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03.10.2005 22:17

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Wall Street Schluss: Uneinheitlicher Handel, Automobilabsatz im Fokus

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Die US-Börsen starteten am Montag uneinheitlich in die neue Woche. Der zu Handelsbeginn veröffentlichte ISM Index des Verarbeitenden Gewerbes (ISM Manufacturing Index) für September 2005 verlieh der Börse neben dem wieder leicht gesunkenen Ölpreis nur bedingt positive Impulse.

Der heutige Montag stand im Licht von drei milliardenschweren Übernahmen. So wird der Telefonbuch-Anbieter R.H. Donnelley die Dex Media übernehmen, beide Aktien mussten aber einen Verlust von 2,5 bis 3,5 Prozent hinnehmen. Der Energiekonzern NRG Energy wird Texas Genco kaufen, der Markt reagierte äußerst positiv auf die Ankündigung und hievte NRG um mehr als 12 Prozent nach oben. Eine kleinere Übernahme meldet Symantec mit dem Kauf von BindView. Während Symantec nur knapp 1 Prozent zulegte, gewann BindView mehr als 10 Prozent hinzu.

Procter & Gamble bestätigte heute seine bereinigte Gewinnprognose, die Aktie gab jedoch leicht ab. General Electric bestätigte ebenfalls seine Prognosen und verlor ebenfalls an Wert. Die Aktien von Ford und GM konnten trotz deutlicher Absatzrückgänge im September einen Kursanstieg erzielen. Wal-Mart erscheint trotz der Hurrikans in guter Verfassung, so lag das Wachstum im September am oberen Ende der Prognosen. An der Börse wird dies jedoch wenig honoriert.

Der Dow Jones Industrial Average schloss am Ende mit einem Minus von 0,31 Prozent bei 10.535,48 Zählern. Der Nasdaq Composite ging dagegen mit einem Plus von 0,17 Prozent auf 2.155,43 Punkte aus dem Handel.

Die Ford Motor Co. (ISIN US3453708600/ WKN 502391) hat am Montag die Absatzzahlen für den Monat September 2005 vorgelegt. Demnach musste der zweitgrößte US-Automobilhersteller einen Absatzrückgang um 19 Prozent auf 228.157 Fahrzeuge hinnehmen. Im September 2004 hatte sich der Konzernabsatz noch auf 282.656 Fahrzeuge belaufen. Während der Pkw-Absatz leicht zulegte, brach der Absatz mit Lkw um 26,8 Prozent auf 155.167 Fahrzeuge ein. Sportwagen und SUV?s verzeichneten Verkaufsrückgänge, wohingegen der Absatz von Crossover-Modellen deutlich anstieg. Die Hybridtechnologie setzte aufgrund des anhaltend hohen Ölpreises ihre positive Entwicklung fort. Der Ford Escape Hybrid verzeichnete Rekordabsatzzahlen. Daneben konnte auch Land Rover durch neue Modelle kräftige Zuwächse erzielen.

Die General Motors Corp. (ISIN US3704421052/ WKN 850000) hat am Montag die US-Absatzzahlen für den Monat September vorgelegt. Demnach musste der weltgrößte Automobilhersteller einen Absatzrückgang in den USA um 24 Prozent auf 349.202 Fahrzeuge hinnehmen. Im September 2004 hatte der Konzern noch 458.799 Fahrzeuge abgesetzt. Der Pkw-Absatz ging dabei um 14,5 Prozent zurück, während der Lkw-Absatz um 29,5 Prozent einbrach. Im Vergleich zu den Vormonaten lagen die Verkaufszahlen deutlich niedriger. Grund sind die starken Absatzzahlen im Juni und Juli aufgrund des Verkaufsprogramms "GM Employee Discount for Everyone". Zudem waren im Vorjahreszeitraum durch die Aktion "72-Hour Sale" mit einer 0-Prozent-Finanzierungs überdurchschnittlich mehr Fahrzeuge abgesetzt werden.

Der US-Mischkonzern General Electric Co. (GE) (ISIN US3696041033/ WKN 851144) hat am Montag ihre Prognose für das dritte Quartal und Geschäftsjahr 2005 bestätigt. Demnach geht der Konzern nach wie vor von einem Ergebnis von 43 bis 44 Cents je Aktie im dritten Quartal aus. Für das Gesamtjahr erwartet GE ein Ergebnis von 1,80 bis 1,83 Dollar. Das Unternehmen bekräftigte seine Prognose unter Berücksichtung des Einflusses durch den Hurrikan Katrina. Die Analysten erwarten für das dritte Quartal ein EPS von 44 Cents und für das Gesamtjahr ein EPS von 1,82 Dollar. GE kündigte zudem den Verkauf von 60 Millionen Aktien der Genworth Financial Inc. und 21 Millionen Aktien der Citigroup Global Markets Inc. an.

