Die Wall Street muss am Donnerstagmittag mit deutlichen Verlusten auskommen. Gewinnmitnahmen lassen den
Dow Jones über 0,7 Prozent auf 10.621 Zähler verlieren, die
Nasdaq verbucht ein Minus von 1 Prozent auf 2.194 Punkte. Konjunkturell gab es derweil gute Neuigkeiten, die Erstanträge sind überraschend gesunken.
Die Anleger legen aber ihren Schwerpunkt auch heute auf die vielen Quartalszahlen. Vor allem Gillette und Prudential Financial stehen dabei im Fokus. Daneben stehen aber die Same-Store-Sales aus dem Einzelhandel auf der Agenda. Dabei konnte Branchenführer Wal-Mart im Juli einen deutlichen Anstieg der vergleichbaren Filialumsätze erzielen. Die weiteren Zahlen fielen dagegen eher verhalten aus.
Die Gillette Co. (ISIN US3757661026/ WKN 853194) gab am Donnerstag die Zahlen für das zweite Quartal bekannt. Demnach konnte der Konsumgüterkonzern Rekordumsätze und -gewinne vermelden, was auf eine sehr hohe Nachfrage, Kosteneinsparungen und hohe Produktivität zurückgeführt wird. Der operative Gewinn konnte demnach im zweiten Quartal von 610 Mio. Dollar auf nun 721 Mio. Dollar gesteigert werden. Das Nettoergebnis belief sich den Angaben zufolge auf 498 Mio. Dollar bzw. 49 Cents je Aktie, nach 426 Mio. Dollar bzw. 42 Cents je Aktie im Vorjahreszeitraum. Die Analysten hatten im Vorfeld das Ergebnis auf 46 Cents je Aktie geschätzt. Die Umsatzerlöse stiegen im zweiten Quartal von 2,44 Mrd. Dollar auf nun 2,77 Mrd. Dollar. Die Analysten hatten die Umsätze bei 2,70 Mrd. Dollar gesehen. Für das dritte Quartal erwarten die Analysten ein EPS von 53 Cents bei Umsätzen von 2,93 Mrd. Dollar.
Die Prudential Financial Inc. (ISIN US7443201022/ WKN 764959), der zweitgrößte US-Lebensversicherer, meldete am Mittwoch nach US-Börsenschluss die Zahlen für das vergangene Quartal. Demnach konnte das Unternehmen einen deutlichen Ergebnissprung verzeichnen und die Analystenerwartungen übertreffen. Der Gewinn im letzten Quartal erhöhte sich demnach von 501 Mio. Dollar bzw. 98 Cents je Aktie auf 570 Mio. Dollar bzw. 1,13 Dollar je Aktie. Analysten hatten zuvor ein EPS von 1,08 Dollar erwartet. Die Umsatzerlöse konnten von 5,06 Mrd. Dollar auf 5,57 Mrd. Dollar ausgeweitet werden. Im Vorfeld hatten die Analysten einen Umsatz von 5,52 Mrd. Dollar erwartet. Für das laufende Quartal erwarten die Analysten einen Gewinn von 1,14 Dollar je Aktie. Die Umsatzerlöse werden bei 5,60 Mrd. Dollar gesehen.
Die amerikanische Warner Music Group Corp. (ISIN US9345501046/ WKN A0EAC8) musste im dritten Fiskalquartal einen Verlust verbuchen, was vor allem mit dem IPO zusammenhängt. Wie die erst kürzlich gelistete Tochter des Medienkonzerns Time Warner Inc.(ISIN US8873171057/ WKN 592629) am Donnerstag bekannt gab, verbuchte die Plattenfirma im Berichtsquartal einen Verlust von 179 Mio. Dollar, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Verlust von 91 Mio. Dollar angefallen war. Exklusive Sondereffekte verzeichnete der Konzern jedoch nur einen Verlust von 35 Mio. Dollar bzw. 27 Cents je Aktie. Der Konzernumsatz kletterte von 726 Mio. Dollar auf 742 Mio. Dollar. Analysten waren im Vorfeld von einem Verlust von 64 Cents je Aktie ausgegangen. Für das laufende Quartal gehen sie von einem EPS von 2 Cents aus.
