USA (AT&T) abgeschlossen ist. Der Abschluss der Fusion wird Ende dieses Jahres oder Anfang nächsten Jahres erwartet. Darüber hinaus hat SBC mit Time Warner Telecom ein weiteres Abkommen mit einer Laufzeit von fünf Jahren geschlossen, in dessen Rahmen SBC seinerseits Services an den Netzwerkdienstleister liefert.
Das Internet-Auktionshaus eBay hat das Internet-Portal Shopping.com Ltd. für 620 Mio. Dollar übernommen. Wie der weltweit führende Anbieter von Internet-Auktionen am Mittwochabend bekannt gab, erhalten die Aktionäre des auf Preisvergleiche im Internet spezialisierten Anbieters 21 Dollar je Aktie, was einem Aufschlag von rund 20 Prozent im Vergleich zum Vortagesschlusskurs entspricht. Aufgrund der Akquisition, mit Hilfe derer eBay seine Marktposition im Bereich Preisvergleichsangebote im Internet weiter ausbauen will, geht das Internetauktionshaus von einem negativen Einfluss auf den Gewinn je Aktie für das laufende Fiskaljahr aus.
General Motors (GM), der größte Automobilhersteller der Welt, teilte heute mit, dass er in China für 387 Mio. Dollar ein Motorenwerk errichten und dort zudem einen Kleinwagenhersteller übernehmen wird. Demnach wird der US-Konzern zusammen mit seinen lokalen Partnern 3,2 Mrd. Yuan (387 Mio. Dollar) in den Bau einer Motorenfabrik in Liuzhou im Südwesten des Landes investieren, was Teil des ursprünglichen Investitionsprogramms in Höhe von 3 Mrd. Dollar ist. General Motors wird zudem die Etsong (Qingdao) Vehicle Manufacturing Co. Ltd. übernehmen und sie in einen Standort umwandeln, der ab dem zweiten Halbjahr 2005 Kleinwagen herstellen soll. Die anfängliche Produktionskapazität soll 60.000 bis 70.000 Fahrzeuge pro Jahr betragen. GM will mit den Maßnahmen zu VW aufschließen, dem klaren Marktführer in China. Bisher verfügt der US-Konzern im Reich der Mitte über einen Marktanteil von rund 10 Prozent.
Der Telekommunikationsausrüster ADC Telecommunications hat am Mittwoch nach Börsenschluss die Zahlen für das zweite Fiskalquartal veröffentlicht. Das Unternehmen konnte eigenen Angaben zufolge einen Gewinn von 33,4 Mio. Dollar bzw. von 27 Cents je Aktie erzielen. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum hatte das Unternehmen noch einen Verlust von 26,6 Mio. Dollar bzw. von 23 Cents erwirtschaftet. Die Erlöse für die letzten drei Monate wurden wiederum mit 315,7 Mio. Dollar angegeben, nach 153,6 Mio. Dollar im vergleichbaren Quartal des Vorjahres. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 22 Cents je Aktie und einem Umsatz von 295 Mio. Dollar ausgegangen. Für das laufende Quartal gehen sie von einem EPS von 25 Cents und Erlösen in Höhe von 305 Mio. Dollar aus.
Der Telekommunikationssoftware-Hersteller Comverse Technology hat am Mittwoch nach Börsenschluss seine Ergebnisse zum abgelaufenen Quartal vorgelegt. Das Unternehmen konnte eigenen Angaben zufolge einen Gewinn 24,3 Mio. Dollar bzw. 11 Cents je Aktie erzielen. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum hatte das Unternehmen nur ein EPS von 3 Cents erwirtschaftet. Die Erlöse für die letzten drei Monate wurden wiederum mit 272,8 Mio. Dollar angegeben, nach 221,4 Mio. Dollar im vergleichbaren Quartal des Vorjahres. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 11 Cents je Aktie und einem Umsatz von 266 Mio. Dollar ausgegangen. Für das laufende Quartal gehen sie von einem EPS von 12 Cents und Erlösen in Höhe von 272 Mio. Dollar aus.