Der Telefonbuch-Anbieter R.H. Donnelley Corp. (ISIN US74955W3079/ WKN 916093) meldete heute, dass er die Dex Media Inc. (ISIN US25212E1001/ WKN A0B6VR) für 4,2 Mrd. Dollar in Bargeld und Aktien übernehmen wird, womit der drittgrößte Telefonbuch-Herausgeber in den USA entsteht. Im Rahmen der Transaktion zahlt R.H. Donnelley für jede Dex-Aktie 12,30 Dollar in bar sowie 0,24154 eigene Aktien. Zudem wird man Schulden in Höhe von voraussichtlich 5,3 Mrd. Dollar (Ende 2005) übernehmen. Die Akquisition soll im ersten Quartal 2006 abgeschlossen werden.

Der US-Energiekonzern NRG Energy Inc. (ISIN US6293772017/ WKN 631982) teilte am Sonntag mit, dass er die Texas Genco Holdings Inc. für 5,8 Mrd. Dollar in Bargeld und Aktien übernehmen wird. Der Stromversorger Texas Genco gehört den vier Private Equity-Firmen Texas Pacific Group, Kohlberg Kravis Roberts & Co., Blackstone Group und Hellman & Friedman. Sie hatten den Betreiber von Kraftwerken im Raum Texas vor gut einem Jahr für 3,7 Mrd. Dollar erworben. Im Rahmen der Transaktion wird NRG nun 4 Mrd. Dollar in bar und 1,8 Mrd. Dollar in Form von Aktien zahlen. Zudem wird NRG Verbindlichkeiten von Texas Genco in Höhe von mehr als 2,5 Mrd. Dollar übernehmen.

Der Software-Hersteller Symantec Corp. (ISIN US8715031089/ WKN 879358) erklärte heute, dass er das IT-Sicherheitsunternehmen BindView Development Corp. (ISIN US0903271072/ WKN 917743) für rund 209 Mio. Dollar übernehmen wird. Im Rahmen der Transaktion zahlt Symantec für jede BindView-Aktie 4 Dollar in bar. Die Akquisition soll im ersten Quartal 2006 abgeschlossen werden. Wie BindView separat bekannt gab, hat man die Umsatzprognose für das dritte Quartal von 19 bis 21 Mio. Dollar auf 17,7 bis 18,1 Mio. Dollar nach unten korrigiert. Analysten erwarten derzeit noch Erlöse von 19,5 Mio. Dollar.

Der größte US-Chemiekonzern Dow Chemical Co. (ISIN US2605431038/ WKN 850917) meldete heute, dass seine Tochter Union Carbide Corp. ihre 50 Prozent-Beteiligung am dem Gemeinschaftsunternehmen UOP LLC für 825 Mio. Dollar an den Mischkonzern Honeywell International Inc. (ISIN US4385161066/ WKN 870153) verkaufen wird. UOP (Universal Oil Products) ist ein Technologielieferant für die Ölraffinerie-, Gasverarbeitungs und Petrochemieproduktions-Industrie. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 1,2 Mrd. Dollar. Nach dem Verkauf an Honeywell, der im vierten Quartal abgeschlossen werden soll, wird es beim Mischkonzern in die Specialty Materials-Sparte integriert werden.

Der US-Konsumgüterkonzern Procter & Gamble Co. (P&G) (ISIN US7427181091/ WKN 852062) meldete heute, dass er an seiner bereinigten Gewinnprognose festhält. Der Konzern, der die 57 Mrd. Dollar teuere Übernahme der Gillette Co. (ISIN US3757661026/ WKN 853194) am Samstag abgeschlossen hat, rechnet demnach damit, dass das EPS-Ergebnis im Geschäftsjahr 2006 wegen der Gillette-Akquisition um 20 bis 26 Cents geringer ausfallen wird. Im Geschäftsjahr 2007 soll die EPS-Minderung 12 bis 18 Cents betragen, im Geschäftsjahr 2008 soll sich die Transaktion neutral auswirken. Wie weiter mitgeteilt wurde, hat P&G bis zum 30. September insgesamt 156 Millionen eigene Aktien im Wert von rund 8,5 Mrd. Dollar zurückgekauft. Im Rahmen des laufenden Aktienrückkauf-Programms rechnet man damit, dass in den zwölf bis 18 Monaten ab Januar 2005 eigene Aktien im Wert von 18 bis 22 Mrd. Dollar zurückgekauft werden.

Die Wal-Mart Stores Inc. (ISIN US9311421039/ WKN 860853) gab am Samstag bekannt, dass ihr Wachstum im Monat September nach vorläufigen Zahlen am oberen Ende der letzten Prognose ausgefallen ist. Demnach geht der weltgrößte Einzelhandelskonzern davon aus, seine vergleichbaren Umsätze im September gegenüber dem Vorjahresmonat um 3,8 Prozent gesteigert zu haben. Zuletzt hatte man mit einem Wachstum in der Spanne von 2 bis 4 Prozent gerechnet. Wegen dem Hurrikan "Rita" sind bis zu 155 Kaufhäuser geschlossen worden. Rund zwölf Niederlassungen blieben indes noch nach "Katrina" geschlossen. Aufgrund des vorangegangenen Wirbelsturms waren einst 126 Geschäfte geschlossen worden.

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