Die Sara Lee Corp. (ISIN US8031111037/ WKN 850788) hat am Donnerstag die Zahlen für das vierte Quartal 2004/05 veröffentlicht. Der Nahrungsmittel- und Haushaltswarenkonzern musste dabei einen deutlichen Umsatz- und Ergebnisrückgang hinnehmen. Begründet wurde dieser Rückgang mit Aufwendungen für nicht fortgeführte Geschäfte, gestiegenen Rind- und Schweinefleischpreisen sowie dem schwierigen Einzelhandelsumfeld in Europa. Das Nettoergebnis ging demnach im vierten Quartal von 354 Mio. Dollar bzw. 44 Cents je Aktie auf 148 Mio. Dollar bzw. 19 Cents je Aktie zurück. Bereinigt um Einmalaufwendungen in Höhe 55 Cents je Aktie belief sich das EPS im vierten Quartal auf 36 Cents. Die Analysten hatten im Vorfeld ein EPS von 31 Cents erwartet. Die Umsatzerlöse fielen im vierten Quartal um 4,6 Prozent auf nun 4,8 Mrd. Dollar. Analysten hatten im Vorfeld Umsätze von 5,06 Mrd. Dollar erwartet. Für das derzeit laufende erste Quartal 2005/06 prognostiziert Sara Lee ein Ergebnis von 22 bis 27 Cents je Aktie, während die Analysten ein Ergebnis von 43 Cents erwarten. Im Gesamtjahr 2005/06 erwartet Sara Lee ein EPS von 1,24 bis 1,34 Dollar. Die Analysten gehen hier von einem Wert von 1,51 Dollar aus.
Die amerikanische AnnTaylor Stores Corp. (ISIN US0361151030/ WKN 881771) verbuchte im Juli einen Rückgang der vergleichbaren Filialumsätze und erwartet im laufenden zweiten Quartal ein Ergebnis unterhalb der Analystenerwartungen. Wie der Einzelhandelskonzern am Donnerstag bekannt gab, lag der Erlös bei Filialen, welche länger als ein Jahr geöffnet waren, im Berichtsmonat um 3,5 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Der Gesamtumsatz kletterte jedoch auf Konzernebene von 129,4 Mio. Dollar auf 139,1 Mio. Dollar. Für das laufende Quartal erwartet AnnTaylor inklusive Einmalbelastungen ein EPS von 8 bis 10 Cents, während der Gewinn je Aktie ohne Einmaleffekte bei 16 bis 18 Cents liegen soll. Für das Gesamtjahr bestätigte der Einzelhandelskonzern jedoch die EPS-Prognose von 1,17 Dollar. Analysten erwarten für das zweite Quartal hingegen einen Gewinn von 24 Cents je Aktie sowie einen Gewinn von 1,13 Dollar je Aktie für das Gesamtjahr.
Der amerikanische Einzelhandelskonzern Wal-Mart Stores Inc. (ISIN US9311421039/ WKN 860853) verbuchte im Juli einen deutlichen Anstieg der vergleichbaren Filialumsätze. Wie der weltgrößte Einzelhandelskonzern am Donnerstag bekannt gab, erhöhte sich der Erlös bei Niederlassungen, welche länger als ein Jahr geöffnet waren, um 4,4 Prozent. Der Gesamtumsatz verbesserte sich im Vorjahresvergleich um 10,7 Prozent auf insgesamt 22,81 Mrd. Dollar, nachdem im Vorjahreszeitraum ein Erlös von 20,61 Mrd. Dollar ausgewiesen wurde. Für den Monat August erwartet Wal-Mart einen Anstieg der vergleichbaren Filialumsätze in Höhe von 3 bis 5 Prozent.