Der Telekommunikationsausrüster CIENA konnte seinen Verlust im zweiten Quartal aufgrund der deutlich gestiegenen Investitionsbereitschaft vieler Telekommunikationsanbieter verringern. Wie der Konzern heue bekannt gab, lag der Nettoverlust im Berichtszeitraum bei 74,8 Mio. Dollar bzw. 13 Cents je Aktie, nach einem Minus von 76,2 Mio. Dollar bzw. 16 Cents je Aktie im Vorjahresquartal. Ohne die Berücksichtigung von Sondereffekten wie Goodwill-Abschreibungen verringerte sich der Verlust aus dem laufenden Geschäft von 45,6 Mio. Dollar bzw. 10 Cents je Aktie auf 28,4 Mio. Dollar bzw. 5 Cents je Aktie. Analysten waren im Vorfeld von einem Verlust in Höhe von 5 Cents je Aktie ausgegangen. Der Konzernerlös kletterte von 74,70 Mio. Dollar um 39 Prozent auf 103,85 Mio. Dollar, was leicht oberhalb der Analystenschätzung von 100 Mio. Dollar lag. Für das laufende dritte Quartal erwartet CIENA einen Umsatzanstieg von 5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und geht für die gesamte zweite Jahreshälfte von einer Ergebnisverbesserung in Zusammenhang mit weiteren Kostensenkungsmaßnahmen aus. Analysten erwarten für das dritte Quartal einen Verlust von 5 Cents je Aktie sowie einen Umsatz von 102 Mio. Dollar.
Die Wal-Mart Stores Inc., der weltgrößte Einzelhandelskonzern, teilte geuet mit, dass sich ihre vergleichbaren Umsätze im Mai um 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr erhöht haben. Erwartet hatte man zuvor eine Zunahme um 2 bis 4 Prozent. Der Konzern steigerte den Gesamtumsatz in den vier Wochen zum 27. Mai um 9,3 Prozent auf 23,42 Mrd. Dollar. Zum Wachstum beigetragen hat vor allem eine starke Nachfrage nach Lebensmitteln. Für Juni geht man erneut von einem Zuwachs von 2 bis 4 Prozent bei den so genannten Same-Store Sales aus.
Die Target Corp., der zweitgrößte Discount-Händler in den USA, gab bekannt, dass ihre Same-Store Sales im letzten Monat um 5,1 Prozent und damit leicht stärker als erwartet (Prognose: 3 bis 5 Prozent) zugelegt haben. Der Gesamtumsatz in den vier Wochen zum 28. Mai kletterte um 12,1 Prozent auf 3,5 Mrd. Dollar. Für Juni wird das Wachstum der vergleichbaren Umsätze auf 4 bis 6 Prozent geschätzt.
Die Kaufhauskette J.C. Penney erzielte nach eigenen Angaben für Mai eine Steigerung der Same-Store Sales um 3,5 Prozent. Im Vorfeld war man von einem Wachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich ausgegangen, wobei diese Prognose auch für Juni gilt. Der Gesamtumsatz in den vier Wochen zum 28. Mai nahm um 5 Prozent auf 1,1 Mrd. Dollar zu.
Der Handelskonzern Pier 1 Imports musste im Mai einen Rückgang seiner vergleichbaren Umsätze hinnehmen. Infolge dessen reduzierte das Unternehmen seine Gewinnschätzung für das erste Quartal. Wie das Unternehmen heuet erklärte, reduzierten sich seine so genannten Same-Store Sales im Mai um 7,7 Prozent. Im gesamten Konzern musste ein Umsatzrückgang um 2,0 Prozent auf 130,9 Mio. Dollar verbucht werden. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum hatte das Unternehmen noch Erlöse in Höhe von 133,6 Mio. Dollar generiert. Im gesamten bisherigen Geschäftsjahr wurden damit Umsätze in Höhe von 405,7 Mio. Dollar erzielt, nach 432,0 Mio. Dollar im Vorjahr. Dies entspricht einer Verringerung von 6,1 Prozent. Infolge der schwächer als erwarteten Umsatzentwicklung hat Pier 1 Imports seine Ergebnisschätzungen für das erste Geschäftsjahresquartal nach unten korrigiert. Das Unternehmen erwartet nun einen Verlust je Aktie in einer Spanne zwischen 13 Cents und 15 Cents.
Der US-Handelskonzern Limited Brands teilte heute mit, dass seine vergleichbaren Umsätze (Same-Store Sales) im Mai rückläufig waren. Das Unternehmen erklärte, dass die Erlöse seiner Geschäfte, deren Eröffnung mindestens ein Jahr zurückliegt, um 1 Prozent nachgaben. Jedoch verzeichnete Limited Brands auf Konzernebene einen Zuwachs von 4,9 Prozent auf 672,9 Mio. Dollar. Im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres hatte man hier noch einen Wert in Höhe von 641,4 Mio. Dollar erzielt. Im gesamten Quartal reduzierten sich die Same-Store Sales um 4 Prozent, während der Konzernumsatz um 1 Prozent auf 2,65 Mrd. Dollar zulegen konnte.