20.06.2008 15:57
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Wall Street: Deutliche Verluste, hoher Ölpreis und Finanzmarktkrise belasten

New York (aktiencheck.de AG) - Nachdem die amerikanischen Börsen gestern mit leichten Aufschlägen geschlossen hatten, weisen sie zu Handelsbeginn am heutigen Freitag - dem Tag des großen Verfalls an den Terminmärkten - angesichts eines sich wieder erholenden Ölpreises und der schlechten Nachrichten aus dem Finanzsektor tiefrote Vorzeichen auf. Der Dow Jones Industrial Average verliert - nach negativen Vorgaben aus Tokio - kurz nach Handelsstart 1,12 Prozent auf 11.927,85 Zähler. Der marktbreitere S&P 500 gibt um 1,08 Prozent auf 1.328,33 Zähler ab. Der NASDAQ Composite wiederum sinkt um 1,17 Prozent auf 2.433,26 Punkte.

Auf der Unternehmensseite ziehen heute vor allem Presseberichte zu Yahoo und Microsoft das Interesse der Börsianer auf sich. Während der Internet-Medienkonzern offenbar eine Restrukturierung in Betracht zieht, gab Microsoft-Chef Steve Balmer bekannt, dass es beim Software-Konzern keine Welle von Internet-Akquisitionen geben wird. Daneben kündigte die größte US-Sparkasse Washington Mutual gestern an, dass sie 1.200 Stellen streichen wird. Zudem gab es schwache Quartalszahlen beim Wohnmobilproduzenten Winnebago sowie die Anhebung der mittelfristigen Gewinnprognosen und ein Aktienrückkaufprogramm beim Zahlungsdienstleister Western Union. Darüber hinaus werden die Märkte durch die jüngsten Negativ-Meldungen aus dem Finanzsektor belastet. Spekulationen zufolge könnte es eine Gewinnwarnung bei Merrill Lynch geben. Bereits gestern wurden zwei ehemalige Hedgefonds-Manager von Bear Stearns verhaftet und des Wertpapierbetrugs angeklagt.

Auf der Konjunkturseite gab es heute keine relevanten Nachrichten. Der Ölpreis legt derzeit um rund 3 Dollar zu und notiert um die Marke von 135 Dollar pro Barrel. Hugo Chavez, Regierungschef von Venezuela, hat in einer Fernsehansprache mit einem Ölboykott gegen Europa gedroht. Laut einem Bericht der britischen Tageszeitung "The Guardian" äußerte sich Chavez empört über einen am Mittwoch durch die EU verabschiedeten Beschluss, der eine Standardisierung bei der Abschieberegelungen illegaler Flüchtlinge in Ländern der EU vorsieht. In diesem Zusammenhang erklärte der Regierungschef laut dem Bericht, dass das Öl Venezuelas nicht in diese Länder exportiert werden sollte. Gleichzeitig drohte Chavez damit, Investitionen aus Europa in Venezuela künftig blockieren zu wollen.

Unternehmensnachrichten:

Der Internet-Medienkonzern Yahoo! Inc. (ISIN US9843321061/ WKN 900103) zieht Presseangaben zufolge eine Restrukturierung in Betracht, um seine Bereiche Mail, Search und Homepage in einer globalen Produktorganisation zusammenzufassen.

Der Software-Konzern Microsoft Corp. (ISIN US5949181045/ WKN 870747) wird nach Aussagen seines CEO vor dem Hintergrund der gescheiterten Gespräche mit dem Internet-Medienkonzern Yahoo! Inc. (ISIN US9843321061/ WKN 900103) keine weiteren Internet-Akquisitionen tätigen. Dies berichtet die "Financial Times" am Freitag in ihrer Online-Ausgabe.

Die größte US-Sparkasse Washington Mutual Inc. (ISIN US9393221034/WKN 893906) meldete am Donnerstag, dass sie im Rahmen von Kostensenkungsmaßnahmen 1.200 Stellen streichen wird.

Der amerikanische Wohnmobilproduzent Winnebago Industries Inc. (ISIN US9746371007/ WKN 857479) legte am Freitag die Geschäftszahlen für das dritte Quartal vor. Dabei sind Umsatz und Gewinn deutlich zurückgegangen.

Der US-Zahlungsdienstleister Western Union Co. (ISIN US9598021098/ WKN A0LA17) hat am Freitag die mittelfristigen Gewinnprognosen nach oben korrigiert und ein Aktienrückkaufprogramm verabschiedet.

Die Continental Airlines Inc. (ISIN US2107953083/ WKN 887642), die viertgrößte Fluggesellschaft in den USA, kündigte am Donnerstag eine umfassende Kooperation mit der zweitgrößten US-Fluglinie United Air Lines, einer Tochter der UAL Corp. (ISIN US9025498075/ WKN A0JC6V), an. (20.06.2008/ac/n/m)

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